Lahr Kasse ohne Kassierer und Gastro-Stationen: Sanierung des E-Centers für sieben Millionen

Lahr - Für die Kunden und Mitarbeiter des Arena-Einkaufsparks ist zurzeit manches anders, denn der Supermarkt wird im laufenden Betrieb umgestaltet. Der Aufwand wird sich lohnen, versprechen Uwe und Gerd Kohler.

Umbau ist belastend 

Die Brüder – beide sind Geschäftsführer und Inhaber ­– räumen im Gespräch mit unserer Redaktion ein, dass der Umbau eine Belastung für die Belegschaft ist. Zwar sind die Flächen, auf denen gerade gearbeitet wird, mit Planen verhängt, doch es ist nicht zu überhören, wenn gesägt, gebohrt oder gehämmert wird.

Im E-Center werden Sortimentsbereiche hin- und hergeschoben, um Platz zu schaffen für das Verlegen neuer Fliesen oder Arbeiten an der Decke, die ebenfalls erneuert wird.

Sieben Millionen Euro insvestieren

 Großes Ziel: In die Modernisierung des Einkaufszentrums werden sieben Millionen Euro investiert. Für drei Millionen werden Heizung und Lüftung auf den neuesten Stand gebracht, sodass die Energieeffizienz steigt, und vier Millionen Euro fließen in die Umgestaltung der Ladenflächen – etwa in neue, längere Bedienungstheken, neue Kühlregale und zwei Gastro-Stationen.

Gastro-Ecke zur Stärkung

Denn in Zukunft sollen die Kunden im Markt speisen können. "Wenn alles fertig ist, wird die Arena unter den modernsten Einkaufsmärkten Deutschlands sein, das ist das Ziel", sagt Uwe Kohler. "So wie wir bereits bei der Eröffnung einer der modernsten Läden waren." Der Arena-Park wird am 24. Mai 20 Jahre alt – bis dahin soll die Anfang Januar begonnene Modernisierung abgeschlossen sein.

Neuerungen: Der Wettbewerb in der Branche sei hart, "die Discounter rüsten auf", so Uwe Kohler. Deshalb müsse man die eigenen Märkte auf dem neuesten Stand halten. Alle 18 bis 20 Jahre sei eine Generalsanierung unumgänglich, für die sich beim E-Center in der Arena der 20. Geburtstag angeboten habe.

Nach dem 24. Mai wird in dem 3600 Quadratmeter großen Markt vieles neu sein. So wird es zwei Gastro-Inseln geben, an denen italienische und asiatische Speisen angeboten werden. Während des Einkaufs können die Kunden sich dann mit Pizza, Pasta, Sushi oder Wok-Gerichten stärken. "Die Händler müssen lernen, Gastronomen zu sein", ist Uwe Kohler überzeugt, denn die Kunden würden es so wollen.

Größer und mehr

In eine Gastro-Insel wird außerdem die (vergrößerte) Käse-Theke integriert. Es wird mehr Kühlregale geben, sodass der Anteil der Frische-Produkte steigt. Auch beim Obst und Gemüse soll das Angebot wachsen. Man setzt auch verstärkt auf kulinarische Innovationen von Start-­Up-Betrie­ben.

Unverpackt-Ecke

Manche Lebensmittel –­ etwa Mehl, Kaffee oder Trockenfrüchte – werden die Kunden in mitge­­brachte Gefäße selbst abfüllen können. Die Zeitschriften-Abteilung wird ebenfalls vergrößert und an den Platz wandern, an dem heute noch Backprodukte angeboten werden. Dort wird es dann auch eine Toto-Lotto-Annahmestelle geben.

Kassen mit und ohne Kassierer

Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Digitalisierung des Markts. So werden die Warenpreise künftig auf Displays statt Papieretiketten gezeigt – die elektronische Preisauszeichnung reduziert den Aufwand für die Beschäftigten.

Außerdem werden die Kunden ihre Waren selbst einscannen können. Und zwar nicht erst an der Kasse, sondern schon während sie einkaufen. Wer sich vorher die entsprechende App herunterlädt, kann seinen Einkauf dann auch mit dem Handy scannen. Am Ende bezahlt man an einer SB-Kasse – ohne die Produkte aus dem Wagen holen zu müssen.

Sechs dieser Kassen, an dernen die Kunden die Waren eigenständig scannen und bezahlen, wird es geben. An neun weiteren Kassen werden sie wie bisher von einem Kassierer bedient, wenn ihnen das so lieber ist. ­

 Mehr Personal

Die Kohler-Gruppe betreibt zwölf Supermärkte und einen Drogeriemarkt (Budni in der Arena) mit insgesamt knapp 500 Mitarbeitern. Allein 78 Vollzeitstellen hat der Supermarkt in der Arena, in dem nach dem Umbau personell aufgestockt wird – trotz der neuen SB-Kassen. Die zusätzlichen Mitarbeiter braucht es an den beiden Gastro-Inseln.

Dem Personal kommt nach Überzeugung der Kohlers eine Schlüsselfunktion zu. Die Brüder wollen, dass das E-Center in der Arena trotz seiner Größe und der modernen Weiterentwicklungen die Freundlichkeit eines Tante-Emma-Ladens besitzt.

Mehr Nachwuchs

Dazu würden Mitarbeiter gehören, die sich Zeit für die Kunden nehmen. Auch in den Nachwuchs wird investiert, die Kohler-Gruppe vergibt in diesem Jahr 55 Lehrstellen, so viele wie noch nie. Im E-Center in der Arena sollen acht Azubis eingestellt werden.

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