Lahr Autohaus Link wird verkauft

 Foto: Schabel

Lahr - Das Autohaus Link mit seinen Standorten in Lahr und Gengenbach hat ab dem 1. Januar 2021 einen neuen Eigentümer, die Automobilhandels-Gruppe Graf Hardenberg. Alle 147 Mitarbeiter sollen übernommen werden.

Das Autohaus Link – in Lahr das größte Autohaus und einer der größten Arbeitgeber – hat pro Jahr rund 1000 Neuwagen von VW, Audi und Skoda verkauft, plus etwa 2500 Gebrauchtfahrzeuge. Auf rund 120 Millionen Euro saldiere sich der Umsatz der Link-Gruppe, berichtete Hans Link beim Wirtschaftsforum der Stadt Lahr im April 2019

Seit vier Generationen

Seit vier Generationen ist das Lahrer Familienunternehmen Link in der Automobilbranche tätig; gegründet wurde es 1876. Der Betrieb hat zwei Standorte in der Stadt, neben dem Stammhaus in der Lotzbeckstraße der Audi-Hangar mit Gebrauchtwagenzentrum in der Dreyspringstraße. 2021 endet nun die Geschichte des Autohauses Link unter diesem Namen: Im nächsten Jahr werden die Firmenschilder mit der Aufschrift "Link.Lahr" abmontiert und durch "Graf Hardenberg" ersetzt.

 Wer ist der neue Eigentümer? Graf Hardenberg gilt als eine der größten Automobilhandels-Gruppen in Deutschland. Mit dem Erwerb der beiden Link-Häuser in Lahr und Gengenbach wird die Gruppe künftig an 17 Standorten mit 33 Betrieben in Baden-Württemberg und Rheinland Pfalz vertreten sein.

Der Erwerb des Autohauses Link sei eine strategische Unternehmensentscheidung, sagte Marketingleiterin Monique Klebsattel auf LZ-Nachfrage. Man verspreche sich davon auch Synergie-Effekte mit dem bereits bestehenden Standort in Offenburg – dort gibt es bisher das einzige Graf-Hardenberg-Autohaus in der Ortenau.­ Außerdem ist die Gruppe mit Sitz in Karlsruhe, die in den vergangenen Jahren kräftig expandiert hat, zum Beispiel noch in Freiburg und mit gleich mehreren Filialen im Bodenseeraum vertreten. Ab dem 1. Januar 2021 also auch in Lahr.

Volker Brecht und Peter Benz, die Geschäftsführer der Graf-Hardenberg-Gruppe, sagen laut einer Firmenmitteilung: "Wir freuen uns, die Autohäuser der Link-Gruppe in unsere Unternehmensfamilie aufzunehmen. Aufgrund der guten Vorarbeiten sind wir davon überzeugt, dass auch diese Integration im Sinne der Mitarbeiter und Kunden gut gelingen wird."

Was wird aus den Mitarbeitern?

Sie werden weiter beschäftigt, sichert Klebsattel zu. Allerdings werde das Haus eine neue Geschäftsführung erhalten. Wie der neue Chef heißen wird, könne man noch nicht sagen, so die Sprecherin. Beim Kaufpreis hält sie sich ebenfalls bedeckt.

 Was ändert sich für die Kunden?

Nichts, verspricht Klebsattel, denn sie würden ja die gewohnten Ansprechpartner in Beratung und Service behalten. "Wir wollen auf die gute Arbeit, die bisher im Autohaus Link geleistet wird, aufbauen und sie weiterführen", heißt es.

 Ändert sich das Portfolio des Autohauses?

Das schließt Klebsattel nicht aus. Seit Jahrzehnten ist das Autohaus Link mit dem Volkswagen-Konzern verbunden, man ist Vertragshändler der Marken VW, VW Nutzfahrzeuge und Audi. Dabei bleibt es auch nach der Übernahme, bestätigt Klebsattel, allerdings könnten weitere Marken hinzukommen. Denn die Graf-Hardenberg-Gruppe ist unter anderem auch Vertragspartner für Ford und Seat. Es sei auch denkbar, dass in dem Lahrer Autohaus später einmal die Motorradmarke Harley Davidson vertrieben wird, so Klebsattel.

Was sagt die Familie Link?

Man habe sich "von einem Hufbeschlag zum High-Tech-Haus" entwickelt, hat der langjährige Geschäftsführer Hans Link den Aufstieg des Familienunternehmens einmal charakterisiert. Der Betrieb war einst von seinem Urgroßvater gegründet worden, einem Schmied und Wagenbauer. Hans Links Vater führte bereits in den 1960er-Jahren eine Dialogannahme für die Autokunden ein – damals eine echte Innovation. Vor 20 Jahren setzte Hans Link mit dem Bau des markanten Audi-Hangars neben der B  415 dann einen städtebaulichen Akzent.

Die Betriebsstätten in Lahr haben sie mit den Jahren immer weiter ausgebaut, außerdem einen Zweitbetrieb in Gengenbach übernommen – angesichts dieser Firmengeschichte ist den Links die Entscheidung zum Verkauf jetzt offenbar alles andere als leicht gefallen.

Man habe in der Familie sehr lange darüber diskutiert, wie man die eigenen Autohäuser "mit Blick auf die enormen Branchenveränderungen zukunftsfest machen" könne, heißt es in einer Mitteilung, in der die Gesellschafter Moritz Link, Jonas Link und Peter Litterst außerdem noch sagen: "Wir sind froh, mit der Graf-Hardenberg-Gruppe einen fairen und zuverlässigen Partner gefunden zu haben, der die Betriebe und die Arbeitsplätze erhält." Dies sei bei allen Überlegungen und Entscheidungen ihr oberstes Ziel gewesen. Auf Nachfragen unserer Redaktion mochte sich Hans Link nicht näher zum Verkauf äußern.

 Was wird aus dem Fahrradmarkt in Gengenbach?

Die Link-Gruppe hat in Gengenbach auch einen großen Fahrradmarkt aufgebaut. Rund 20 000 Fahrräder werden dort und online abgesetzt. Das Geschäft mit dem Namen Link-Rad-Quadrat ist nicht Teil des Verkaufspakets an Graf Hardenberg.

1000 Neuwagen jährlich verkauft

Das Autohaus Link  – in Lahr das größte Autohaus  und  einer der größten Arbeitgeber  – hat  pro Jahr rund 1000 Neuwagen von VW, Audi und Skoda verkauft, plus etwa 2500 Gebrauchtfahrzeuge. Auf rund 120 Millionen Euro saldiere sich der Umsatz der Link-Gruppe, berichtete Hans Link  beim Wirtschaftsforum der Stadt Lahr im April 2019

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