Lahr Aus Zigarrenfabrik wurden Ferienwohnungen

Lahr - Einst eine Zigarrenmanufaktur, nun eine Gebäude mit Ferienwohnungen. Am Sonntag, dem Tag des offenen Denkmals, zeigten die Besitzer Alexandra und Alexander Hugenberg wie das Palais Wunderlich in den vergangenen Jahren umgestaltet worden war.

Zigarrenfabrik im 16. Jahrhundert erbaut 

Das Anwesen ist 1798/1799 gebaut worden. Der Kolonialwarenhändler Carl Ludwig Wunderlich ließ das repräsentative Palais bauen. Der nächste Besitzer Lucas Faesch, dem das Haus ab dem Jahr 1804 gehörte, errichtete den Garten Richtung Süden. Ab dem Jahr 1847 gehörte das Anwesen dem Zigarrenfabrikanten Adolf Friedrich Bader, der dort eine Zigarrenmanufaktur betrieben hatte. Die Manufaktur beschäftige in den besten Zeiten rund 200 Arbeiter. Die Zigarrenfabrik existierte bis 1918.

Im nördlichen Teil kamen ab dem Jahr 1918 die ersten Wohnungen unter. Einen Teil der ehemaligen Zigarrenfabrik übernahm Hermann Otto Fehr, der dann eine Weinhandlung betrieb.

Das Ehepaar Hugenberg erwarb das Anwesen im Jahr 2013 vom Enkel des Weinhändlers. Zwischen den Jahren 2013 bis 2019 sind in den beiden Flügeln insgesamt zwölf Ferienwohnungen entstanden. Der Nordteil, das viergeschossige Haus, bewohnen die Eigentümer.

Genug Platz für Kulturveranstaltungen?

Es gibt dort auch drei weitere Wohnungen, die nicht an Urlauber, sondern fest vermietet werden. Gezeigt bei den Rundgängen wurden der ausgebaute geräumige Gewölbekeller, eine moderne Tiefgarage, verschiedene Ferienwohnungen in den beiden Flügeln und eine der fast fertigen Wohnungen, die das Ehepaar fest vermietet.

Alexandra Hugenberg stammt aus Österreich. So stellte sie den Besuchern eine "Lobby" vor, eine Art kleiner Aufenthaltsraum mit Kochbereich, den Urlauber für den Eigenbedarf nutzen können. Ein Teil des Kellers, der über den Gartensalon zugänglich ist, dient ebenfalls für Feiern von Feriengästen. Ein größerer Keller geht über dieses Angebot für Feriengäste weit hinaus.

Umgebautes Anwesen bietet Platz für Kultur 

Dort wäre sicher Platz und genügend Raum für Kulturveranstaltungen, meinte Lahrs Oberbürgermeister Markus Ibert, anlässlich der Visite von Staatssekretärin Katrin Schütz, die zusammen mit Vertretern des Denkmalschutzes am Donnerstag das umgebaute Anwesen besichtigte. Mit dabei waren Monika Loddenkemper aus Freiburg, die im Landesamt für Denkmalpflege arbeitet und Claus Wolf, Leiter des Amts. Hans-Georg Lütkenhaus vom Lahrer Stadtplanungsamts vervollständigte die Gruppe.

Themen waren bei diesem Rundgang die Aufgaben des Denkmalschutzes und wie diese Zusammenarbeit im Fall des Palais Wunderlich aufgegangen ist. Die Inhaber zeigten, dass beispielsweise im Keller, wo der ehemalige Naturboden mit Ziegeln und Steinen ausgelegt wurde, einmal ein Teil der Wände aus Fachwerk und Bruchsteinen gewesen war.

In den Wohnungen in den Obergeschossen sind die Decken zwischen dem oberen Geschoss und dem Dach durchbrochen. Das Fachwerk und Sandsteinmauern sind gut in die modern eingerichteten Ferienwohnungen integriert.

Großes Interesse am Rundgang 

Das Interesse am Palais Wunderlich ist am Sonntag groß gewesen. Geplant waren drei Führungen mit je 20 vorher angemeldeten Besuchern. Es hat dann – aufgrund der Anmeldungen – vier Führungen gegeben.

Beim Rundgang am Donnerstag erklärte das Ehepaar Hugenberg, wie sie durch Zufall das Palais Wunderlich entdeckt hatten. Sie kauften das Anwesen, das zum Teil noch bewohnt war. Die Idee, dass dort Ferienwohnungen entstehen könnten, war sofort da. Das Anwesen steht unter Denkmalschutz, war aber 2013 in keinem ansehnlichen Zustand mehr. Einig waren sich alle bei dem Rundgang am Donnerstag, dass der Bedarf für Urlauber da sein würde.

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