Lahr Aufführung: Eine rundum begeisternde Show

Lahr - Eine begeisternde Show, ein tolles Bühnenbild und hervorragende Rollkunstläufer: Der Sportverein Solidarität überzeugte mit drei Vorstellungen der Rollschuh-Show zum Motto "Black & White".

Zwischen Schwarz und Weiß gibt es unendlich viele Schattierungen. Die Darsteller – in Gruppen, Duetten und als Solisten – überzeugten mit von Ellen Karotsch choreografierten Tänzen, die alle das Thema Schwarz und Weiß zeigten. Die Darstellung des Schachspiels – jeweils acht Läuferinnen zeigten die Ritter des Spiels – waren so gut, dass nach dem Beifall dieser Tanz einfach ein zweites Mal gezeigt wurde.

Die Szenen dieser Darbietung waren fließend. Zum einen stellten sich die Figuren zuerst statisch auf, um dann in vielem fließenden Wechseln die Möglichkeiten des Spiels über der gesamten Fläche darzustellen. Am Ende – wieder statisch – neigte der schwarze König seine Krone und fiel um. Weiß hat die choreografierte Partie in der Großmarkthalle gewonnen. Dem Auftakt machte ein Quartett mit den chinesischen Symbolen Yin und Yang. Es gehört zu der Bildersprache der Symbole, dass die schwarze Hälfte einen weißen Anteil hat und umgekehrt ebenso. So waren die Facetten hier wie in allen anderen Darbietungen weit mehr als nur Schwarz und Weiß. Die überdimensionalen Schriftzüge "Black & White" an einer der schmalen Fronten auf dem Feld waren das Leitmotiv.

"Sister Act" nach dem Musical war ein Vergnügen für Gäste und Tänzerinnen. Ein Kunststück ist, dass alle als Nonnen gekleidete Tänzerinnen trotz der vielen Trainingseinheiten an der Darbietung das gesamte Wochenende über immer noch Vergnügen haben konnten.

Erinnerungen an Charlie Chaplin

Schwarz-Weiß und stumm sind die Anfänge der bewegten Bilder. Ein Künstler hat den Stummfilm von Anfang an dominiert, Charlie Chaplin als der ewige Tramp. Als Solistin war Sarah Heitzmann mit den ausgebeulten Hosen, dem zu engen Jackett, der Melone und dem Stock eine Klasse für sich. Hier zeigten die Schattierungen des Solos wirklich viele Töne auf, die es zwischen Schwarz und Weiß gibt. Das gilt gleichermaßen für das Duett der Pantomime mit Vera Noé und Alexander Pedell sowie für das Quartett des Pierrots.

Der folgende Hexentanz war schrill und verwegen. Hier lieferten sich ältere und jüngere Tänzerinnen einen gekonnten Ritt – auch ohne den eigentlich obligatorischen Hexenbesen. Die Rollschuhe waren da aber ein vollwertiger Ersatz. Die jüngsten der Darstellerinnen waren als Pandas einfach süß und da war der eine oder andere noch nicht so ganz geschickte Tapser auf den Rädern das Salz in der Suppe. Isabell Basler und Mara Richter überzeugten als Horrorballerinas ebenso wie die drei Gespenster Saskia Tränkle, Lisa Sauter und Nicole Wacker. Die Schornsteinfeger waren eher der schwarze Teil der Schau, die das Winterwunderland mit quirligen Schneeflocken und Pinguinen sehr gut ergänzte haben. Bleibt zu hoffen, dass eine so überzeugende Darbietung auch in der Zukunft zu sehen sein wird.

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