Lahr Anwohner befürchten Probleme

Ein dreigeschossiger Bau mit elf Wohnungen ist in der Leopoldtstraße geplant, erläuterte Wohnbau-Geschäftsführer Guido Echterbruch Foto: Mühl Foto: Lahrer Zeitung

Der geplante Neubau mit Sozialwohnungen in der Leopoldstraße stößt bei einigen Nachbarn auf wenig Gegenliebe: Sie befürchten wegen des Verkehrs Probleme. Das wurde bei der vorletzten Station der SPD-Sommertour am Donnerstag deutlich.

 

Lahr. Mit rund 40 Anwesenden stieß die SPD-Aktion auf großes Interesse Vor allem Anwohner wollten sich über Gedankenspiele der Städtischen Wohnbau informieren, auf einem leeren städtischen Grundstück ein neues Wohnhaus mit elf Wohneinheiten zu realisieren. Zahlreiche Gerüchte hatten rund um das Vorhaben im Vorfeld bereits die Runde gemacht, die meisten davon ohne Hintergrund. Ein Ärgernis aus Sicht von Bürgermeister Guido Schöneboom, der Anwohner zu beruhigen versuchte. "Mir ist zuweilen schleierhaft, woher diejenigen, die so etwas vermelden, ihre Kenntnisse beziehen", stellte Schöneboom klar. Das übergeordnete Thema der Veranstaltung war bezahlbarer Wohnraum in Lahr. Roland Hirsch, Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion, zeigte ein generelles Dilemma auf. Einerseits wachse Lahr schneller als prognostiziert, was Druck erzeuge, entsprechenden Wohnraum zur Verfügung zu stellen. 20 Prozent davon müssen laut einer vom Gemeinderat beschlossenen Klausel in den Bereich sozialer Wohnungsbau fallen. Die räumlichen Möglichkeiten für diese Angebote seien indes begrenzt.

Guido Echterbruch, Geschäftsführer der Städtischen Wohnbau, stellte Einzelheiten zum Bauvorhaben vor. Vorgesehen sei auf dem 1230 Quadratmeter großen Grundstück ein dreigeschossiger Bau mit Flachdach. Im Erdgeschoss sollen drei barriere-freie Wohnungen entstehen, in den beiden Obergeschossen jeweils Zwei- oder Dreizimmer-Wohnungen. Alle Wohnungen sollen mit Terrasse beziehungsweise Balkon ausgestattet werden sowie ebenerdigen Duschen. Zum Haus sollen 14 Stellplätze gehören, das gesamte Vorhaben rund 1,7 Millionen Euro kosten. Die Kaltmiete soll bei rund sechs Euro pro Quadratmeter liegen, somit 33 Prozent unter dem üblichen Marktpreis.

Es entwickelte sich eine angeregte Diskussion zwischen Vertretern der Stadt und den Anwohnern. Diesen schienen 14 Stellplätze nicht ausreichend, zumal es in der Leopoldstraße ohnehin bereits verschiedene Probleme gebe. "Die Straße ist oftmals so zugeparkt, dass nicht einmal mehr Busse durchkommen", sagte ein Anwohner. Ein anderer Anwohner argumentierte: "Das gesamte Areal ist nicht auf diese Mengen von Verkehr ausgelegt", eine weitere Kritik bezog sich auf die Lärmbelastung aus Richtung B 3 her.

Während Echterbruch durch den Neubau "keine Verschattungs-Situation für die Nachbarschaft" sah, aber einräumte, "dass wir es nicht jedem recht machen können", mahnte Bürgermeister Schöneboom zur Geduld. "In Innenstädten herrschen immer Lärm und Emissionen vor. Das werden wir auch nicht komplett ändern können", hielt er fest. In Sachen Parkproblematik gerade im Großraum Bahnhof sprach SPD-Stadtrat Walter Caroli das Thema gesamtstädtisches Verkehrskonzept an. Das Ganze sei zwar beauftragt, habe wegen der Landesgartenschau aber verschoben werden müssen. 2019 sollen aber erste Schritte getätigt werden. Schöneboom sicherte zu, Punkte wie die Situation im Einbahnstraßen-Bereich, die im rückwärtigen Bereich über die Leopoldstraße erfolgende Anlieferung des in der Schwarzwaldstraße gelegenen Lebensmittelmarkts, Anwohnerparken und die Feuerwehrzufahrt prüfen zu lassen.

Die Städtische Wohnbau stellt in Lahr ein Kontingent von 1300 Wohnungen zur Verfügung. Jährlich werden etwa 120 bis 130 Wohnungen frei. 64 Prozent der Wohnungssuchenden seien laut Geschäftsführer Guido Echterbruch Lahrer. Zur Berechtigung, eine städtisch geförderte Wohnung zu beziehen, sind die Einkommensgrenzen angehoben worden. Bei Einzelpersonen liegt die Grenze bei einem Brutto-Jahreseinkommen von 48 000 Euro, für eine vierköpfige Familie bei 64 000 Euro.

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