Kreuzgangkonzerte starten Musiker-Wettstreit und seltene Instrumente in Offenburg

Jürgen Haberer

Die "Offenburger Kreuzgangkonzerte" werden auch 2022 nicht zu ihrem vertrauten Modus zurückkehren. Grund dafür ist ein anderes Projekt, das die Organisatoren in Anspruch nimmt. Trotzdem dürfen sich die Zuhörer auf fünf Konzerte freuen.

Offenburg - Die beiden Corona-Jahre 2020 und 2021 haben die 1995 gestartete Reihe "Offenburger Kreuzgangkonzerte" im ehemaligen Kapuzinerkloster ein Stück weit ausgebremst. Für das Offenburger Streichtrio und das Kulturbüro war eine Absage aber weder in der Pandemie noch in "der jetzigen Ausnahmesituation im Jahr der Heimattage" eine Option gewesen. So wurden insgesamt fünf Konzerte verwirklicht werden.

Die "Offenburger Kreuzgangkonzerte" starten ab dem 17. Juni mit drei Konzerten hintereinander. Danach legen sie aber gleich wieder eine Pause ein, weil die Brüder Rolf und Frank Schilli mit der Philharmonie am Forum ein ganz anderes Projekt aufgelegt haben: Vom 1. bis 3. Juli wird im Zelt am Kulturforum die "Neunte Sinfonie" Beethovens aufgeführt, erarbeitet mit ausgewählten Solisten aus der Region, einem rund hundertköpfigen Projektchor und einem deutlich aufgestockten Orchester. Frank Schilli fungiert dabei als Konzertmeister, sein Bruder Rolf als musikalischer Leiter des Projekts. Mit den "Offenburger Kreuzgangkonzerten" geht es danach am 9. und 10. Juli weiter.

Das Hornquartett »Raclette« gastiert zum Auftakt der "Kreuzgangkonzerte" am Freitag, 17. Juni, in Offenburg. Das junge, erst 2018 gegründetes Ensemble hat 2019 mit dem Gewinn des "11. Internationalen Jan Koetsier Wettbewerb" in München auf sich aufmerksam gemacht hat. Caroline Messmer, Lucie Krysatis, Jernej Cigler und Anton Doppelbauer legen für jedes Stück die Verteilung der Stimmlagen neu fest und generieren so ein abwechslungsreiches Klangbild. In Offenburg wird ein Programm serviert, das von Bach über Wagner und Bizet bis Astor Piazzolla reicht.

Eine »Schubertiade« bietet das "Offenburger Streichtrio" den Gästen am Samstag, 18. Juni, mit Werken von Franz Schubert. Mit dabei sind die Pianistin Anna Adamik und der in Offenburg aufgewachsene Kontrabassist Jürgen Faller, der seit einigen Jahren im sinfonischen Orchester der Insel Gran Canaria spielt.

»Das Offenburger Streichtrio«.ist erneut am Sonntag, 19. Juni, am Start. Gemeinsam mit dem Flötisten Hieronymus Schädler entführt es mit Werken von Pleyels, Haydn, Devienne und Boccerini in die Klangwelt des Rokoko.

Das Ensemble »Quidni« wird dann am Samstag, 9. Juli, auftreten. Peppe Frana, Baptiste Romain und Silke Gwendolyn Schulze werden dem Publikum das Programm "Building Bridges" servieren. Auf alten, zum Teil nur selten zu hörenden Instrumenten, wie Dudelsack, Douçaine oder Schalmei lädt das Trio zu einer Klangreise über 800 Jahre Musikgeschichte ein, die vom Mittelalter in die Gegenwart und wieder zurück führt.

Der Pianist Christoph Soldan wird das Abschlusskonzert am Sonntag, 10. Juli, bestreiten. Der Fokus seines Klavierabends liegt auf dem Musikstreit des 19. Jahrhunderts, und somit auf Johannes Brahms und Franz Liszt mit ihren unterschiedlichen ästhetisch-musikalische Auffassungen.

Ort, Zeit und Eintrittspreis

Die "Offenburger Kreuzgangkonzerte" beginnen an jedem der fünf Abende jeweils um 19 Uhr im Kreuzgang des Kapuzinerklosters Offenburg. Bei schlechtem Wetter werden sie in die Altkatholische Kirche St. Matthias in der unmittelbaren Nachbarschaft verlegt. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Tickets kosten jeweils 15,30 Euro regulär und ermäßigt 9,60 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren bezahlen einen Euro Eintritt.

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