Lahr Alle Erwartungen wurden übertroffen

Lahr - Das Onlinefestival "We live" hat sich zu einer Erfolgsgeschichte gemausert. Seit Sonntag ist das Konzert der Gruppe "Von Welt" online. Rund 200 Menschen haben den Stream live verfolgt, mittlerweile wurde das Video rund 20 000 Mal geklickt. Drei der insgesamt sechs Konzertfilme aus dem Lahrer "Schlachthof" sind nun also online, die vorläufige Halbzeitbilanz übertrifft alle Erwartungen. Das vor vier Wochen als erstes gepostete Konzert mit Dominik Büchele und "Umleitung" wurde auf den Plattformen Facebook und Youtube gut 27 000 Mal aufgerufen. Der zweite Akt, das Konzert der Freiburger Formation "Qult" liegt nur knapp dahinter.

Düstere Bilder und Jugenderinnerungen

Seit Sonntagabend ist nun auch der wieder mit zehn Kameras eingefangene Konzertmitschnitt der Gruppe "Von Welt" am Start. Eine knappe Stunde Post-Rock mit deutschen Texten, harten Riffs und elektronischen Einsprengseln, aber immer wieder auch feinere Zwischentöne. Nicolas Kuri (Gesang, Gitarre), Steffen Engler (Gitarre), Nicolai Hoch (Bass) und Patrick Moser (Schlagzeug) haben die Gunst der Stunde genutzt und bei dem Auftritt schon einmal die Songs des am 24. Juli erscheinenden Albums "Schwarz" vorgestellt. Düstere Bilder und Jugenderinnerungen, eine zornige Abrech-nung mit dem Zeitgeist, eingeleitet mit Worten von Greta Thunberg. "Verschwende deine Jugend", ein Bekenntnis zur Musikkarriere, ohne Reisleine und doppelten Boden.

Beeindruckend aber auch die Leistung der Crew, des Teams der Rockwerkstatt und der Mannschaft des Film- und Tonstudios "Punchline", der Brüder Maik und Pirmin Styrnol. Pirmin ist für den Ton zuständig, Maik für den Schnitt der Bilder. In jeden der Konzertfilme werden rund zwei Wochen Bearbeitungszeit und jede Menge Herzblut investiert.

Während andere in ähnlichen Projekten mit dicken Budgets aufwarten, sind die beiden mit ihrem Team in Vorleistung gegangen. Parallel zur Veröffentlichung werden weitere Sponsoren gesucht, in den Streams wird immer wieder das Logo ihres Crowdfunding eingeblendet. Ein paar Tausend Euro sind mittlerweile hereingekommen, Maik und Pirmin Styrnol, die Crem der Rockwerkstatt hoffen, dass am Ende neben der Deckung der Produktionskosten auch etwas für die Bands abfällt, die das Onlinefestival mit Leben füllen.

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