Lahr Außergewöhnliche Arbeiten im Zeit-Areal

Die Arbeiten von Armin Göringer zeigen eine immer stärker zu Tage tretende Leichtigkeit. In der Schau präsentiert er auch erstmals Papierarbeiten. Foto: Lahrer Zeitung

Lahr (red/rha). "Licht. Sehen. Dunkel. Spüren." nennt sich die Doppelausstellung ab Mittwoch, 5. Dezember, auf dem Lahrer Zeit-Areal. Gezeigt werden Arbeiten von Armin Göhringer (Holzskulpturen, Papierarbeiten) und Mario Moronti (Malerei, Tonobjekte). Zur Vernissage ab 19 Uhr spricht der Kunsthistoriker Bernd Künzig aus Baden-Baden.    

 Der Nordracher Bildhauer Göhringer und der Maler Moronti, aus Piemont, Italien, waren 2012 die ersten, die im Zeit-Areal ausgestellt haben. Nun begegnen sich die beiden in einer Doppelausstellung, die aktuelle Arbeiten der beiden zeigt. Es ist ein Aufeinandertreffen unter außergewöhnlichen Vorzeichen, eine Kunstschau, die ganz bewusst den Titel "Licht. Sehen. Dunkel. Spüren." trägt. Göhringer zeigt neue Arbeiten, in denen der künstlerische Ansatz des Holzbildhauers fortgeschrieben wird. Neben der Skulptur rückt immer mehr das Wandrelief in den Fokus, das filigrane, nur partiell verdichtete Netzwerk, das feine Schatten wirft. In der Schau wird aber auch erstmals eine Fortschreibung des Ansatzes in Papierarbeiten sichtbar.

Mario Moronti zählt zu den Vertretern einer freien und gestischen Malerei. Der ehemalige Kunstprofessor hat 2012 drei Monate lang im Zeit-Areal gearbeitet. Es sind großformatige Bilder und Fahnen entstanden mit üppigem Farbenspiel. Die anschließende Ausstellung hat Moronti unter den Titel "Zeit des Lichts" gestellt, ohne dabei zu ahnen, dass er kurz darauf infolge eines operativen Eingriffs erblinden sollte.

Ohne die Hoffnung, seine Bilder selbst jemals zu sehen, malt er heute mit unvermindertem Schwung im Kontext reduzierter Formate und grober Raster, die er mit Reiszwecken am Holzrahmen der Leinwand markiert. Die vor dem inneren Auge entstehenden Bilder sprühen vor Energie und Farbigkeit, wirken auf Außenstehende noch dichter als die älteren Arbeiten. Parallel hat Moronti angefangen mit Ton zu arbeiten, weil hier das Fühlen und Tasten – "das Sehen" teilweise zu ersetzen vermag.

Der Ausstellungsbesucher kann das in einem abgedunkelten Raum mit drei Tonplastiken nachvollziehen. Anders als der Künstler, kann er die mit dem Tastsinn erkundeten Arbeiten im Anschluss aber zumindest auf Fotografien betrachten.

Zu sehen ist die Ausstellung bis 31. März dienstags bis freitags von 9 bis 17 Uhr.

  • Bewertung
    0