Konzepte für E-Mobilität Ortenauer Kommunen wollen mehr Ladesäulen bauen

Jonas Köhler und Marco Armbruster
Die Ladesäule am Rathausplatz ist eine von sieben öffentlichen in Lahr. Die Stadt will die Infrastruktur für E-Autos wie viele Kommunen in der Ortenau weiter ausbauen. Foto: Köhler

Die Elektro-Mobilität ist auf dem Vormarsch. Im Ortenaukreis sind rund 12 000 E-Autos zugelassen. Diese benötigen eine Lade-Infrastruktur. Die Ortenauer Kommunen wollen deshalb für ihre Bürger und Gäste mehr Ladesäulen bauen.

Ortenau - Elektro-Autos werden im Ortenaukreis immer beliebter. Derzeit ist etwa jedes 20. Fahrzeug im Kreis elektrisch betrieben. Die Zahl hat sich von 2655 im Jahr 2019 auf rund 12 000 aktuell fast verfünffacht (wir berichteten). Auch die Kommunen erkennen diesen Trend und installieren immer mehr Ladesäulen in den Städten. Unsere Redaktion hat sich umgehört.

"Die Stadt Lahr hat gemeinsam mit den Städten Kehl und Offenburg ein interkommunales Elektromobilitätskonzept erarbeiten lassen, das unter anderem ein Konzept für den Ausbau der Ladeinfrastruktur beinhaltet", berichtet Marion Haid von der Pressestelle der Stadt Lahr. Demnach sollen in Lahr bis Ende 2023 zehn zusätzliche Ladesäulen mit jeweils zwei Ladepunkten entstehen. Derzeit gibt es sieben öffentliche Säulen in der Stadt mit 14 Ladepunkten. "Hinzu kommen einige weitere halböffentliche Ladesäulen", so Haid. Diese befänden sich auf den Privatgeländen von Supermärkten, Hotels oder Firmen und könnten von deren Kunden genutzt werden.

Ähnlich sieht es in Offenburg aus. Dort gibt es zwölf Ladesäulen an elf Standorten. Ein Wunsch der Stadt: Die Errichtung eines Schnellladeparks. An einer solchen Station können mehrere E-Autos zeitgleich ihre Batterie innerhalb weniger Minuten komplett laden. Die Bundesregierung hat eine europaweite Ausschreibung für das Einrichten von Schnellladeparks in ganz Deutschland ausgelobt.

Die Stadt Offenburg hat in diesem Zusammenhang entsprechende Partnerdaten für potenzielle Standorte vermittelt", erklärt Pressesprecher Florian Würth. Die Realisierung dieser Standorte beeinflusse die Einrichtung zusätzlicher Ladeinfrastruktur in den Stadt- und Ortsteilen. Darüber hinaus habe die Stadtverwaltung Ende 2021 ein Konzept für eine flächendeckende Versorgung mit Ladesäulen in den Gremien vorgestellt. Derzeit arbeite man an einer eigenwirtschaftlichen Lösung für ein solches Angebot.

Ettenheim hält sich etwas zurück

Etwas zurückhaltender beim Ausbau der Ladesäulen äußert sich die Stadt Ettenheim. Bislang gibt es eine Ladesäule, eine weitere soll diesen Sommer folgen. Einen dringenden Bedarf für mehr sieht die Stadt nicht. "Erfahrungsgemäß ist der Normalfall die eigene private Ladestation. Beim Einfamilienhaus ist das kein Problem. Bei Eigentumswohnungen und Mietwohnungen werden heute auch schon Wallboxen installiert. Firmen haben oft schon Ladesäulen für eigene Fahrzeuge, Mitarbeiter und Kunden", sagt Klimaschutzbeauftragter Udo Benz. Zudem stünden Schnellladestationen nahe der Autobahn und auch der Einzelhandel wolle Ladesäulen errichten.

"Eine Ladesäule braucht also in erster Linie, wer keinen Parkplatz am Haus hat und Gäste der Stadt", beschreibt Benz die Lage. "Die Stadt will nicht auf Vorrat bauen. Wo ein konkreter öffentlicher Bedarf ist, wird sich die Stadt kümmern", erklärt der Klimaschutzbeauftragte. Wo möglich, möchte man den Bau von Ladesäulen jedoch den Energieversorgern oder anderen Anbietern überlassen.

Aktiv um den Ausbau kümmert sich die Stadt Haslach. "Die Stadtwerke sind dabei, die Infrastruktur für weitere Ladepunkte vorzubereiten. Dies passiert im Zuge von Verkabelungen und Neubaumaßnahmen", schildert Amtsleiter Martin Schwendemann. In naher Zukunft sollen zwei weitere Ladesäulen entstehen. Derzeit gibt es sieben in der Stadt. "Weitere werden folgen", prognostiziert Schwendemann.

So ist die Lage im Europa-Park

Rund um den Europa-Park gibt es 50 Ladestationen, 16 davon auf dem Besucherparkplatz, erklärt Mariella Hutt von der Pressestelle. Diese Kapazitäten seien Ende 2021 und Anfang 2022 ausgebaut worden, da man eine erhöhte Nachfrage festgestellt habe. Eine Reservierungsmöglichkeit für die Säulen auf dem Besucherparkplatz gibt es nicht. Dabei wiege der Europa-Park Vor- und Nachteile ab: "Da wir unseren Gästen eine gewisse Flexibilität ermöglichen wollen, haben wir uns vorerst gegen die Reservierung von Ladepunkten entschieden. Wir wollen damit auch vermeiden, dass Gäste Ladepunkte reservieren, diese dann aber nicht wahrnehmen", so Hutt. Durch Schnellladesäulen an der Autobahn sowie durch die allgemein ausgebaute Infrastruktur seien die Besucher außerdem nicht in Gefahr, den Heimweg mit ihrem E-Auto nicht mehr antreten zu können. Pro Kilowattstunde zahlen E-Auto-Fahrer im Europa-Park den "marktüblichen Preis" von 48 Cent.

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