Lahr Altrocker haben es noch drauf

Die Bandmitglieder von IFE-United haben im Stiftsschaffneikeller gezeigt, dass sie ihr Publikum begeistern wie eh und je. Foto: Breuer

Lahr - Sie haben die Rocker in sich aufleben lassen, gesungen und die Hüften geschwungen: Die Band IFE-United feierte am Samstagabend im Stiftsschaffneikeller mit zahlreichen Gästen und in Zusammenarbeit mit dem Kulturkreis ihr 50-jähriges Bestehen.

"Gebt mir ein I, gebt mir ein F, gebt mir ein E – Gebt mir ein United!" Thorsten Mietzner, seines Zeichens Stadthistoriker und sonst eher mit vermeintlich trockenen Themen befasst, erstaunte so manchen Besucher. Der 55-Jährige stand auf der Bühne und gab, nach kurzen einweisenden Worten zur Band, den Anheizer, rief das Publikum laut auf, die Musiker zu begrüßen. Mit Erfolg, sowohl bei den Musikern, die daraufhin die Bühne in Beschlag nahmen, als auch beim Publikum, das er in die richtige Stimmung brachte.

Wer die Gruppe von Anfang an kennt, ist heute um die 70 Jahre alt. "Ü-70-Party" nannte Mietzner die Veranstaltung deshalb. An den beiden Seiten des Kellers gab es einige Stuhlreihen, die auch besetzt waren. Wer aber noch gut zu Fuß ist, war in der Mitte des Raums zu finden – anfangs noch stehend, später um zu tanzen und einen ausgelassenen Abend zu feiern. Als moderne Fans einer Band aus längst vergangener Zeit zückten viele Besucher ihre Handys, um den Auftritt ihrer ehemaligen Lieblingsgruppe als Erinnerung aufzunehmen.

Grund zum Tanzen gab es zur Genüge. Die Band hatte 33 Stücke auf ihrer Playlist, alle von großen Künstlern, überwiegend aus den 60ern. Von Joe Cocker – ein Paradestück für Wolfgang Lauer – über die Spencer Davis Group und Bob Dylan bis hin zu den Doors und den Beatles, das Programm war vielseitig und wurde viel bejubelt.

Die Musiker, die bis auf Stefan Maier an der Gitarre zum Kern der ursprünglichen Band gehören, gaben alles. Dass sie selbst schon an die 70 sind, war nicht zu erkennen. Maier, der jüngste im Bunde, ließ seine Gitarre singen und kreischen, gab Soli, die begeisterten. Isolde Wawrin interpretierte die Songs mit starker Stimme. Horst Munz drosch auf sein Schlagzeug ein und gab damit perfekt den Rhythmus vor. Roland Zitzlaff ließt die Finger über die Tasten rocken und holte aus dem Keyboard, was es herauszuholen gibt. Der extra aus Kanada angereiste Doug Grose ergänzte Wawrin mit seiner angenehmen Stimme.

Dass die Kultband der 60er-Jahre, die es fast zur Professionalität geschafft hat, nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen wurde, versteht sich von selbst. Drei Extra-Nummern wurden gefordert, bevor die Musiker ihre Instrumente endgültig zur Seite legten.

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