Lahr Alte Tabletten gehören nicht in den Hausmüll

Lahr - Alte Autobatterien sind Sondermüll. Daher bietet das Abfallwirtschaftsamt des Landkreises mehrmals im Jahr Sammelstellen an, wo Sondermüll abgegeben werden kann. Der Andrang am Samstagmittag am Parkplatz vor dem Stadtpark war groß.

Neben Öl oder Säuren sind Farbreste oder Medikamente, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, Müll, der unbedingt gesondert eingesammelt und entsorgt werden muss. Spraydosen gehören zu der Kategorie sowie Batterien oder Akkus. Energieträger für Kameras oder Taschenlampen lassen sich fast überall gesondert entsorgen. Entsprechende Behälter sind in jeder Gemeinde und auch an nicht gerade wenigen Supermärkten zu finden.

Was macht man aber mit einer defekten Autobatterie oder dem Akku aus dem alten Laptop? Und: Eine Schachtel mit Kopfschmerztabletten von anno dazumal ist genauso Sondermüll, der nur an den Sammelstellen getrennt entsorgt wird.

Die Sonne hat gegen die Mittagszeit über Lahr gestrahlt. Daher war der Parkplatz direkt gegenüber dem Eingang des Stadtparks belegt. Das waren allerdings eher Familien oder Spaziergänger, die den Stadtpark besucht haben. Auf dem unteren Teil des Parkplatzes – vis-à-vis dem halb abgerissenen Nestler-Gebäude – standen mehrere Lkws und Menschen, die diese Gelegenheit nutzen und ihren Sondermüll ordentlich entsorgen wollen.

Die Wartenden bildeten mehrere Reihen. Alle ohne Ausnahmen trugen Masken und hielten Abstand voneinander. Da die Farbeimer, die massenhaft abgeben wurden, alle längst eingetrocknet waren, dienten die FFP2-Masken allerdings "nur" dem gegenseitigen Schutz vor einer Corona-Ansteckung. An einer Theke nahmen die Mitarbeiter alles an. Die weitere Sortierung übernahmen die Fachleute.

Einer der Mitarbeiter der vom Amt beauftragen Firma zeigte bei unserem Besuch auf einen der Lkws. "So viel war es noch nie." Gegen 13 Uhr passten da nicht mehr viele Farbeimer hinein. Der Andrang wurde zwei Stunden vor Ende der Aktion eher mehr.

Mittlerweile nahmen einige der Abgabewilligen einen kurzen Fußweg in Kauf. Beim Tragen halfen die Kinder mit. Bei der Sammlung von abgelaufenen Medikamenten würde es ähnlich aussehen, so die Auskunft. Wenn die Lkws nicht ausreichen würden, hätten die vier Mitarbeiter, die zwischen 9 und 13 Uhr den Sondermüll angenommen haben, den überzähligen Abfall zunächst neben den Fahrzeugen aufgestellt. Dann hätte man nachgesehen, wo es noch Platz gibt und dort entsprechend weiter aufgestapelt.

Problemabfälle können Schäden anrichten

Problemabfälle aus Haushalten – auch Sondermüll genannt – sind Stoffe, die üblicherweise in kleinen Mengen anfallen und bei einer Entsorgung über den normalen Hausmüll Nachteile und Schäden für Personen, Fahrzeuge, Entsorgungsanlagen und Umwelt hervorrufen können. Daher müssen sie getrennt erfasst und in speziellen Anlagen sicher entsorgt werden.

Zu den Problemabfällen zählen unter anderem Farben und Lacke, Lösemittel, Batterien, Speiseöle und Frittierfette, Altöle, Chemikalienreste, Imprägnier- und Holzschutzmittel, Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel, Leuchtstoffröhren, Halogen- und Energiesparlampen, Säuren, Laugen, Salze, Feuerlöscher, Quecksilberthermometer und Altmedikamente.

Als Elektro- und Elektronik-Kleingeräte gelten unter anderem Radio- und Fernsehgeräte, Computer, Kaffeemaschinen sowie Staubsauger. Nicht angenommen werden Elektro-Großgeräte wie beispielsweise Wasch- und Spülmaschinen. Dafür gibt es die Deponien, wie sie in Sulz oder auf dem Schönberg zu finden sind.

Da es viele Arten von Müll gibt, ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Eine umfassende Auflistung von Problemabfällen gibt es auf der Internetseite des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft unter www.abfallwirtschaft-ortenaukreis.de.

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