Kippenheim Zwei Schwerverletzte bei Unfall auf B 3

Julia Göpfert

Zusammenstoß: Autofahrer übersieht bei Überholmanöver einen entgegenkommenden Kleintransporter

Zwei Schwerverletzte sind die traurige Bilanz eines missglückten Überholmanövers am Dienstagmorgen auf der B 3 zwischen Kippenheim und dem Sulzer Kreuz. Ein Autofahrer hatte einen entgegenkommenden Kleintransporter übersehen.

Kippenheim/Sulz. Zu einem "Unfall mit auslaufenden Betriebsstoffen" waren die Kippenheimer und Mahlberger Feuerwehr am Dienstagmorgen auf die B 3 gerufen worden. Doch vor Ort bot sich den Rettungskräften ein viel schlimmeres Bild: Ein Audi-Fahrer, der kurz vor sechs Uhr Richtung Lahr unterwegs gewesen war, hatte das Auto vor ihm überholen wollen. Dabei hatte der 25-Jährige wohl einen entgegenkommenden Kleintransporter übersehen. Es kam zum Frontalzusammenstoß. Beide Fahrer erlitten dabei schwere Verletzungen. Der Fahrer des Kleintransporters wurde eingeklemmt und musste von den Feuerwehren Kippenheim und Mahlberg aus dem Fahrzeugwrack befreit werden.

Die B 3 war für die Unfallaufnahme etwa drei Stunden vollgesperrt, der Verkehr wurde über die Wirtschaftswege umgeleitet. Es entstand laut Polizei ein Schaden in Höhe von etwa 41 000 Euro.

Wie erleben die Einsatzkräfte eine solche Situation? "Man ist in einer Art Tunnel drin. Man weiß, welche Handgriffe man machen muss, um den Verletzten zu befreien, folgt automatisch den Ansagen der Führungskräfte", berichtet der Kippenheimer Feuerwehrkommandant Andreas Hurst der Lahrer Zeitung. "Wir arbeiten bei einer solchen Bergung auch immer zusammen mit dmn Notarzt, der einen Verletzten im Zweifelsfall mit Medikamenten ruhig stellen könnte." Etwa dann, wenn der Eingeschlossene panisch reagiere und dadurch sich selbst gefährden oder die Bergung behindern könnte.

Erst später, wenn alles vorbei sei, gehe einem die Situation beim Unfall immer wieder durch den Kopf. Etwa dann, wenn man wieder an der Unfallstelle vorbeifahre. Jedenfalls ihm ginge das so, erklärt Hurst.

Unfall von dieser Dimension passiert auf der Strecke nicht oft

Ein so schwerer Unfall, wie am Dienstagmorgen sei jedoch inzwischen eine Seltenheit auf dieser Strecke, berichtet Hurst: "Einen solchen Einsatz haben wir weniger als einmal im Jahr." Dazu trüge auch die Ampelanlage am Sulzer Kreuz bei, die dort seit 2017 steht (siehe Info). Denn durch diese seien viele Autofahrer gezwungen, ihre Geschwindigkeit vor der Ampel zuerst auf 70 und dann auf 50 Stundenkilometer zu drosseln, wodurch es zu weniger Unfällen zwischen Lahr und Kippenheim komme.

Ein Lob hat Hurst zudem noch für die Autofahrer am Dienstagmorgen: Jeder von ihnen habe sich klaglos auf den Wirtschaftsweg umleiten lassen. Keiner sei stehengeblieben oder ausgestiegen, um zu gaffen oder gar zu fotografieren. Ein solches Verhalten sei leider nicht mehr selbstverständlich, berichtet er aus seiner Erfahrung.

Das Sulzer Kreuz war lange Zeit ein Unfallschwerpunkt gewesen. Weil die Autos auf der B 3 mit relativ hoher Geschwindigkeit unterwegs waren, wurde das Abbiegen für die, die aus Sulz auf die Bundesstraße wollten, oft zum Glücksspiel. 2014 gab es eine Onlinepetition für einen Kreisverkehr. Nachdem sich zudem drei schwere Unfälle kurz hintereinander ereignet hatten, sprach der Sulzer Ortvorsteher Rolf Mauch mit Bildern von diesem beim Kreistags vor. "Und dann wurde allen klar, dass sich da schnell was ändern muss", berichtet er. 2017 wurde dann eine mobile Ampelanlage als Provisorium aufgestellt – und steht dort bis heute. "Inzwischen ist sie sturm- und wettererprobt – und wir wollen sie alle nicht mehr missen. Die 2,5 Minuten, die man dort vielleicht steht, sind gut investiert, wenn man dafür weiß, dass man sicher über die Kreuzung kommt", erklärt Mauch der LZ. Einen Nachteil gebe es jedoch: "Da man von der Sulzer Brücke aus kommend bis zur Ampel keinen Empfang hat, greifen viele bei einer Rotphase sofort zum Handy." Ob das besser würde, wenn aus der Ampel im Zuge der geplanten B 3-Umfahrung ein Kreisverkehr wird? "Ich denke beide Lösungen sind gleich sicher, wenn sich alle an die Regeln halten", so Mauch.