Lahr Alte Flugzeug-Bunker müssen weichen

Lahr - Die Flughafen-Gesellschaft IGZ räumt am Flugplatz auf. Vier alte Beton-Hallen werden derzeit abgerissen. So wird Platz für neue Firmen geschaffen, die sich neben Zalando ansiedeln sollen. Konkrete Interessenten für das Areal gibt es allerdings noch nicht.

Abbau der Schutzbauten ist sehr kostspielig

Riesige Spezialbagger zerstören in diesen Tagen mit großer Kraft, was einst zum Schutz von Kampfflugzeugen gebaut worden war: Vier alte Beton-Hallen aus Zeiten der Kanadischen Streitkräfte werden direkt neben dem Zalando-Logistiklager dem Erdboden gleichgemacht. Man sieht die Bauarbeiten im Vorbeifahren auf der Autobahn Richtung Offenburg.

"Wir wollen für die Zukunft vorbereitet sein", erklärt Daniel Halter, der Geschäftsführer der IGZ-Industrie- und Gewerbezentrum Raum Lahr GmbH, der Dachorganisation für die Entwicklung des Flugplatzgeländes auf den Gemarkungen Lahr und Friesenheim. Seit einem Jahr steuert er die Gesellschaft, die zuvor der heutige Lahrer OB Markus Ibert lenkte.

"Wir lassen insgesamt vier dieser sogenannten Shelter abreißen", erklärt Halter auf Nachfrage der Lahrer Zeitung. Shelter ist englisch für "Schutz" und ebensolchen haben die massiven Beton-Hallen im Kalten Krieg für die darin geparkten Kampfflugzeuge der Kanadier geboten. Sie sollten vor feindlichen Angriffen aus der Luft geschützt sein.

Entsprechend wuchtig waren die Hallen gebaut worden, mit dickem Betonpanzer außen und schützendem Stahlmantel innen. Riesige Rolltore an einer Seite der Hangars ließen sich öffnen.

Der Abbau dieser einst sehr teuren Schutzbauten ist ebenfalls kostspielig. Eine solche Halle niederzumachen verschlingt rund 120 000 Euro. Bei vier Hallen also knapp eine halbe Million Euro. Diese Kosten bleiben jedoch nicht an der IGZ hängen, sondern werden noch mit dem Verkäufer verrechnet, der staatlichen BIMA, die für den Bund einst der Stadt Lahr den Flugplatz verkauft hat.

Langfristige Planungum bei Nachfrage schnell reagieren können

Spezialbagger beißen nun buchstäblich die Hallen klein. Sie haben immense Kräfte, die für die Zerkleinerung der Betonhülle auch nötig sind. Die Hallen machten bis zuletzt einen noch äußerst soliden und robusten Eindruck. Außen zwar etwas moosig grün bewachsen, aber haltbar fast für die Ewigkeit, so schien es bisher.

Schon für das Zalando-Zentrum waren mehrere dieser Betonbunker abgerissen worden. Drum herum stehen noch zahlreiche weitere, vor allem von der etwas erhöhten Autobahn aus zu sehen.

Die jetzt bald dem Erdboden gleichgemachten vier Hangars stehen seitlich vor und südlich neben dem Zalando-Gelände. Der Logistik-Riese und Modehändler hat an diesem Nachbargelände allerdings kein Interesse, sagt Halter auf Nachfrage.

Auch sonst sei noch kein konkreter Interessent für die insgesamt 14 Hektar Fläche in Sicht. Allerdings hoffen IGZ-Chef Halter und OB Markus Ibert auf eine Wiederbelebung der Wirtschaft in absehbarer Zeit – und auf weitere Firmen, die sich am logistisch hervorragend gelegenen Gelände direkt an der Autobahn und am Flugplatz ansiedeln wollen.

In der Vergangenheit waren diese Flächen vor allem für Firmen mit riesigem Flächenbedarf höchst interessant. Mehrere Unternehmen hatten sich dort angesiedelt und Mega-Logistikhallen errichtet. Derzeit, so Halter, gebe es so gut wie keine größeren Flächen mehr, die schnell zu bebauen wären. "Daher planen wir langfristig und wollen bei Nachfrage schnell reagieren können."

Schon im Januar, wenn das Wetter mitspielt, soll direkt neben den jetzt abgerissenen alten Hallen mit dem Bau eines neuen Radwegs begonnen werden. Er soll dann im Frühsommer fertig sein.

Um die Verkehrssicherheit in diesem Bereich zu erhöhen und die Nutzung von Fahrrädern für den Weg zur Arbeitsstelle attraktiver zu gestalten, plant der Zweckverband, den bestehenden Geh- und Radweg Richtung Norden weiter auszubauen.