Lahr Anruf rettet die Hängebrücke

Lahr/Vechta - In drei Monaten soll Lahrs Landesgartenschau eröffnet werden – und noch immer ist die Hängebrücke über die Bundesstraße nicht fertig. Damit das doch noch klappt, hat OB Müller eingegriffen und die norddeutsche Stadt Vechta um Hilfe gebeten.

 

Wer zuhause Handwerker braucht, muss meist lange warten. Wer eine Brücke für fünf Millionen Euro bauen lässt, dem geht es nicht besser. Diese Erfahrung hat die Landesgartenschau-Gesellschaft jetzt gemacht. Sie hat bei einer Spezialfirma im Raum Osnabrück die elegant-markante Hängebrücke bestellt, die die beiden Geländebereiche der Gartenschau miteinander verbinden soll. Ein wichtiger Baustein der Schau. Vermutlich sogar der wichtigste überhaupt, denn ohne die Brücke werden Bürgerpark und Seepark nicht miteinander verbunden – und das ganze Konzept der LGS 2018 würde nicht funktionieren.

Entsprechend nervös waren die Organisatoren, als sie hörten, dass der Brückenbau zeitlich ziemlich knapp werden könnte. Selbst die Herstellerfirma schlug Alarm und riet den Lahrern zu einer höchst ungewöhnlichen Maßnahme: Sie sollten doch bitte mal bei der Stadt Vechta anrufen. Diese habe bei der Brückenfirma ebenfalls eine Brücke im Bau. Vielleicht könnte man deren Herstellung etwas verschieben, um die wichtige Lahrer Brücke rechtzeitig gefertigt zu bekommen?

OB Müller, bekannt für seine charmante, gewinnende Art, mit Menschen umzugehen, rief im hohen Norden bei seinem Amtskollegen Helmut Gels an. Und siehe da: Nach dem Telefonat war die Sache geritzt. Die Lahrer Brücke bekam beim Hersteller Vorfahrt und die Vechtaer Brücke wurde zeitlich nach hinten geschoben. Die hatte, so war in Vechta zu erfahren, ohnehin schon Verspätung. "Wir haben Verständnis für die besondere Lage, in der sich die Stadt Lahr befindet. Daher haben wir unsere Unterstützung gerne zugesagt. Wir stehen nicht unter einem derartigen Zeitdruck und können es vertreten, dass die Brücke einen Monat später fertig wird als geplant. Der Stadt Vechta entsteht dadurch kein Schaden. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass wir – natürlich abhängig von den Witterungsbedingungen – unseren neu gesteckten Zeitplan einhalten können", erklärte Vechtas Bürgermeister Gels gegenüber unserer Zeitung. In Vechta wurde die dortige Verzögerung mit Gelassenheit aufgenommen, berichtet die "Oldenburgische Volkszeitung".

Und Lahr? "Wir sind jetzt im Zeitplan. Der Pylon kommt in der zweiten Januarhälfte und im Februar soll die Brücke dann ganz fertig sein", gibt sich LGS-Chefin Ulrike Karl optimistisch.

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