Lahr Baustelle als Dauer-Ärgernis

Schon vor drei Jahren wurde die Baugenehmigung erteilt, aber mehr als eine Baugrube ist auf dem Grundstück an der Burgheimer Straße schon seit Monaten nicht zu sehen. Geplant ist ein Achtfamilienhaus. Foto: Maier Foto: Lahrer Zeitung

Wann geht es bei der Baustelle in der Burgheimer Straße endlich voran? Diese Frage stellt sich auch die Stadt. Nicht zuletzt deshalb, weil sie dort immer wieder kontrollieren muss.

Lahr. "Der Neubau eines Achtfamilienwohnhauses in der Burgheimer Straße sorgt bei der Stadtverwaltung für einen enormen Mehraufwand", hat die Stadt zu dem Ärgernis mitgeteilt. Die Lahrer Zeitung hatte einige Male bei der Verwaltung nachgefragt, die dabei darauf verwiesen hatte, dass es sich um eine private Baumaßnahme handelt. Schon seit vergangenem Jahr komme das private Bauvorhaben nicht voran, schreibt die Stadt jetzt und hält fest: "Für den Baufortschritt ist der Bauherr verantwortlich". Die Bauordnung der Stadtverwaltung überprüfe jedoch, ob alle Sicherheitsaspekte eingehalten werden. Die Baugrube musste laut Stadt schon aus Sicherheitsgründen abgesperrt und teilweise wieder verfüllt werden. Außerdem verursacht sie Verkehrsbehinderungen.

Seit Erteilung der Baugenehmigung im November 2016 nehme die Verwaltung in kurzen Abständen regelmäßige Kontrollen vor, so die Verwaltung weiter. Jetzt sei eine weitere Verfügung erlassen worden, um die Hänge dauerhaft abzusichern.

"Die Sicherheit der Anwohner und Verkehrsteilnehmer hat für die Stadt höchste Priorität", sagt der Leiter des Rechts- und Ordnungsamts, Mats Tilebein. "Wie schnell oder langsam ein Bauherr sein Projekt vorantreibt, liegt nicht in unseren Händen, doch es gibt Vorschriften, an die sich der Bauherr halten muss", erklärt er. So habe die Stadt im Juni 2018 den Bau per Verfügung eingestellt. Der Grund: Der Baugrubenverbau sei zu gering dimensioniert gewesen und von den Vorgaben in der Baugenehmigung abgewichen. Außerdem sei sie nicht vom Prüfstatiker abgenommen worden. Als Folge habe sich der Baugrubenverbau stark verformt. "Dadurch waren die Bauarbeiter in Gefahr und das Erdreich auf dem bebauten Nachbargrundstück setzte sich ab. Auch dort mussten wir tätig werden", erläutert Tilebein.

Im Dezember 2018 habe die Stadt eine weitere Verfügung zur unverzüglichen Sicherung der Baugrube erlassen, gegen die der Bauherr zunächst Widerspruch einlegt habe. Im Frühjahr sei er dann der Verfügung aber nachgekommen und habe die Baustelle abgesichert. Im August war die Stadtverwaltung zu weiterem Einschreiten gezwungen: Nun musste auch die Sicherung der Baugrube zur Vermeidung von Schäden an der Burgheimer Straße verfügt werden. Wiederum folgte ein Widerspruch. Im September nahm der Bauherr ihn zurück und führte die Sicherungsmaßnahmen aus, so die Stadt.

"Die Stadtverwaltung beobachtet die Vorgänge weiterhin aufmerksam und nutzt die ihr gesetzlich zur Verfügung stehenden Mittel, um die Sicherheit vor Ort zu gewährleisten", betont Tilebein. Die Stadt dränge darauf, dass das Bauvorhaben möglichst bald zu einem Ende kommt.

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