Lahr Aufbau der Albiez-Orgel macht Fortschritte

Die Prospektpfeifen aus einer Zinn-Blei-Legierung wurden in den vergangenen Tagen eingebaut. Dabei behilflich ist auch der Auszubildende Gabriel Miltner. Foto: Vögele Foto: Lahrer Zeitung

Von Alfons Vögele

Kirchenbesucher in Reichenbach staunen nicht schlecht und freuen sich: Der Auf- und Ausbau der historischen Albiez-Orgel in der Pfarrkirche St. Stephanus geht zügig voran.

Reichenbach. Seit Mitte April sind die Mitarbeiter der Orgelmanufactur Vleugels aus Hardheim mit dem Aufbau und der Installation des Innenlebens der Orgel beschäftigt. Nicht umsonst wird die Orgel die "Königin der Instrumente" genannt, sie ist es von ihrer Größe, von ihrem musikalischen Umfang und Möglichkeiten sowie ihrer Technik her, wie sich dies bei den Arbeiten verfolgen lässt.

Aufwendiger Innenausbau

Nach den grundlegenden Arbeiten, dem Aufbau des Gehäuses, dem komplizierten, arbeitsintensiven und aufwendigen Innenausbau der Windladen und Windkanäle wird derzeit die Traktur der Orgel eingebaut. Der Spieltisch mit zwei Manualen und einem Pedal, die Registerzüge sowie die ersten Register sind bereits installiert.

Es braucht seine Zeit, bis die mehr als 1100 Pfeifen in das Orgelwerk eingesetzt sind, von denen die größte 4,80 Meter, die kleinste lediglich zehn Millimeter misst. Die Prospektpfeifen lassen schon jetzt erkennen, wie sehr die Orgel durch die Renovierung auch äußerlich gewonnen hat.

Zu diesem Bild trägt auch die bereits abgeschlossene Farbgebung bei. Register für Register werden derzeit eingebaut und durch den Intonateur Christian Heiden intoniert, um sie dem Innenraum der Kirche anzupassen.

In wenigen Wochen wird das Werk vollendet sein. Dann wird die Orgel wieder ihre "Vox coelestis – ihre himmlische Stimme" hören lassen, wie dies von Konrad Albiez vor 168 Jahren für seine Orgel in Reichenbach vorgesehen war. Das Instrument soll zur Ehre Gottes und zur Freude der Mitmenschen erklingen und Lob und Ehre, Freude und Leid, Jubel und Trauer die jeweils eigene Stimme geben.

Seit 1993 sammelt die Pfarrgemeinde, um die historische Orgel zu sanieren. Der im Jahr 2009 gegründete Orgel- und Bauförderverein hatte sich zum Ziel gesetzt, die marode Orgel aus dem Jahr 1848 wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen. Die Veränderungen und unsachgemäßen Eingriffe, die der Orgel von Anfang an nicht gut taten, führten immer mehr zum beklagenswerten Zustand des wertvollen Instruments.

Zahlreiche Aktionen zur Finanzierung

Mit Aktionen wie Benefizkonzerten der Reichenbacher Vereine oder Einzelpersonen, Patenschaften für Orgelpfeifen, Teilnahme an Märkten oder mit Entenrennen im Gereutertalbach, konnten 50 000 Euro angespart werden. Die Erzdiözese Freiburg beteiligt sich mit 35 000 Euro, und das Landesdenkmalamt hat einen Zuschuss über 18 870 Euro zugesagt.

Die Orgel erhielt ihre mechanische Traktur zurück, der Spieltisch wurde wieder in die Orgel integriert. Die beiden äußeren Türme der Orgel wurden zurückgebaut, sodass die Orgel ihre ursprüngliche Größe erhalten hat. Sie wird auch weiterhin 24 Register umfassen.

Die Reichenbacher Orgel des Orgelbaumeisters Konrad Albiez aus dem Jahr 1848 ist die größte noch weitgehend erhaltene Orgel dieses Meisters. Sie wird, wenn die Sanierung abgeschlossen ist, wieder jenes Klangbild vermitteln, das ihr Erbauer speziell für die Pfarrkirche St. Stephanus Reichenbach kreiert hatte.

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