Lahr 30 Jahre Arbeit für 700 Seiten

Manfred Hammes vor seinen Büchern, die er alle gelesen hat. Der langjährige Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Offenburg/Ortenau liebt Südfrankreich und hat nun ein Buch über seine Erlebnisse dort verfasst.                                                                       Foto: Bohnert-Seidel Foto: Lahrer Zeitung

Der Journalist und Filmemacher Manfred Hammes hat ein Buch über den Süden Frankreichs geschrieben. Darin widmet er sich Literatur, Kunst und Kulinarik sowie vielen persönlichen Geschichten.

Kippenheimweiler. 30 Jahre lang hat Hammes an dem Buch "Durch den Süden Frankreichs: Literatur, Kunst und Kulinarik" gearbeitet. Bei vielen Touren im Nachbarland sind ihm Menschen begegnet, die ihn fasziniert haben. Ihnen und den Erlebnissen, Betrachtungen, geschichtlichen Zusammenhängen, die ihm aufgefallen sind, hat er 700 Seiten gewidmet. 60 000 Kilometer war er dafür unterwegs; er hat 400 Briefwechsel und Biografien gelesen und nach 1000 Restaurant-Besuchen nur fünf Kilogramm zugenommen.

Über sein Werk sagt der Autor: "Es ist kein Buch, das am Stück geschrieben wurde. Es ist eine Art Schnitzeljagd." Hammes lädt seine Leser darin auf eine Reise ein, seine ganz persönliche Reise in sein geliebtes Südfrankreich. Der Leser ist auf Augenhöhe. Mittendrin in Geschichten, in einer Erzählkunst, die ihm das Gefühl gibt, alles Beschriebene selbst zu erleben.

Da ist zum Beispiel die alte Frau im Hinterland, wo das Auto die enge Straße hinauf ächzt zu einem Ort, in den es Menschen nur auf Umwegen führt. Eine Frau, die mit ihren mehr als 80 Jahren in einem uralten Cevennenhaus lebt, gerade ein Essen auf dem Herd köcheln lässt und einlädt. Nebenbei erzählt sie von den Kriegsjahren, als sie jüdische Mädchen bei sich verborgen hielt, denen sie so das Leben rettete. Für Hammes sind das Kostbarkeiten, die er entdeckt hat. Seine Fahrten und sein Leben in Südfrankreich werden gespeist von Literatur, die in Bezug steht zu den Menschen und ihrem Lebensumfeld. Das Rhonetal abwärts reisend, durchstreift er die südlichen Provinzen Frankreichs. Er berichtet von Autoren und Künstlern, die geliebt, verfolgt oder gefeiert wurden, erzählt von Orten, die man nicht verpassen sollte, und gibt nebenher kulinarische Empfehlungen, die eine Reise in diese reizvolle Region vollends zum Genuss machen.

Der Südfrankreich-Connaisseur stellt Bezüge her, lässt nichts alleine für sich stehen. Ganz gleich ob Kunst, Geschichte, Literatur, Menschen, Biografien, Kulinarik oder Geografie: Hammes begleitet den Leser mit seinem ganz persönlichen und sympathischen Blickwinkel auf die Menschen. "Es ist kein Tagebuch. Die Themen bin ich relativ systemisch angegangen, mit viel Literatur und Biografien", stellt der Autor im Gespräch mit der Lahrer Zeitung klar. Bei Hammes zu Hause gibt es meterlange Regalwände mit Lesestoff. Jedes dieser Bücher habe er gelesen, und irgendwann habe er begonnen, selbst zu schreiben und seine Erlebnisse in Beziehung zueinander zu bringen, sagt er. Für den Leser ist es gerade so, als spaziere er an der Seite von Manfred Hammes durch Südfrankreich.

Manfred Hammes, Jahrgang 1950, ist Journalist und Filmemacher. Von 2005 bis 2016 war er Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Offenburg/Ortenau. Er hat Bücher geschrieben über so unterschiedliche Themen wie das Tal der Loire, die Kippenheimer Haselstaude oder die Geschichte der Hexenprozesse. "Durch den Süden Frankreichs. Literatur, Kunst, Kulinarik" ist erschienen im Nimbus Verlag, hat 704 Seiten und mehr als 1000 Bilder. Es kostet 29,80 Euro.

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