Lahr Auf Anhieb Lieblinge des Publikums

Die "Diamond Seagulls" orientieren sich am Glam-Rock der 1970er- und 1980er-Jahre. Foto: privat Foto: Lahrer Zeitung

Auch wenn es beim Finale des "Fürstenberg Lokal Derby" nur zum vierten Platz gereicht hat, war die Gruppe "Diamond Seagulls" aus Lahr der Publikumsliebling des Bandwettbewerbs beim ZMF in Freiburg. Dabei hat die Gruppe bisher nur vier Konzerte absolviert.

Lahr. Sie frönen dem Glam-Rock der 1970er- und 1980er-Jahre. Die Show und das ex­trovertierte Bühnenoutfit sind genauso wichtig wie die musikalische Darbietung. Zu allem Überfluss wartet die Gruppe mit einer selbstgestrickten Legende auf: Die vier Burschen wissen angeblich selbst nicht, wie sie ausgerechnet in Lahr gelandet sind, warum sie deutsch sprechen. Als Heimathafen geben Sänger "Chuck" und Gitarrist "Lance", "Glitterball", der Mann am Bass und Schlagzeuger "Jizzi" die kalifornische Metropole Los Angeles an. Ihre Erinnerung weist eine große Lücke auf. 1983, auf dem Weg zu einem Konzert in den USA, sind sie irgendwie in die Klauen des Auslandsgeheimdiensts CIA geraten und mitten im Jahrhundertsommer 2018 in der badischen Provinz gelandet.

Aus der Bahn geworfen hat sie der Zeitsprung allerdings nicht. Die vier Burschen sind im Studio des Jugend-Musik-Werks-Baden untergekommen, haben eifrig neue Songs geschrieben und Anfang 2019 im Rock-Café in Altdorf ihren ersten Versuchsballon gestartet, ehe sie sich beim "Fürstenberg Lokal Derby" bewarben.

Erster Auftritt im Rock-Café Altdorf

Das Publikums-Voting im Internet gewann "Diamond Seagulls" mit ihrem Bewerberclip klar. Keine der insgesamt 50 Bands erhielt dort so viele Stimmen. Damit ist die Band dann zu einer der drei Vorausscheidungen nach Donaueschingen gefahren. Jeweils einer der drei Publikumslieblinge und vier von der Jury ausgewählte Bands durften sich in Donaueschingen, Meßkirch und Konstanz vorstellen.

Die "Diamond Seagulls" absolvierten im Halbfinale ihren zweiten Gig überhaupt und fuhren hinter "Seven Purple Tigers" den zweiten Platz ein. Am Ende war es dann wieder der Publikumszuspruch, der die Gruppe als bester Zweitplatzierter ins Finale auf dem Freiburger Zeltmusikfestival katapultierte.

Als Warm-up, wurde eine Woche vorher ein Konzert im Rock-Café angesetzt. Fürs Finale wurde dann gemeinsam mit dem Bandsponsor, der Offenburger Destillerie "Happy End", ein Fan-Bus gechartert. 48 Musikfreunde feierten für 20 Euro bereits auf der Hinfahrt mächtig ab. Zum Paket gehörte neben der Fahrt und reichlich Freibier auch ein T-Shirt der Band.

Der Auftritt war dann die Wucht, wie die vier "Diamond Seagulls" betonen. "Eine tolle Stimmung, die Kulisse absolut geil." Nicht nur die vier Musiker hatten sich für die 20-minütige Show mächtig rausgeputzt. Die von der Band gelebte Einladung, aus dem Alltag auszubrechen, inspirierte auch die mitgereisten Fans, die sich mit Cowboystiefel und Leggins, bunten Hemden, Lederhandschuhen und Schminke in Schale warfen. Eine heutzutage eher seltene Reminiszenz an eine glamouröse Musikepoche.

Ob das bei der Jury angekommen ist? Zumindest bei den "Diamond Seagulls" und ihren Fans gibt es Zweifel. Letztlich sprang der vierte Platz hinter Matthias Ambs und seinem Trio "The Oriental Voodoo Conference", "Seven Purple Tigers" und der Siegerband "Qult" heraus.

Weitere Informationen: www.diamondseagulls.com

Die vier Musiker von "Diamond Seagulls" arbeiten an der Fortsetzung ihrer Karriere. Die nächsten Gigs sind geplant, irgendwann im Winterhalbjahr will die Band auch im Lahrer Schlachthof aufschlagen. Vorausgesetzt natürlich, der CIA funkt nicht wieder dazwischen.

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    20