Lahr 18 Millionen Euro für Schulen

Die Fassade, das Dach, die Fenster und Außentüren – all das ist beim Max-Planck-Gymnasium sanierungsbedürftig. Beim Schulsanierungsprogramm nimmt die Bildungsstätte den größten Posten ein. Foto: Weber

Dass viele Schulgebäude im Stadtgebiet und in den Ortsteilen einige Sanierungsmaßnahmen vertragen können, ist kein Geheimnis. Nun möchte die Stadt Fördertöpfe von Bund und Land anzapfen, um die Liste schneller abarbeiten zu können.

 

Lahr. Bei sämtlichen Schulen im Stadtbereich und in den Stadtteilen müssen die Außenfassaden erneuert werden. Auch die Türen, Fenster und Heizungsanlagen finden sich auf der Liste der Schulsanierungen bei sehr vielen Einrichtungen. Dass die Maßnahmen derart zusammengetragen wurden, dafür hat das Technische Gebäudemanagement der Stadt schon im Jahr 2012 gesorgt. Anhand eines Beurteilungskatalogs wurden die Sanierungszustände der 18 Schulen mit insgesamt 49 Gebäuden ermittelt. Daraus wurde ein Maßnahmenkatalog für die Jahre 2014 bis 2024 entwickelt, der im jeweiligen Haushaltsjahr abgearbeitet werden soll. Doch die Liste ist lang, das Programm insgesamt 25,5 Millionen Euro schwer. Und für die Stadt ist es schwer, Häkchen hinter die Maßnahmen zu machen. Einige Projekte mussten bereits verschoben werden.

Nun soll Bewegung in die Sache kommen: Das Land Baden-Württemberg beabsichtigt, sich im Rahmen des kommunalen Sanierungsfonds an diesen Kosten zu beteiligen. Pro bewilligtem Projekt übernehme das Land 33 Prozent der Kosten. Insgesamt stünden bis 2019 225 Millionen Euro zur Verfügung. Die Stadt möchte nun für insgesamt fünf Schulen diesen Fördertopf anzapfen. Der Sanierungsaufwand beträgt dabei insgesamt 12,3 Millionen Euro. Allerdings geht die Verwaltung davon aus, dass das nicht alle Maßnahmen vom Förderprogramm werden profitieren können.

Aber nicht nur das Land möchte Geld in die kommunalen Schulen stecken, um dem Sanierungs- und Modernisierungsrückstand entgegenzuwirken, sondern auch der Bund im Zuge eines Gesetzes mit dem griffigen Namen "Kommunalinvestitionsförderungsgesetz Kapitel 2". Unterstützt werden sollen finanzschwache Kommunen. Die Verwaltung hofft aufgrund vergleichbarer Fälle, dass auch eine Förderung auf die Stadt Lahr entfallen könnte. Die Förderhöhe sei jedoch noch ungewiss. Vorgesehen wäre eine Unterstützung für das Scheffel-Gymnasium, bei dem die Erweiterung des Lehrerbereichs anstehe. Der Sanierungsaufwand betrage laut Stadt 5,4 Millionen Euro.

Um die geförderten Maßnahmen mitfinanzieren zu können, muss die Stadt Lahr die entsprechenden Eigenmittel in den Haushalten 2019 bis 2022 bereitstellen. Inwiefern die Stadt tatsächlich von den Finanzspritzen des Landes und des Bunds profitieren wird, ist freilich noch unklar. Beim Bund sind die Fördermodalitäten noch nicht endgültig definiert.

Zudem "ist davon auszugehen, dass das Förderprogramm des Landes überzeichnet sein dürfte und nicht alle beantragten Sanierungsmaßnahmen Berücksichtigung finden", so die Lahrer Verwaltung.

INFO

Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick

Für das Förderprogramm des Landes sind fünf Lahrer Schulen vorgesehen, die davon profitieren sollen:

> Max-Planck-Gymnasium, voraussichtlicher Sanierungsaufwand: 7,6 Millionen Euro: Größte Maßnahme sind neue Fenster und Außentüren beim Hauptgebäude und Bioanbau (2,5 Millionen Euro)  sowie die Sanierung des Dachs (1,9 Millionen Euro).

> Schutterlindenbergschule, Sanierungsaufwand: 1,7 Millionen Euro: Größte Maßnahme ist die Heizungsanlage im Trockendock (eine Million Euro).

> Grundschule Sulz, Sanierungsaufwand: 1,4 Millionen Euro: Größte Maßnahme ist die Erneuerung von Fenstern und Außentüren im Verwaltungsgebäude, in der Aula, im dreigeschössigen Gebäudeteil und in der Turnhalle (773 000 Euro).

> Luisenschule Neuwerkhof 6, Sanierungsaufwand: 927 000 Euro: Größte Maßnahme sind neue Fenster und Außentüren (181 000 Euro) sowie neue Sanitäranlagen (174 000 Euro).

> Schule Reichenbach, Sanierungsaufwand: 642 000 Euro: Größte Maßnahme sind neue Fenster und Außentüren (355 000 Euro).

 > Von dem Förderprogramm des Bundes soll das Scheffel-Gymnasium profitieren, voraussichtlicher Sanierungsaufwand: 5,4 Millionen Euro: Größte Maßnahme sind Fenster und Außentüren im Schulgebäude und für die geplante Erweiterung des Lehrerzimmers (2,1 Millionen Euro) und eine neue Lüftung (eine Million Euro).

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