Kreis reaktiviert Unterkunft in Meißenheim 34 Flüchtlinge wohnen im Riedhof

Nadine Goltz
Der Riedhof in Meißenheim dient erneut für die vorläufige Unterbringung von Flüchtlingen. Quelle: Unbekannt

Die Zahl der Flüchtlinge im Ortenaukreis hat in diesem Jahr wieder zugenommen, auch im Riedhof in Meißenheim brennt wieder Licht. In der vorläufigen Unterkunft, die das Landratsamt reaktiviert hat, wohnen derzeit insgesamt 34 Flüchtlinge.

Meißenheim - Ende März 2019 wurde der Riedhof geschlossen. Nun brennt dort wieder Licht. "Im Jahr 2021 ist die Anzahl der vom Land Baden-Württemberg dem Ortenaukreis in die vorläufige Unterbringung zugewiesenen Personen so angestiegen, dass die vorhandene Kapazität nicht ausgereicht hat", erklärt der Pressesprecher des Landratsamts, Kai Hockenjos, auf Nachfrage unserer Zeitung. So habe das Landratsamt den neueren Teil des Hoteltraktes in Meißenheim mit 41 Plätzen als vorläufige Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge reaktiviert. "Aktuell sind 34 Plätze davon belegt", erläutert Hockenjos. Die ersten Bewohner waren bereits am 23. November eingezogen. Nachts sei derzeit ein Sicherheitsdienst am Riedhof anwesend. "Der Sicherheitsdienst ist präventiv und auch befristet, da wir die Unterkunft erst wieder neu in Betrieb genommen haben und schauen wollten wie es läuft", erklärt Hockenjos.

Von Seiten der Gemeinde war kein Statement zur Reaktivierung des Riedhofs einzuholen: "Wir sind hier nicht zuständig", so Bürgermeister Alexander Schröder in einer kurzen Rückmeldung an die Lahrer Zeitung. Alles, bezüglich de Unterkunft solle über das Landratsamt laufen.

Ende November sei der Ortenaukreis auf 94 Prozent ausgelastet, neben dem Riedhof in Meißenheim würden Unterbringungen in Achern, Friesenheim, Gengenbach, Lahr, Meißenheim, Offenburg und Zell am Harmersbach unterhalten. Aufgrund der steigenden Zugangszahlen werde aktuell nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten gesucht und die Kapazitäten aufgestockt.

Im Ortenaukreis gebe es verschiedene Einrichtungen, die als Gemeinschaftsunterkunft bezeichnet werden, aber unterschiedlich ausgestaltet sind. So gebe es zum Beispiel Unterkünfte, in denen Bäder, Küchen, Waschküchen und Sozialräume gemeinschaftlich genutzt werden. "Im Riedhof haben die Zimmer eigene Bäder und nur die Küche, Waschküche und der Sozialraum werden gemeinsam genutzt", erklärt Hockenjos weiter. Es gebe weitere Einrichtungen im Kreis, die auch über eigene Küchen für kleinere Einheiten verfügen. In den Gemeinschaftsunterkünften leben die Flüchtlinge für einen überschaubaren begrenzten Zeitraum.

Das Landratsamt hat das ehemalige Hotel Riedhof ab dem 1. November 2015 bis zum – 31. Oktober 2022 angemietet. Der Gebäudekomplex besteht aus einem Hoteltrakt sowie sechs Wohnungen. Anfänglich waren der Hoteltrakt, sowie zwei Wohnungen für die Unterbringung von Flüchtlingen verfügbar. 2016 und 2017 kamen zwei weitere Wohnungen hinzu, die restlichen beiden Wohnungen wurden vom Eigentümer selbst zu Vermietungszwecken genutzt. Es wurde eine maximale Anzahl von 110 Plätzen festgelegt. 2018 wurde eine Wohnung an den Eigentümer wieder zurückgegeben. Zum 31. März 2019 wurde aufgrund der zurückgehenden Flüchtlingszahlen die Einrichtung geschlossen. Die drei verbleibenden Wohnungen wurden an die Gemeinde als Anschlussunterbringung untervermietet.

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