Lahr Alarmstufe Rot gilt auch in Lahr

Die meisten Neu-Infektionen in der Ortenau wurden in den vergangenen Tagen aus Lahr gemeldet –­ auch am Sonntag. Foto: Archiv

Lahr/Offenburg - Mit dem Inkrafttreten der dritten Pandemiestufe gelten ab diesem Montag auch in Lahr striktere Corona-Regeln. So gibt es jetzt weitere, drastische Einschränkungen bei privaten Feiern. Auch die Maskenpflicht ist verschärft worden.

Die Inzidenz – Fälle pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen – lag am Sonntag im Kreis bei 44,3. Von Samstag auf Sonntag sind 22 Neu-Infektionen gemeldet worden, allein elf davon aus Lahr.

Schutzmasken müssen jetzt auch in der Öffentlichkeit, etwa in der Marktstraße oder auf dem Lahrer Wochenmarkt, getragen werden, sofern der Abstand von eineinhalb Metern zum Nebenmann nicht mehr gewährleistet ist. Wie berichtet, müssen ab diesem Montag außerdem die Schüler an weiterführenden Schulen auch während des Unterrichts eine Maske aufhaben.

Einschränkungen bei Privatfeiern:

Private Treffen sind ab sofort auf zehn Personen begrenzt. Es sei denn, dass nur Gäste aus zwei Haushalten zusammenkommen –­ dann sind mehr Teilnehmer erlaubt. Wer heiraten will, darf also nur noch den allerengsten Familien- und Freundeskreis einladen. Die Teilnehmerzahl für öffentliche Veranstaltungen ist auf 100 begrenzt.

Kliniken fahren ihre Intensiv-Kapazitäten hoch

Gleichzeitig sind die Kliniken angehalten, ihre für Corona-Patienten erforderlichen (Intensiv-)Kapazitäten wieder hochzufahren sowie Behandlungen, die nicht unmittelbar erforderlich sind, schrittweise zu reduzieren. Das Ortenau-Klinikum hält an allen seinen Standorten insgesamt 75 Intensivplätze, darunter 47 Beatmungsplätze, bereit.

Innerhalb von 14 Tagen könne man die Kapazität auf 120 Beatmungsplätze erweitern, hat die Klinik auf Nachfrage unserer Redaktion mitgeteilt.

Krisenstab tagt:

Die neue Corona-Verordnung der Landesregierung hat auch die Stadt Lahr in Alarmstimmung versetzt. Der Krisenstab für außergewöhnliche Ereignisse werde gleich am Montagmorgen tagen, um die Auswirkungen der Stuttgarter Beschlüsse und weitere, auf Lahr bezogene Maßnahmen zu prüfen, teilte die städtische Pressesprecherin Ulrike Karl am Sonntagnachmittag mit.  

Weitere Kinder in Quarantäne:

In Lahr war die Zahl der Neu-Infektionen in der vergangene Woche höher als in jeder anderen Stadt im Ortenaukreis. Daran hat sich am Wochenende nichts geändert, sowohl am Samstag (sechs Neu-Infektionen) als auch am Sonntag (elf) war Lahr ortenauweit wieder am stärksten betroffen.

Am Sonntag wurde auch ein weiterer Corona-Fall in einem hiesigen Kindergarten bekannt. Betroffen ist diesmal die Kindertagesstätte im Bürgerpark, dort sind zwei Ganztagsgruppen und sechs Erzieherinnen in Quarantäne geschickt worden.

 Ortenau-Behörde von Ereignissen überholt:

Ehe die Landesregierung am Samstagabend die dritte Pandemiestufe verkündete, hatte das Landratsamt bereits eine Verfügung mit strengeren Corona-Regeln an die Ortenauer Kommunen versandt. Grundlage dafür war wiederum ein Erlass des Sozialministeriums von Freitagabend. Darin hieß es zum Beispiel, dass bei privaten Feiern in öffentlichen Räumen, etwa in einem Restaurant, die Teilnehmerzahl auf 25 Personen gedeckelt werden muss.

Darüber hinaus gab es Empfehlungen für die Kommunen, etwa die Verschärfung der Maskenpflicht betreffend. Daraufhin schrillten in Ortenauer Rathäusern die Alarmglocken, bildlich gesprochen, denn jetzt galt es für die Verwaltungen, sich zu überlegen, welche Empfehlungen sie umsetzen wollen.

Nur ein paar Stunden später zeigte sich aber, dass die Mühe umsonst gewesen war, denn die Verfügung des Landratsamts war da schon wieder überholt – durch den Beschluss der Landesregierung, die dritte Pandemiestufe mit noch stärkeren Restriktionen auszurufen. Daraufhin informierte der Ortenaukreis seine Städte und Gemeinden am Samstagabend erneut und zog die Empfehlung vom Nachmittag wieder zurück.

Über dieses Durcheinander ist man in der Offenburger Behörde alles andere als glücklich, wie einer Mitteilung zu entnehmen ist. Demnach "bedauerte" Landrat Frank Scherer diesen Ablauf, der erneut gezeigt habe, "wie wichtig eine vollständige und rechtzeitige Einbindung der Kreisebene beim Krisenmanagement ist". In Offenburg will man künftig besser aus Stuttgart informiert werden.

7-Tage-Inzidenz

Die Inzidenz – Fälle pro 100 000 Einwohner in den  vergangenen  sieben Tagen – lag am Sonntag im Kreis bei 44,3. Von  Samstag auf Sonntag sind 22 Neu-Infektionen gemeldet worden, allein elf davon aus Lahr. 

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