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Kippenheim Zeit in Kippenheim endete abrupt

Am 19. Oktober referiert Kurt Maier in der ehemaligen Synagoge über seine Kindheit und Deportation. Foto: Lahrer Zeitung

Kippenheim (red/fx). Der aus Kippenheim stammende jüdische Zeitzeuge Kurt Maier besucht anlässlich des 77. Jahrestags der Deportation der badischen Juden die ehemalige Synagoge in Kippenheim. Dort wird er am Donnerstag, 19. Oktober, ab 20 Uhr über seine Kindheit und seine Deportation in das Lager Gurs berichten.

 

Der 1930 geborene Maier besuchte bis 1938 die Volksschule in Kippenheim und anschließend die jüdische Schule in Freiburg. Am 22. Oktober 1940 wurden er und seine Familie zusammen mit anderen Kippenheimer Juden in das französische Internierungslager Gurs verschleppt. Als einer der wenigen Deportierten hatte die Familie Maier das Glück, das Lager verlassen und über Marseille und Casablanca 1941 in die USA emi­grieren zu können.

Zwischen 1952 bis 1954 war Maier als amerikanischer Soldat in Baumholder im Hunsrück stationiert. Er nutzte seine Militärzeit, um frühere Nachbarn in seinem Heimatort Kippenheim zu besuchen. Nach seiner Rückkehr in die USA begann er das Studium der deutschen Literatur und Geschichte in New York, das er an der Freien Universität in Berlin fortsetzte. Im Anschluss daran unterrichtete Maier Deutsch an verschiedenen Colleges.

In den 1970er-Jahren wechselte er als Bibliothekar an das New Yorker Leo-Baeck-Institut, dem wichtigsten Archiv zur deutsch-jüdischen Geschichte. 1978 erhielt er eine Stelle in der Abteilung für deutsche Geschichte und Literatur an der Washingtoner Kongressbibliothek, wo er heute noch im hohen Alter arbeitet.

Seit mehr als zehn Jahren besucht Maier auf Einladung der evangelischen und der katholischen Kirche am Jahrestag der Deportation seine badische Heimat und hält Vorträge an Schulen, Universitäten und Kirchengemeinden. Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

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