Lahr 19-Jährige ertrinkt im See

Kippenheimweiler - Eine 19-Jährige ist am Samstagnachmittag im Waldmattensee in Kippenheimweiler ertrunken. Eine falsche Ortsangabe beim Notruf sowie falsch parkende Autos sorgten für Verzögerungen im Rettungseinsatz.

Frau stirbt am Badesee

Gegen 16.30 Uhr erreichte die Einsatzkräfte der Notruf, dass eine Frau im Waldmattensee schreie und Hilfe brauche. Taucher der Wasserwacht Ettenheim bargen die Frau aus dem See. Versuche, sie zu reanimieren, blieben jedoch erfolglos. Die Frau starb noch am Unfallort. Wenige Stunden später stellt sich heraus, dass die 19-Jährige, wie auch ihre beiden Angehörigen, Nichtschwimmer sind. Im Einsatz waren laut einer Mittelung der Polizei Rettungskräfte von Feuerwehr und DLRG sowie ein Polizeihubschrauber. Die Kriminalpolizei Offenburg hat die Ermittlungen zum Unfallhergang aufgenommen.

Angehörige nennen falschen Einsatzort

Ereignet hat sich das Unglück auf Höhe des Kieswerks, im Bereich, der nicht von der DLRG bewacht wird und auch nicht als offizielles Badegebiet ausgewiesen ist. Vermutlich war die Frau auf einer Abbruchkante in das Wasser gestürzt. Eine Augenzeugin, die der Nichtschwimmerin helfen wollte, schreibt auf Facebook, dass die 19-Jährige von einem Erdrutsch in die Tiefe gezogen worden sei.

Offenbar verzögerte sich die Ankunft der alarmierten Rettungskräfte, weil diese zunächst zum Auwaldsee in Langenwinkel dirigiert worden waren, sagt ein Polizeisprecher auf Nachfrage der Lahrer Zeitung. Die Angehörigen hätten, vermutlich im Schockzustand, zunächst den falschen Ort genannt. Ein erster Einsatzwagen der Polizei sei dann auch fälschlich an den Auwaldsee gefahren.

Für eine weitere Verzögerung sorgte, so der Lahrer Feuerwehrchef und Einsatzleiter Thomas Happersberger, die "ungünstige" Verkehrssituation vor Ort. Entlang der Hauptzufahrt zum Badesee parkten Autos auf beiden Seiten der Straße. "Es war sehr eng", fasst es Happersberger zusammen. Vermutlich, so schätzt er, hätten die Autofahrer angenommen, dass sie am Wochenende, wenn die Arbeit im Kieswerk ruhe, keine Rücksicht, auf die Parkregelung nehmen müssen. Unter der Woche würden die die Halteverbotsschilder am Kiesweg sonst eigentlich ernst genommen werden, sagt Happersberger.

Badestelle wurde nicht von der DLRG überwacht

Am Kieswerk angekommen, hätte es für die Einsatzkräfte dann das nächste Missverständnis gegeben. Der genaue Standort der 19-Jährigen sei unklar gewesen, so mussten die Rettungskräfte erst mit einem Boot einen Teil des Sees zurücklegen. Dadurch hätte sich die Rettung erneut verzögert. Das alles aber sei, so Happersberger, zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr ausschlaggebend gewesen.

Das größte Problem sei, so der Feuerwehrchef, dass die 19-Jährige, wie auch ihre Angehörigen, allesamt Nichtschwimmer waren und sich dazu eine Stelle ausgesucht hatten, die nicht von der DLRG überwacht wurde. In Kombination mit der falschen Ortsangabe und dem falsch parkenden Autos, sei es eine tragische Verkettung unglücklicher Umstände gewesen. Auch in Kappel-Grafenhausen hat es am Wochenende einen tragischen Unfall im Baggersee gegeben.

Parkplatzsituation bleibt weiter ein Problem

Am Tag nach dem Badeunglück, am Sonntag, ist von der Aufregung des gestrigen Tages am Waldmattensee nichts mehr zu spüren. Mehr als 1000 Besucher halten sich zur Mittagszeit – auf den gesamten Strandbereich verteilt – auf. Gegen 14 Uhr, als es voller wird, parken die ersten Gäste verbotenerweise auf dem Radweg von Kippenheim nach Nonnenweier.

Das Thema Waldmattensee und die Parkplätze dort waren bereits Mitte Juli Thema in der Ortschaftsrat Kippenheimweiler. Damals monierte Ortsvorsteher Tobias Fäßler, dass gerade an den Wochenenden, wenn die Situation besonders extrem sei, noch stärker und regelmäßiger vor Ort eingeschritten werden müsse – sowohl auf der Liegewiese, gerade aber auch auf dem Parkplatz.

Auch Happersberger will die Parkplatzproblematik in der Stadtverwaltung ansprechen. "Es kann ja morgen wieder was passieren."

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