Lahr Abitur im Ausnahmezustand

Bereits die Abiturprüfungen 2020 wurden am Scheffel-Gymnasium unter Pandemie-Bedingungen abgelegt – diese Aufnahme entstand kurz vor Beginn der Deutsch-Prüfung.    In diesem Jahr schreiben die Scheffel-Abiturienten ihre meisten schriftlichen Prüfungen in der Mehrzweckhalle im Bürgerpark.                                                                                                                                                                                                                                                                                     Foto: Archivfoto: Baublies

Lahr - Die schriftlichen Abiturprüfungen sind wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr später als üblich. Ernst wird es für die Schüler an diesem Dienstag ab 9 Uhr mit dem Fach Deutsch.

Halbe Stunde mehr Zeit

Nach einem Jahr Corona-Schule mit Unterrichtsausfällen und Fernlernen geht es für die Abschlussklassen auf die Zielgerade. Dabei ist in diesem Jahr Vieles anders, auch der Zeitplan. Denn ohne die Pandemie wäre der 4. Mai nicht der erste, sondern bereits der letzte Tag der schriftlichen Prüfungen – dann mit Mathematik. Doch der schriftlichen Mathe-Prüfung müssen sich die Abiturienten nun erst am 17. Mai stellen.

Das Kultusministerium hat die Prüfungstermine verschoben, um den Abiturienten mehr Zeit fürs Lernen zu geben. Ein Zugeständnis an die Schüler, da die Pandemie den Unterricht durcheinandergewirbelt hatte. Ein weiteres besteht darin, dass sie die Prüfungen auch zum Nachtermin im Juni ablegen können, wenn sie das wollen.

Eine Option, die am Max-Planck-Gymnasium (MPG) keiner gezogen hat. Dort sind es in diesem Jahr 71 Abiturienten – ein durchschnittlicher Wert, wie der stellvertretende Schulleiter Dieter Faißt auf Nachfrage mitteilt. Alles andere als normal sei aber das Schuljahr gewesen angesichts der Pandemie und ihrer Begleiterscheinungen. Trotzdem gehen die Schüler gut vorbereitet in die Prüfungen, ist Faißt sich sicher.

Für die Abschlussarbeiten haben die Schüler in diesem Jahr eine halbe Stunde mehr Zeit – ein weiteres Zugeständnis wegen der Härten der Pandemie. Konkret bedeutet das etwa, dass den Absolventen für die schriftliche Prüfung im Fach Deutsch jetzt fünf Stunden und 45 Minuten zur Verfügung stehen.

Ohne die Pandemie wären es "nur" fünf Stunden und 15 Minuten. Während dieser ganzen Zeit müssen die Schüler eine Maske aufhaben, und natürlich wird bei der Prüfung in der MPG-Aula auch ein Sicherheitsabstand zwischen den Tischen eingehalten.

Am Clara-Schumann-Gymnasium sind es 69 Abiturienten, ebenfalls ein normaler Wert, so Schulleiter Joachim Rohrer. Zwei Schüler hätten sich für den Prüfungs-Nachtermin entschieden, da sie länger krank gewesen seien und Stoff nachzuholen hätten.

Rohrer ist sich sicher, dass die Absolventen an seiner Schule "faire Abiturprüfungen" haben werden, da auch das Fernlernen gut funktioniert habe. Für die schriftlichen Prüfungen verteile man die Schüler auf mehrere kleinere Räume, um den Sicherheitsabstand gewährleisten zu können. "Das ist natürlich dann auch personalintensiv", so der Rektor.

Das Scheffel-Gymnasium hat 78 Abiturienten, von denen keiner auf die Nach-Prüfungen im Sommer ausweichen will. "Die Schüler wollen jetzt zeigen, was sie können, wie Rennpferde vor dem Start", so Rektorin Antje Bohnsack.

Auch sie ist sich sicher, dass "ihre" Absolventen gut vorbereitet in die Prüfungen gehen, da die Digitalisierung an der Schule weit fortgeschritten sei und der Fernunterricht "sehr gut" funktioniert habe. Die "Scheffel"-Abiturienten legen ihre meisten schriftlichen Prüfungen dabei erstmals in der Mehrzweckhalle im Bürgerpark ab, da in der Schule gerade größere Sanierungsarbeiten laufen. Auch die Deutsch-Prüfungen laufen dort.

Am IBG gibt es 121 Prüfungsteilnehmer. Die Planung gestaltete sich aufgrund der Corona-Auflagen besonders schwierig, teilt die Schule mit. Dank großer Räume wie der Aula und der Sporthalle könne man jedoch alle Abiturienten unterbringen, so Schulleiterin Claudia Cassiani. Neben den vier schriftlichen Prüfungen müssen die Abiturienten Anfang Juli noch mindestens eine mündliche Prüfung absolvieren

Info

Wer die schriftliche Abiturprüfung ablegen will, muss einen negativen Corona-Test vorlegen, der höchstens einen Tag alt sein darf, so das Kultusministerium. Schüler, die nicht aktuell getestet worden sind, müssen die Prüfung in einem Extra-Raum schreiben.

Eine Verordnung, die die Schulen in die Bredouille bringt – sie müssen zusätzliche Aufsichtspersonen und Räume bereithalten. Schüler mit positivem Testergebnis dürfen nicht an den Prüfungen teilnehmen, sondern müssen in Quarantäne.

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