Lahr Abgründe im Städtchen Märzenbach

Auf heißer Spur (von links): Susanne Schmidt, Steffen Siefert und Alexander Dupps Foto: Künstle Foto: Lahrer Zeitung

Von Jürgen Haberer

Die alljährliche Bescherung mit einem neuen Fall von "Kreidlinger & Bäuerle" gehört in Lahr zu den Traditionen der Weihnachtszeit. Am Mittwoch zeigten Steffen Siefert und Alexander Dupps noch einmal die Filmabenteuer der vergangenen Jahre.

Lahr. Die weihnachtliche Bescherung im "Schlachthof" ist Kult, ein gesellschaftliches Ereignis mit einem schrägen und surrealen Unterton. Steffen Siefert und Alexander Dupps, die Macher der einst als Hörspiele gestarteten Kriminalfilme, servieren irgendwo im Spannungsfeld zwischen Wilhelm Busch und Edgar Wallace jeweils den neuen Streich mit dem tollpatschigen, in seiner Präsenz immer auch an die Ära der Stummfilme erinnernden Kriminalduo "Kreidlinger & Bäuerle". Der nun vom Kulturkreis organisierte Wiederholungstermin im Stiftsschaffneikeller war eine Art Ausflug in die Welt des kommunalen Kinos vergangener Tage, aber auch ein Angebot an all diejenigen, die es an Weihnachten nicht geschafft haben.

Siefert und Dupps zeigten "Chef Sache!" (2014) und "Auf heißer Spur" (2015), luden die mehr als 100 Zuschauer in den Stuhlreihen dazu ein, mit "Kreidlinger & Bäuerle" der Spur des Verbrechen zu folgen. Natürlich taten sich dabei wieder Abgründe in dem fiktiven Städtchen Märzenbach auf, das immer so schön an Lahr erinnert. Und selbstverständlich gab es wie immer einen Toten, aber auch einen Sumpf aus Korruption und Hehlerei.

Im ersten Film siecht das halbe Dorf dahin, weil es den gepanschten Most der Revolutionäre im Lager am Dorfrand trinkt. Im zweiten Film sind es noch weitaus schlimmere Gebräue. Hier schwören bereits Kinder auf "Christel’s Meth", während der im ersten Film meistens betrunkene Bürgermeister zu einen düsteren Despoten mutiert, der wie die ausnahmsweise in Farbe gedrehte Szene in der Drogenküche bis hin zur Filmmusik an den Klassiker "Apocalypse Now" erinnert.

An Steffen Siefert, Alexander Dupps und Susanne Schmidt, der vor zwei Jahren mit viel frischem Wind als Kriminalpraktikantin hinzu gestoßenen Dritten im Bunde, rauschten die beiden Vorstellungen aber irgendwie vorbei. Das Trio steckt längst in der heißen Vorbereitungsphase für den nächsten Film mit "Kreidlinger & Bäuerle". Das Drehbuch ist fast fertig, die Filmcrew scharrt längst mit den Hufen. Ende Mai, spätestens Anfang Juni, sollten die Bilder eigentlich im Kasten sein, wie Alexander Dupps und Susanne Schmidt bei einem Gespräch in der Vorführungspause berichteten. Die Story selbst wird dabei natürlich nicht verraten, die bleibt wie immer "Top secret" bis zur Premiere an Weihnachten.

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