Kita-Brand in Kappel 15-jähriger Täter verurteilt

Julia Göpfert
Die katholische Kita St. Cyprian und Justina in Kappel ist am 1. Juli durch eine fahrlässige Brandstiftung beschädigt worden. Nun wurde der Täter verurteilt. Foto: Archiv: Ullrich

Der Brand der Kappeler Kindertagesstätte am 1. Juli 2021 ist aufgeklärt: Ein 15-Jähriger wurde am Mittwoch wegen fahrlässiger Brandstiftung verurteilt. Derweil wird in den Sommerferien das Kita-Dach mit dem Brandschaden ersetzt.

Kappel - Der 15-Jährige wurde bezüglich des Brands im katholischen Kindergarten St. Cyprian und Justina in Kappel in einer nicht-öffentlichen Verhandlung wegen fahrlässiger Brandstiftung nach dem Jugendstrafrecht vor dem Amtsgericht Ettenheim verurteilt.

Er war bei der Tat 14 Jahre alt, also schon strafmündig, und hat eine jugendrichterliche Auflage bekommen, erklärt Richter Wolfram Wegmann der LZ auf Nachfrage. Der Jugendliche muss also keine Freiheitsstrafe oder keinen Arrest antreten. Weitere Details, etwa zum Ablauf des Verfahrens oder der Tat dürfe Wegmann nicht verraten.

Unter einer jugendrichterlichen Auflage versteht der Gesetzgeber, nach Kräften den durch die Tat verursachten Schaden wieder gut zu machen, sich persönlich bei dem Verletzten zu entschuldigen, Arbeitsleistungen zu erbringen oder einen Geldbetrag zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung zu zahlen. Dabei dürfen an den Jugendlichen keine unzumutbaren Anforderungen gestellt werden, heißt es im Gesetz. Was genau der Jugendliche davon erfüllen muss, ließ Wegmann offen.

Von Mülltonne auf Kita-Dach übergesprungen

"Wir stehen der Tat fassungslos gegenüber. Das alles ist dramatisch und traurig. Wir hoffen, dass sich für die Kita und den Täter alles zum Guten wendet", erklärte Bürgermeister Jochen Paleit, als er von dem Urteil erfuhr.

Der Brand, der in den frühen Morgenstunden des 1. Juli 2021 ausgebrochen worden war, hatte Betreuerinnen, Gemeinde und Eltern geschockt. Damals waren vor allem das Flachdach und die Räume der Kita in Mitleidenschaft gezogen worden. Es war der Feuerwehr jedoch gelungen, einen Vollbrand zu verhindern.

Die Kita war damals zunächst gesperrt worden. Rund 80 Kinder hatten vorerst in anderen Örtlichkeiten betreut werden müssen. Der Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf rund 400 000 Euro.

Bereits kurz nach dem Brand war ein Jugendlicher in Verdacht geraten, das folgenschwere Feuer durch Zündeln an einer Mülltonne verursacht zu haben. Der Heranwachsende hatte in der Nacht selbst die Einsatzkräfte alarmiert, berichtete die Polizei damals.

Nun, ein Jahr nach dem Brand, werden dessen letzte Spuren beseitigt: Die Gemeindeverwaltung hat die Arbeiten für die Dachsanierung ausgeschrieben und vergeben, das Dach soll in den Sommerferien saniert werden. Knapp 550 000 Euro wird das die Gemeinde kosten. Allerdings, so erklärt Bauamtsmitarbeiterin Lena Klingner, sei das Dach schon vorher sanierungsbedürftig gewesen – natürlich nicht in dem Maße, wie nun durch den Brandschaden. Die Versicherung wird daher nur einen Teil des Schadens übernehmen.

Die ersten beiden Kita-Gruppen sind bereits nach den Sommerferien 2021 nach St. Cyprian und Justina in Kappel zurückgekehrt. Schon seit geraumer Zeit werden dort wieder alle vier Gruppen betreut.

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