Kuriose Tabellensituation Schutterwälder Damen sind ein Aufstiegskandidat wider Willen

Felix Gieger

2019 wurden die Frauen des TuS Schutterwald Landesliga-Meister. Nach einem weiteren Aufstieg spielt das Team mittlerweile in der Oberliga und könnte in diesem Jahr erneut aufsteigen – auch wenn das überhaupt nicht geplant war.

Es ist eine etwas kuriose Situation, von der Nicole Wolber berichtet. Wer in der Frauen-Oberliga zum Saisonende auf einem der beiden ersten Plätze steht, hat eigentlich keine Wahl. Denn entweder man steigt in die Dritte Liga auf oder man steht automatisch als erster Absteiger fest, berichtet die Frauen-Abteilungsleiterin des TuS Schutterwald. Durch diese Regelung befinden sich die Ortenauerinnen wenige Spieltage vor Schluss mitten im Aufstiegsrennen, in das sie überhaupt nicht eingreifen wollten.

"Wir hätten nicht damit gerechnet, dass wir so eng am Geschehen dran sind. Es ging ja eigentlich darum, in der Liga anzukommen", sagt Wolber. Drei Spieltage vor Schluss stehen die Schutterwälderinnen nun aber auf Platz drei und haben nur zwei Minuspunkte mehr auf dem Konto als das Führungsduo, am Samstag schlugen die Schutterwälderinnen sogar den Tabellenführer und verhinderten so die Aufstiegsfeier der HSG Leinfelden/Echterdingen. Da der TuS zudem die letzten drei Saisonspiele gegen den Letzten und Vorletzten bestreitet, musste man sich zuletzt zumindest mit der Eventualität des Aufstiegs beschäftigen. Denn eines klar. "Absichtlich verlieren geht gar nicht, dazu sind auch die Mädels zu ehrgeizig", sagt Wolber.

Am Montag gab es dazu eine Sitzung mit der Mannschaft. Das Resultat: "Wenn wir es sportlich schaffen, dann machen wir’s", sagte Wolber am Dienstagmorgen. Auch vom Verein habe man das "Go" für den Aufstieg in die Dritte Liga bekommen, so die Abteilungsleiterin des weiblichen Bereichs.

In dieser Woche kann sich vieles entscheiden

Bereits in den kommenden Tagen rechnet sie mit einer kleinen Vorentscheidung. Denn der Tabellenzweite aus Bönnigheim spielt am heutigen Mittwoch gegen den Siebten und am Samstag gegen den Vierten. Hält sich der Zweite in diesen beiden Partien schadlos, wird ihn der TuS aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs wohl nicht mehr überflügeln können.

Auch damit könnte man in der Mörburghalle gut leben. Mittelfristig geht der Blick allerdings schon in Richtung der Dritten Liga. "Wir sehen uns irgendwann in der Dritten Liga", sagt Wolber, als Zeithorizont nennt sie für dieses Ziel die kommenden drei bis fünf Jahre. Doch auch, wenn es nun unerwartet schon in wenigen Wochen klappen sollte, macht sich Wolber keine Sorgen um fehlende Qualität im Kader.

Diese Aussage dürfte auch der Neuzugang, den die Schutterwälderinnen am Sonntag bekannt gegeben haben, stützen. Denn mit Nadine Czok (wir haben berichtet) von der HSG Freiburg kommt eine Spielerin zum TuS, die zu den besten der Dritten Liga gehört und im Breisgau auch Zweitliga-Erfahrung gesammelt hat.

Ob sie zu einem Drittligisten wechseln wird, entscheidet sich spätestens am 9. April. Dann ist auch klar, ob die Schutterwälderinnen den dritten Aufstieg innerhalb von vier Jahren feiern dürfen.

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