Lahr B 3-Umfahrung: Lahr und Kippenheim einigen sich

Bei der »Variante 2 plus« soll die B 3-Umfahrung näher an den Bahngleisen verlaufen (dickere gelb-gestrichelte Linie). So würde Kippenheimweiler entlastet. Wie schon Variante 2 sieht die Trasse einen Anschluss an die Raiffeisenstraße vor. Das wünschen sich die Langenwinkeler. Foto: Landratsamt

Lahr/Kippenheim - Lahr und Kippenheim haben in Sachen B 3-Umfahrung einen gemeinsamen Nenner gefunden, genauer: eine gemeinsame Trasse. Sie soll nicht nur entlang der Bundesstraße Verbesserungen bringen.

Lahrs OB Markus Ibert und Kippenheims Bürgermeister Matthias Gutbrod demonstrierten beim Pressegespräch am Freitag den Schulterschluss – wie schon kurz zuvor in einem Schreiben an Landrat Frank Scherer: »Als Verwaltungsgemeinschaft Lahr-Kippenheim haben wir gemeinsam ein besonderes Interesse daran, eine Trasse zu finden, die für alle Ortsteile von Lahr und die Gemeinde Kippenheim eine möglichst gute Lösung darstellt und gleichzeitig die Orte von Verkehr entlastet«, betonten die beiden Rathauschefs.

Dazu hätten in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche mit der Straßenbauverwaltung des Ortenaukreises und den betroffenen Gemeinden stattgefunden, bei der mögliche Lösungen insbesondere im nördlichen Bereich der Umfahrung diskutiert worden seien. Es habe sich eine Variante herauskristallisiert, die deutliche Auswirkungen auf die Straßenführung auf Lahrer und Kippenheimer Gemarkung hätte, so Ibert und Gutbrod.

Von Eintracht waren Lahr und Kippenheim bei diesem Thema lange Zeit weit entfernt: Während sich die Kippenheimer von der Umfahrung, wie sie das Ortenauer Straßenbauamt im Herbst 2018 vorlegte, die lang ersehnte Entlastung versprachen, sahen Lahrs Stadtteile Langenwinkel und Kippenheimweiler damit mehr Verkehr auf sich zurollen. Die beiden Rathauschefs machten keinen Hehl daraus, dass die Diskussionen in der Vergangenheit »auch mal heftiger waren« (Gutbrod). Doch endlich, so sagten sie, sei man zu dem Entschluss gekommen, »dass wir statt das Trennende die Gemeinsamkeiten suchen müssen« (Ibert). Das Ergebnis lag am Freitag auf dem Tisch: die »Variante 2 plus«.

>Anschluss an B 415:  Die neue Trasse baut auf Variante zwei auf. Diese sieht einen Anschluss an die Raiffeisenstraße nahe des Autobahnzubringers (B 415) vor, dort, wo bis vor wenigen Monaten noch die Gaskugel stand – führt also im Gegensatz zur ursprünglichen Planung nicht durch Langenwinkel hindurch. Neu: »Variante 2 plus« verläuft auf Höhe Kippenheimweiler näher an der Bahn und ist damit weiter vom Dorf abgerückt. Für die im Zuge des Rheintalbahnausbaus geplante Ertüchtigung der Gleise bleibe Platz genug, betonten die Rathauschefs auf LZ-Nachfrage.

>Eine Brücke statt zwei:  Was vor allem die schwachen Verkehrsteilnehmer freuen dürfte: Sowohl die Rebwegbrücke als auch die zwischen Kippenheim und Kippenheimweiler sollen durch eine neue ersetzt werden – inklusive eines Fuß- und Radwegs, den man bislang an dieser Stelle vermisst.

>Kreisel am Sulzer Kreuz: Vorgesehen bei »Variante 2 plus« bleibt der Bau eines Kreisels auf der B 3 am Sulzer Kreuz. Den fordern die Sulzer schon seit Jahren. Eine weitere Anbindung an die Bundesstraße zwischen Kippenheim und Sulz (»Variante 2 plus plus«) hätte schlechte Aussichten auf Genehmigung und sei auch nicht Priorität Nummer eins, so Ibert und Gutbrod. Die beiden Rathauschefs hoffen nun, dass ihr Vorschlag bei Landrat Scherer und vor allem im Kreistag Zustimmung findet. »Es sind natürlich noch tiefergehende Untersuchungen nötig, doch wir denken, wir haben eine gute, machbare Lösung gefunden. Das hat uns das Straßenbauamt so auch signalisiert.« Dass es in der Vergangenheit grundsätzliche Zweifel an der Notwendigkeit einer neuen Kreisstraße zwischen Ringsheim und Lahr gegeben hat, etwa aus Kappel-Grafenhausen und Ettenheim, wollten Ibert und Gutbrod nicht überbewerten: »Uns ist wichtig, dass ein gesamtheitlicher Beschluss über die ganze Strecke gefasst wird.« Klar sei freilich, dass das Vorhaben mit einer Länge von mehr als zehn Kilometern in Etappen umgesetzt werde. Über die Kosten hat man sich offiziell noch keine Gedanken gemacht. Ibert: »Wir wollen da nicht spekulieren oder vorgreifen.« Die ursprüngliche Variante hatte das Straßenbauamt auf rund 22 Millionen Euro taxiert, wovon die Hälfte das Land beisteuern sollte. Als Nächstes wird die B 3-Umfahrung im Umwelt- und Technikausschuss des Kreistags behandelt. Mit dem Ergebnis soll es dann in die Gemeinderäte von Lahr und Kippenheim gehen.

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