Krieg und Chipkrise Auch Lahrer Autokäufer brauchen Geduld

Alexander Blessing und Christopher Piskadlo
Autohändler Petro Müller hofft wie seine Kollegen auf eine Besserung der Lage. Foto: Piskadlo

Die Halbleiterkrise und der Ukraine-Krieg machen der Automobilindustrie schwer zu schaffen. Vielerorts sind die Lieferketten unterbrochen. Kunden müssen beim Autokauf auch in Lahr und Region viel Geduld mitbringen.

Lahr - Autokäufer müssen sich derzeit immer noch auf lange Lieferzeiten für ihr Wunschmodell einstellen. Wer ein Elektroauto erwerben möchte, braucht besonders viel Geduld oder kann sogar komplett leer ausgehen. Bei vielen Händlern sind diese Modelle vergriffen oder nicht lieferbar, hat eine Nachfrage der Lahrer Zeitung bei Autohändlern ergeben.

Tri AG Kippenheim: "Neuwagen sind aktuell schwer zu bekommen", berichtet Autoverkäufer Stephan Huser. Hier habe man eine Lieferzeit von sechs bis acht Monaten. "Elektro-Autos und Hybrid-Modelle sind derzeit überhaupt nicht lieferbar", so der Renault- und Dacia-Verkäufer Huser weiter.

Hier sei die Halbleiterkrise immer noch spürbar. Außerdem seien alternative Antriebe bei den Kunden sehr gefragt. Im Verkauf habe man aktuell Gebrauchtwagen, Jahreswagen und Kundenrückläufer. Außerdem kommen auch Bestellungen aus dem Vorjahr langsam in den Verkauf.

 Auto-Baral Kuhbach: Suzuki-Händler Petro Müller spricht bei seinen Automodellen von einer Lieferzeit von vier bis sechs Monaten. "Für das nächste Quartal ist bei uns eine Verbesserung der Lage in Sicht", blickt Müller optimistisch in die Zukunft. So habe er aktuell etwa 15 statt wie sonst 40 Autos auf dem Hof stehen.

Er rechne aber damit, ab Juni wieder mehr Modelle in seinem Lagerbestand zu haben. Bei Suzuki seien immer noch alle Automodelle bestellbar, besonders gefragt sind derzeit Kleinwagen. Auch bei den Ersatzteilen gebe es aktuell keine Lieferprobleme mehr, berichtet Autohänder Müller.

AHG BMW-Autohaus Lahr: "Dieses Quartal haben wir mehr verkauft als sonst", erklärt Verkaufsleiter Frank Model. Besonders das X1-Modell, die neuen BMW-Dreier und Elektroautos seien derzeit sehr begehrt. Doch durch die Lieferengpässe müsse man mit einer Wartezeit von drei Monaten bis zu einem Jahr rechnen. Auswirkungen auf die Kundenzahlen habe die aktuelle Situation jedoch nicht, so der Verkaufsleiter. Auch der Lagerbestand entspreche mit etwa 50 gebrauchten Autos und 20 Neuwagen dem Standard.

Mercedes-Benz-Autohaus Hartmann Lahr: "Der Lagerbestand betrug zur Weihnachtszeit gerade einmal zehn Autos. Zu Jahresbeginn wurde es dann einstellig", berichtet Autohändler Sven Wahle. Derzeit stünden wieder 50 bis 60 Gebrauchtwagen zum Verkauf. Wer sich allerdings einen Neuwagen zulegen möchte, müse je nach Modell mit einer Wartezeit von sechs bis 18 Monaten rechnen. Besonders begehrt seinen aktuell Hybridwagen, sagte Wahle.

Bevor der Ukraine-Krieg für neue Probleme bei den Lieferketten sorgte, litt die Automobilbranche bereits unter dem Halbleitermangel. Dieser sorgte vergangenes Jahr für Schlagzeilen, weil er viele Bereiche der Elektronik-Industrie betraf. Die Nachfrage nach Mikrochips, die beispielsweise auch in Handys, Computern oder Kaffeemaschinen gebraucht werden, überstieg die Kapazität der Produzenten. Sie fehlten überall und sorgten für Lieferengpässe und lange Wartezeiten.

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