Kippenheim Wunschlösung kostet 55 Millionen

Südliche Ortenau - Es wird ernst in Sachen B 3-Umfahrung: Beim Umwelt- und Technikausschuss des Kreistags wird kommende Woche der Trassenvergleich vorgestellt. Die von Kippenheim und Lahr präferierte Variante bringt Entlastung, ist aber nicht billig.

Neue Kreisstraße wird immer mehr zur Realtität 

Weil Kippenheim vom B 3-Verkehr entlastet werden muss, durch die Lahrer Stadtteile Kippenheimweiler und Langenwinkel aber nicht mehr Autos rollen sollen, haben sich die beiden Nachbarn im Sommer auf eine gemeinsame Trasse für die geplante neue Kreisstraße von Ringsheim nach Lahr geeinigt – genannt: Variante 2 a (als Abwandlung von Variante 2).

Variante 2 a verläuft auf Höhe Kippenheimweiler näher an der Bahn und ist damit weiter vom Dorf abgerückt. Im Vergleich zur ursprünglich vorgesehenen Variante 1 enden die Varianten 2 und 2 a nicht in Langenwinkel, sondern führen am Ort vorbei, um bei der ehemaligen Gaskugel auf die B 415 (Autobahnzubringer) zu münden.

Wirkung: " Die Variante 2 ist die einzige Variante, welche bei der Verkehrsuntersuchung in allen Ortsdurchfahrten zu einer Entlastung führt", heißt es in der Vorlage für die Ausschuss-Sitzung am Dienstag, 29. September. Variante 2 a würde zwar weniger Autos (7200) in Kippenheim bedeuten als Variante 2 (6050), verursache allerdings eine Mehrbelastung auf der B 3 bei Mietersheim von zusätzlichen 1750 Fahrzeugen. Bei Variante 2 sei an dieser Stelle eine geringe Entlastung (750) zu verzeichnen. In den übrigen Ortsdurchfahrten wirkten beide Varianten nahezu gleich entlastend. Variante 2 und 2 a schnitten deutlich besser ab als Variante 1.

Kosten: Sowohl bei Variante 2 als auch bei Variante 2 a wäre ein Brückenneubau nötig – wobei der Bau an der K 5342 (bei Variante 2a) teurer käme als die Brücke am Rebweg (bei Variante 2). So läge Variante 2 a bei Gesamtkosten von 55,1, Variante 2 bei 49,7 Millionen Euro. Variante 1 wird aktuell auf 35 Millionen Euro taxiert.

Ökologie: Variante 2 a ist länger als Variante 2 und "frisst" deshalb mehr Fläche. "Der Eingriff in Natur- und Artenschutz ist bei Variante 2 a am größten, deshalb ist auch ein höherer naturschutzrechtlicher Ausgleich erforderlich", heißt es in der Vorlage. Nach Umweltaspekten schneidet Variante 2 a "von allen Varianten am schlechtesten" ab.

Alternativen: Variante 1 sei wegen der Mehrbelastung von rund 1550 Autos in Langenwinkel "nicht konsensfähig", so die Kreisverwaltung. Bei Variante 4 (ursprüngliche "Bahnparallele Trasse") wäre man abhängig von den Plänen der Bahn, was zu zeitlicher Ungewissheit führen würde. Zudem wäre "mit den höchsten Baukosten aufgrund der vielen Brückenbauwerke zu rechnen".

Variante 5 indes wird nur eine "geringe Entlastungswirkung in Langenwinkel und Kippenheimweiler" attestiert, in Kippenheim führte sie sogar zu einer Mehrbelastung. Variante 6 "hat nur eine geringe Entlastungswirkung in Langenwinkel und Kippenheimweiler", während im Lahrer Osten sogar mit einer Mehrbelastung und einer Überlastung der Knotenpunkte zu rechnen wäre.

Variante 7 wiederum würde zu mehr Verkehr in Langenwinkel und Kippenheimweiler führen.

Der Zeitaspekt der Vorschläge 

Wann kommt die Entlastung? Variante 1 der B3-Umfahrung in der südlichen Ortenau würde kürzer werden als zehn Kilometer, Variante 2 und 2 a länger. Deshalb wäre für die beiden Letzteren laut Kreisverwaltung ein Planfeststellungsverfahren "zwingend". Dies würde eine Zeitverzögerung von mindestens drei bis fünf Jahren bedeuten, so die Prognose aus Offenburg.

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