Lahr B3: Fünf Kommunen machen Druck

Die fünf Rathauschefs beim Unterschreiben des offenen Briefes an Landrat Frank Scherer (von links): Pascal Weber (Ringsheim), Kai-Achim Klare (Rust), Markus Ibert (Lahr), Dietmar Benz (Mahlberg) und Matthias Gutbrod (Kippenheim). Foto: Stadt

Lahr - Bevor sich am Dienstag der Kreistag einmal mehr mit der geplanten neuen Kreisstraße durch die südliche Ortenau befasst, haben sich fünf Rathauschefs in einem offenen Brief an Landrat Frank Scherer gemeinsam positioniert: für die Trassenvariante 2.

Markus Ibert (Lahr), Matthias Gutbrod (Kippenheim), Dietmar Benz (Mahlberg), Kai-Achim Klare (Rust) und Pascal Weber (Ringsheim) kamen am Freitag im Lahrer Rathaus zusammen, um der Presse ihre gemeinsame Aktion vorzustellen. Danach setzten sie ihre Unterschriften unter das Schreiben an Scherer.

Das Ganze sei nicht als "Kritikveranstaltung" zu verstehen, so Ibert. Mit dem Landrat befinde man sich in einem guten Einvernehmen. Grundsätzlich gehe die Beschlussvorlage für den Kreistag ja auch in die richtige Richtung, so durfte man den Lahrer OB verstehen. Vorgeschlagen wird Trassenvariante 2 mit einer durchgehenden Verbindung von Ringsheim bis zum Autobahnzubringer in Lahr.

Das wollen auch die fünf Rathauschefs, die sich in Lahr trafen. Allerdings forderten sie, die Beschlussformulierung nachzuschärfen, ihr eine größere Verbindlichkeit zu geben. Die Finanzierung für den Bau der neuen Kreisstraße müsse garantiert, außerdem müsse die Durchgängigkeit der Trasse von Ringsheim bis zum Anschluss an die B  415 in Lahr bereits in der Entwurfs- und Genehmigungsplanung sichergestellt werden –­ darum geht es im Kern in der Post an den Landrat.

"optimierte Variante 2"

Ibert, der als Gastgeber zunächst das Wort ergriff, verdeutlichte, wo aus seiner Sicht das Problem liegt: Aus planerischen Gründen solle das Straßenbauvorhaben laut Beschlussvorlage des Kreises in zwei Abschnitte von Ringsheim bis nördlich von Kippenheim und ab dort bis nach Lahr aufgeteilt werden.

"In der Aufteilung in zwei Abschnitte liegen Gefahren, denen im Beschlussvorschlag für den Kreistag noch nicht ausreichend begegnet wird", ist der Lahrer OB überzeugt. Denn nur eine durchgängige Verbindung von Ringsheim bis zum Anschluss in Lahr entlaste die betroffenen Ortsdurchfahrten spürbar von der täglichen Blechlawine.

"Wir fordern übereinstimmend für unsere Städte und Gemeinden, dass der Kreistag bei seiner Beschlussfassung am 4. Mai die Durchgängigkeit der Maßnahme verbindlich und ohne Rückfallebene auf einen anderen Anbindungspunkt als an die B 415 beschließt" – so steht es dann auch im Brief an den Landrat.

Ibert stellt sich eine "optimierte Variante 2" vor, zu der auch Lärmschutzmaßnahmen für Kippenheimweiler gehörten. "Wir sollten es richtig machen", so der Lahrer OB, der von einer "gesamtheitlichen Trasse" sprach, die bis nach Lahr führen müsse. Auf keinen Fall dürfe es eine "Sollbruchstelle im Projekt geben", nämlich dass der Straßenbau nördlich von Kippenheim stehenbleibt, etwa weil das Geld knapp wird.

Ringsheims Bürgermeister Pascal Weber warnte ebenfalls vor einer "abgeschnittenen Variante 2". Sollte es dazu kommen und die neue Kreisstraße nicht bis nach Lahr gehen, werde sie von den Autofahrern "nur in Teilen angenommen", ahnt er.

Kai-Achim Klare (Rust) stellte das Projekt in einen größeren Rahmen, verwies auf die Umfahrung von Kenzingen und Herbolzheim, die nun bis nach Lahr weitergeführt werden müsse. "Durchgängigkeit erzielen", lautete auch bei ihm das Schlagwort.

Dietmar Benz verdeutlichte, dass es höchste Zeit sei, den betroffenen Anwohnern mit dem Bau der neuen Kreisstraße zu helfen. "Die Menschen sind lange genug vertröstet worden", so der Bürgermeister von Mahlberg.Sein Kippenheimer Amtskollege betonte, dass nicht nur die Bürger seiner Gemeinde von der neuen Kreisstraße profitieren würden: Die Trassenvariante 2 helfe der gesamten Region, bekräftigte Matthias Gutbrod.

Info

Der Kreistag soll am Dienstag, 4. Mai, ab 14 Uhr einen Grundsatzbeschluss zum Bau der neuen Kreisstraße fassen. Nach mehreren Vertagungen – zuletzt war das Thema im Dezember auf Antrag der CDU-Fraktion abgesetzt worden – erhoffen sich die Befürworter eine Entscheidung. Die Sitzung findet in der Sternenberghalle in Friesenheim statt, damit das Abstandsgebot eingehalten werden kann.

Für Zuhörer stehen rund 30 Plätze zur Verfügung. Die Sitzung wird mit Bild und Ton in einen Nebenraum übertragen. Alle Sitzungsteilnehmer, auch die Zuhörer, sind angehalten, sich im Vorfeld selbst auf Corona zu testen oder einen Schnelltest vornehmen zu lassen.

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