Lahr Anwohner schlagen Alarm

Das Lahrer Klinikum soll in den nächsten Jahren aufwendig umgestaltet und erweitert werden. Foto: Archiv

Lahr - Anwohner haben in einem offenen Brief an Landrat Frank Scherer, OB Markus Ibert und weitere Entscheidungsträger gefordert, beim Umbau des Klinikums Rücksicht auf sie zu nehmen. Sie fürchten große Belastungen.

Offener Brief der Anwohner an Landrat

"Die zu erwartenden Baumaßnahmen werden unseren Alltag als Anwohner des Klinikviertels über geschätzte 13 Jahre hinweg stark beeinflussen", heißt es in dem Schreiben, das mehrer Familien und einzelne Anwohner unterschrieben haben – insgesamt mehr als 30 Menschen. Zu den Adressaten gehören auch die Fraktionen des Kreistags und des Lahrer Gemeinderats, die Geschäftsführung des Ortenau-Klinikums sowie die Bürgermeister Guido Schöneboom und Tilman Petters.

Die vergangenen Baumaßnahmen wie der Neubau des Bettenhauses Süd, des Ärztehauses und eines OP-Trakts, aber auch der Abbruch des Bettenhauses Süd hätten die Anwohner mitunter stark beeinträchtigt, heißt es in dem Schreiben. Diese Bautätigkeiten hätten auch ihren Häusern geschadet. "Zum Teil mussten aufgrund der Maßnahmen Ausgleichszahlungen geleistet werden."

Betroffene fordern mehr Mitsprache und Informationen

Trotz allem sei ihnen an einer guten Nachbarschaft gelegen. "Wir wissen den Wert eines nahen Krankenhauses zu schätzen. Wir bitten Sie aber auch, sich bewusst zu machen, dass dieses Klinikum mitten in einem Wohngebiet angesiedelt ist."

Die Anwohner formulieren mehrere Bitten, darunter "Information von Anfang an". "Nehmen Sie uns in der Planung mit und lassen Sie uns nicht, wie in der Vergangenheit mehrfach geschehen, Ihre abgeschlossenen Pläne aus der Zeitung erfahren", wird in dem Brief appelliert.

Stress im Alltag und Belastung der Gebäudestruktur

Neben den Bautätigkeiten hätten ihnen in der Vergangenheit auch die Verkehrsbelastung Sorgen bereitet. "Schwer beladene Baufahrzeuge und große Maschinen erschüttern unsere Häuser zum Teil kurz und kraftvoll, zum Teil aber auch in einer Art dauerhaften Vibration. Beide Schwingungsarten belasten die Gebäudestruktur unserer zum Teil hundertjährigen Häuser und sorgen für Stress im Alltag."

Die Anwohner wollen auch, dass in die Ausschreibung der Gewerke ein Be- weissicherungsverfahren­ aufgenommen wird. "Sollten sich Risse oder andere Schäden durch die Bautätigkeiten ergeben, bestehen wir auf eine korrekte Abwicklung."

Neubaugebiete sorgen für Konflikte und Parkdruck

Auch die Verkehrsleitung sollte ihrer Ansicht nach abgestimmt werden. Der Baustellenverkehr und der Privatverkehr durch die Neubaugebiete Hosenmatten und Altenberg hätten bereits zu Konflikten und erhöhtem Parkdruck geführt. Man habe bereits Probleme, die eigenen Grundstücke mit dem Auto reibungslos zu erreichen. "Je nach Park- oder Baustellensituation stellt manchmal schon das Verlassen mit dem Pkw ein Problem dar."

"Bei allem Verständnis für ein solch komplexes Bauvorhaben weisen wir Sie dennoch darauf hin, dass wir es nicht für angemessen halten, in einem reinen Wohngebiet in diesem Umfang und über einen solch langen Zeitraum zu arbeiten", steht in dem Schreiben. In der Vergangenheit seien auch an Samstagen und bereits in den frühen Morgenstunden lärm- und schmutzintensive Tätigkeiten verrichtet worden.

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