Lahr Auf den Spuren der Heimat

Vertreter der Stadtverwaltung und des Schwarzwaldvereins Lahr freuen sich, bereits die erste Stele für den Wickertsheimer Weg präsentieren zu können. Das Bild zeigt die Weinlese am Schutterlindenberg. Die Tafel soll am Wasserhochbehälter montiert werden. Foto: Weber Foto: Lahrer Zeitung

Wenige Persönlichkeiten sind so eng mit Lahr verbunden wie der Maler Wilhelm Wickertsheimer. Ihm zu ehren soll ein Rundweg durch die Stadt entstehen. Gestern haben Schwarzwaldverein und Verwaltung über den aktuellen Stand berichtet.

Von Lars Weber

Lahr. Seitdem der Schwarzwaldverein, allen voran der Initiator Eberhard Stulz und der Vorsitzende Andreas Kaufmann, die Idee des Wickertsheimer Wegs Mitte des Jahres erneut ins Gespräch brachte, ist viel passiert. Unter anderem hat die Stadtverwaltung das Engagement unterstützt und das Projekt mit vorangetrieben.

Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller sagte gestern bei einem Pressegespräch, dass der Kunst- und Heimatmaler eine der bedeutsamsten Persönlichkeiten der Stadt sei. "Er hat Heimat gemalt, ohne zu künsteln." Schönheit sei bei ihm niemals aufgezwungen gewesen, sondern natürlich. Das Projekt des Schwarzwaldvereins lobte er. Wenn es fertig ist, habe Lahr ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. Friederike Ohnemus, Leiterin des Stadtmarketings, kündigte für diese "Herzensangelegenheit" Unterstützung in Form von Flyern und Werbung im Internet an. Solches bürgerliches Engagement müsse gewürdigt werden.

Kaufmann sagte, der Wickertsheimer Weg würde in das Profil des Schwarzwaldvereins passen, der sich nicht nur Wandern, Wegearbeit und Naturschutz auf die Fahnen geschrieben hat, sondern auch Heimatpflege. Stulz sei dabei der "geistige Vater und Motor" hinter der Idee, die wieder an Fahrt aufgenommen hat, nachdem die Erbengemeinschaft Wickertsheimer ihre Mithilfe zugesagt hatte.

Stulz skizzierte die bisherige Arbeit an dem Weg, der die Erinnerung an den "Lohrer Moolersmann" wach-halten soll. Gemeinsam mit einem Arbeitskreis (Andreas Kaufmann, Brigitte Stulz, Jürgen Kühne, Helmut Stingl, Thomas Milde und Lothar Zierer) suchte er Wickertsheimer Bilder von Lahr und dem Schutterlindenberg und fotografierte diese. Inzwischen seien 35 Gemälde ausgewählt, die an dem 6,5 Kilometer langen Themenweg stehen sollen.

Dieser solle an der ehemaligen Tonofenfabrik beginnen. "Auf diese Weise wollen wir auch auf das neue Stadtmuseum aufmerksam machen", so Stulz.

Von der Tonofenfabrik bis zum "Süßen Löchle"

Durch die Innenstadt, vorbei an mehreren Altstadtmotiven, führe der Weg über die Bergstraße durch die Wasserklammstraße hinauf zum Schutterlindenberg. Zurück gehe es über Burgheim in die Innenstadt zum Endpunkt, dem "Süßen Löchle". "Auf den Stelen ist zu sehen, wie Wickertsheimer seine Heimatstadt damals gesehen hat." Die Wegstrecke wird barrierefrei sein. Zudem soll es auch eine verkürzte, zwei Kilometer lange Strecke nur durch die Innenstadt geben.

1000 Euro kostet jeweils eine Stele. "Inzwischen haben uns schon etliche Gönner und Sponsoren unterstützt", so Stulz, sodass die Finanzierung der Hälfte der Stelen gesichert sei. "Für die zweite Hälfte bitten wir Sponsoren, Vereine und Institutionen darum mitzuhelfen", so Eberhard Stulz. Die Unterstützer werden auf der Stele genannt. Auch kleine Spenden seien willkommen. Stulz zeigte sich optimistisch, dass der Verein die notwendigen finanziellen Mittel zusammen bekommt. Da manche Stelen auf einem Privatgrundstück angebracht werden sollen, möchte der Schwarzwaldverein die Eigentümer bald um ihre Genehmigung bitten. Stulz dankte an dieser Stelle allen bisher Beteiligten für die große Unterstützung.

Der Wickertsheimer Weg soll Anfang September 2016 fertiggestellt sein – pünktlich zum 130. Geburtstag des Malers.

Weitere Informationen: Ansprechpartner ist Eberhard Stulz, Telefon 07821/ 7 77 76.

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