Lahr Amateursport geht in die Winterpause

Nicht nur die Handbälle müssen aufgrund der Verlängerung des Teil-Lockdowns im Ballwagen bleiben. Foto: Archiv Foto: Lahrer Zeitung

Was sich bereits abgezeichnet hatte, ist nun Realität: Der Teil-Lockdown wird verlängert, der Amateursport muss daher mindestens bis zum Jahresende pausieren. Wann und wie es mit dem Spielbetrieb danach weitergeht, ist noch völlig offen.

Es war vor allem ein Satz in der Mitteilung von Tischtennis Baden-Württemberg (TTBW), der das ganze Dilemma des Amateursports in Corona-Zeiten ausdrückt. In eben dieser Mitteilung hatte der Verband Anfang der Woche verkündet, dass in diesem Jahr auf Verbands- und Bezirksebene nicht mehr gespielt wird, die Saison soll 2021 als Einfach-Runde beendet werden. Zum weiteren Saisonverlauf äußerte sich TTBW wie folgt: "Ob eine Fortsetzung im Januar nächsten Jahres möglich ist, steht in den Sternen."

Aufgabe für Verbände

Tatsächlich bräuchten die Funktionäre wohl eine Glaskugel, wenn sie die weitere Saison planen. Seit Mittwoch ist aber zumindest eines klar: In diesem Jahr kann nicht mehr gespielt werden, Amateur- und Freizeitsport ist verboten. Für die Verbände heißt das, dass nun neue Szenariengreifen müssen. Doch nicht nur die Entscheider im Tischtennisverband müssen unter unklaren Bedingungen planen. Denn schon am Mittwoch ließ Bundeskanzlerin Angela Merkel anklingen, dass die Einschränkungen wohl auch Anfang Januar noch gelten werden. Das könnte dann für den weiteren Saisonverlauf zu einem echten Problem werden.

Noch kein Starttermin klar

Denn einige Spielpläne sehen keine lange Winterpause vor, spätestens Mitte Januar soll beispielsweise im Handball wieder gespielt werden. Ohne ausreichende Vorbereitungszeit für die Vereine – bislang war immer von etwa 14 Tagen die Rede – muss den Teams eingeräumt werden. Sollte also erst Mitte Januar wieder der Trainingsbetrieb anlaufen, wäre Anfang Februar der frühestmögliche Termin zum Re-Start.

Gibt’s Modus-Änderung?

Eines scheint spätestens nach der Entscheidung der Politik vom Mittwoch klar: Eine reguläre Saison mit Hin- und Rückrunde kann es nicht mehr geben. Das dürften auch die Spielplaner bei den verschiedenen Vereinen wissen, teilweise wurden auch schon der Modus angepasst. Erste Verbände hatten daher bereits ihren Modus geändert: Im Tischtennis wird etwa nur eine Einfach-Runde gespielt, in der dritten Volleyball-Liga sind nach der Vorrunde ein Play-offs geplant, im Handball gilt es als wahrscheinlich, dass die Endrunde verkürzt wird. Und auch beim Fußball rechnet kaum noch jemand damit, dass die reguläre Saison mit teilweise mehr als 30 Spieltagen über die Bühne gebracht werden kann.

Sorgen für Vereine

Besonders schwer getroffen, werden von dem Lockdown wohl die Vereine. Bereits seit November findet kein Trainingsbetrieb mehr statt, weitergeht es wohl erst im Januar. Vor allem für die Jugendarbeit wird das eine Herausforderung. Schon Ende Oktober hatten einige Vereinsvertreter die Sorge geäußert, dass es durch den zweiten Lockdown schwer werden könnte, die Jugendspieler "bei der Stange zu halten", wie es etwa Manfred Kurz, Vorsitzender der SG Scutro, ausdrückte. Die verlängerten Maßnahmen bis mindestens Ende Dezember dürften diese Sorge wohl zusätzlich vergrößern.

Es war keine Überraschung, dass am Donnerstag verkündet wurde, dass die Fußball-Oberliga in diesem Jahr nicht mehr spielt. Denn die fünfte Liga ist klar dem Amateursport zuzuordnen. Etwas anders sieht es in der Regionalliga aus, in der es seit Wochen Diskussionen um eine mögliche Fortführung im Jahr 2020 gibt. Einige Vereine – darunter der Bahlinger SC – haben sich für eine Pause bis Januar ausgesprochen. Andere Teams, hauptsächlich Profi-Mannschaften drängen auf einen schnellen Re-Start. Die Entscheidung darüber dürfte in Rheinland-Pfalz fallen. Denn dort dürfen noch nicht alle Regionalligisten trainieren. Wie es in der Liga weitergeht, wird wohl bald entschieden.

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