Lahr Aufatmen bei Galvanoform

Ende 2019 hatte Galvanoform ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt.Foto: Baublies Foto: Lahrer Zeitung

Gute Nachricht für das Lahrer Unternehmen Galvanoform: Die Firma ist gerettet, rund 140 Arbeitsplätze bleiben bei dem Hersteller von Präzisionswerkzeugen erhalten.

Lahr (red/sm). Die Gläubiger der Firma Galvanoform haben am 15. September vor dem Amtsgericht Offenburg den Insolvenzplan der Eigenverwaltung einstimmig angenommen: "Damit kann in Kürze die Aufhebung des seit Dezember 2019 laufenden Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung erfolgen", heißt es in einer Pressemitteilung der Rechtsanwaltskanzlei Menold Bezler, die den Sanierungsprozess mit dem Insolvenzverwalter und Sanierer Jochen Sedlitz als Generalbevollmächtigtem begleitet hat.

Diese positive Entscheidung des Gläubigerausschusses sei ein wichtiger Schritt zum Abschluss des Sanierungsprozesses bei der Firma Galvanoform. Insbesondere, da Aufträge im Automotive-Umfeld im Rahmen eines solchen Verfahrens nur sehr zurückhaltend erteilt würden, so die Mitteilung.

Umsatzrückgänge und ungewisse Zukunftsaussichten durch die coronabedingte Situation hätten die Sanierung erschwert. Es sei jedoch gelungen, die Einbrüche abzufangen und das Unternehmen zu stabilisieren.

Das mit den Gesellschaftern entwickelte Sanierungsmodell habe die Zuführung weiterer Mittel und einen Vergleich mit den Gläubigern umfasst. Sachwalter Marc-Philippe Hornung von der Kanzlei Schilling, Zutt und Anschütz habe für die Gläubiger die Aufsicht geführt und sehe in dem Insolvenzplan die bestmögliche Befriedigung der Forderungen

Verbunden mit dem Insolvenzplan sei auch der Erhalt von rund 140 Arbeitsplätzen an den beiden Standorten in Lahr. Sowohl Geschäftsführer Jürgen Obergföll als auch der Generalbevollmächtigte Jochen Sedlitz sind laut Pressemitteilung mit der Lösung über die Gesellschafterseite mehr als zufrieden: "Wir alle zusammen – einschließlich der treuen Belegschaft – haben diese schwierige Situation erfolgreich gemeistert. Zum einen bleiben die Arbeitsplätze erhalten, zum anderen können die Gläubiger mit einer deutlich überdurchschnittlichen Quote rechnen." Man danke allen Beteiligten und insbesondere der Belegschaft für ihren Einsatz, so Obergföll und Sedlitz in der Mitteilung.

Im Dezember 2019 hatte die Lahrer Firma das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt: Die schwierige Lage auf dem Automobilsektor macht dem Unternehmen arg zu schaffen.

Es wurde ein Sanierungskonzept erarbeitet, das den Abbau von rund 40 der bis dahin 180 Arbeitsplätze als "notwendige und unausweichliche Maßnahme" vorsah, wie es damals hieß. Für die Mitarbeiter, die nicht weiterbeschäftigt werden können, sollte eine Transfergesellschaft installiert werden.

Die Firma in der Raiffeisenstraße im Industriegebiet West gilt als Spezialist im Formenbau für die Luftfahrt- und Automobilindustrie. Sie fertigt Galvanoschalen und Komplettwerkzeuge auch an Kunden aus der Sanitär­technik und anderen industriellen Bereichen. Gesellschafter ist die Familie Hippenstiel-Imhausen/Hinz-Imhausen.

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