Lahr Abi unter neuen Vorzeichen

Lahr - Das schriftliche Abitur hat begonnen – ganz im Zeichen von Corona mit Abstandsregeln und Hygieneschutzverordnung. Am Mittwoch waren die Deutsch-Prüfungen dran. Tenor hinterher unter "Scheffel"-Schülern: Die Aufgaben waren machbar.

Schutzmaske und Sicherheitsabstand sind inzwischen Routine geworden 

Wenige Minuten vor dem Einlass sind die meisten Abiturienten bereits vor dem Scheffel-Gymnasium versammelt. Fast alle tragen eine Schutzmaske. Auch die Sicherheitsabstände sind inzwischen Routine. Kurz bevor es losgeht, erzählt eine junge Frau, dass sie am Morgen einen "Soundtrack zur Entspannung" gehört habe. Eine Freundin erklärt, das sie einen Rhabarberkuchen backen wird, "wenn das hier vorbei ist". Eine dritte ärgert sich, dass die Feier zu ihrem 18. Geburtstag am heutigen Freitag wegen der Corona-Pandemie ausfallen wird.

Am Eingang desinfiziert jeder seine Hände und gibt seine Tasche und sein Handy ab. Die Deutschklausur wird nicht nur in der geräumigen Aula –­ ansonsten der Platz für Theaterbühne und Publikum – geschrieben. Einige Prüflinge nehmen auch in der Mensa Platz. Auch zwei Klassenzimmer werden genutzt, damit die Schüler Abstand voneinander halten können.

Deutsch-Abiturienten können zwischen fünf Themen wählen 

Kurz vor neun Uhr begrüßt Konrektorin Antje Bohnsack die Gruppe in der Aula. Dann vergleicht sie mit denjenigen, die dort an Einzeltischen Platz genommen haben, die Aufgabenblätter. Die Abiturienten können zwischen fünf Themen wählen: Ein Werkvergleich – Hesses Roman "Steppenwolf" von 1927 und der "Goldene Topf" E.T.A. Hoffmanns aus dem Jahr 1814; eine Analyse von Goethes "Faust, der Tragödie erster Teil", veröffentlicht 1808; Reiselyrik von der Romantik bis zur Gegenwart; ein Essay zu einer Kurzgeschichte; eine Erörterung über einen Sachtext. Dabei geht es um einen Artikel aus der Süddeutschen Zeitung ("Er muss zupacken, sie loslassen!"), den die Schüler zum Ausgangspunkt eigener Überlegungen machen sollten, wie eine geschlechtergerechte Arbeitswelt aussehen könnte.

Um neun Uhr sitzen alle an ihrem Platz. Die Masken haben die Meisten abgenommen, die Gespräche verebben. Jeder hat alle Aufgabenblätter in einer Mappe auf dem Pult. Die Klausur beginnt, die Schüler haben bis 14.15 Uhr Zeit.

Vor der Mathe-Klausur haben sie mehr Respekt

Eine halbe Stunde vor dem Abgabetermin tröpfeln die ersten Schüler aus der Mensa und aus der Aula. Der Tenor ist eindeutig: "Die Aufgaben waren machbar", die Zeit dafür sei ausreichend gewesen. Alle Befragten haben sich vor der Prüfung auf ein Thema festgelegt. Marin Stuhl und Alice Schleicher sind der Meinung, dass die Deutschklausur nicht allzu kompliziert gewesen sei. Vor der Mathe-Prüfung haben sie mehr Respekt.

Auch Milena Fuchs, Lilli Kraushaar und Stefanie Dorner geben an, dass sie sich von Anfang an auf ein Thema konzentriert hätten. Der Stress sei in der Vorbereitung größer gewesen als in der eigentlichen Klausur. Das sagen Sebastian Adametz, Jonas Wentland, Jochen Eble und Noah Rappenegger. Alle geben zu, einen "Plan B" gehabt zu haben, ein zweites Thema, falls die Frage zu ihrem favorisierten Thema zu kompliziert geworden wäre. "Das haben uns die Lehrer dringend geraten."

Verunsichern lassen haben sie sich durch die besonderen Umstände der Prüfung nicht, dieser Eindruck entsteht.

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