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Kippenheim "Wir wollen keine Schlafgemeinde"

"Lebensqualität durch Nähe" wird am Samstag, 24. Juni, einen runden Geburtstag feiern: Seit zehn Jahren hat die Projektgruppe Kippenheim und Schmieheim durch ihr Engagement geprägt und zu einer lebenswerteren Gemeinde gemacht.

 

Kippenheim. "Es ist eine Herzenssache von uns, da fließt sehr viel freie Zeit und Idealismus hinein", erklärte Leiterin Daniela Goth über ihr Engagement und das ihrer Mitstreiter vom Kernteam von "Lebensqualität durch Nähe" (LQN). 2007 wurde das Projekt auf Anregung der Erzdiözese unter Markus Studer vom Gemeinderat ins Leben gerufen. Sinn der Gruppe war und ist es, das Gemeinschaftsgefühl der Kippenheimer und Schmieheimer Bürger zu stärken und die Gemeinde lebenswert zu halten. Carmen Karcher verdeutlichte: "Es ist eine Sache für die Bevölkerung von uns Ehrenamtlichen."

Im Laufe der Jahre hat die Gruppe das Ortsbild Kippenheims nachhaltig geprägt: Sei es durch große Projekte wie die Neugestaltung des Himmelbach-Ecks oder die Restaurierung der Statue der Immaculata. Oder durch nicht minder wichtige Kleinigkeiten wie das Anbringen von Weg- und Hinweisschildern innerorts, das Aufstellen von Hundetoiletten, die alljährlichen Adventsfeuer oder das Schmücken des Kreisverkehrs an Ostern und Weihnachten. "Auch das wird von vielen Bürgern registriert. Als der Kreisverkehr neu gemacht wurde und das Dekorieren deshalb ausfiel, bekamen wir sofort Nachfragen", erinnert sich Silvia Schillinger-Teschner.

Besonders stolz ist die Gruppe auf die Entwicklung der Bibliothek. Seit 2007 hat sich die Zahl der Nutzer versiebenfacht: von 50 auf mehr als 350. Durch Kinderlesestunden, einen Bibliotheksführerschein für Vorschulkinder und der Teilnahme am Ferienprogramm mit dem Projekt "Heiß auf Lesen" ist es dem Team gelungen, den Nachwuchs frühzeitig an sich zu binden und mehrere Generationen unter dem Dach der Bücherei zu vereinen. Für Senioren gibt es zweimal jährlich einen Vortragsabend. "Außerdem sind wir dem Gemeinderat sehr dankbar, dass wir das ehemalige Grundbuchamt und das Archiv noch als zusätzliche Räume dazubekommen haben", sind sich die Verantwortlichen einig. Generell ist LQN dem Gemeinderat für seine Unterstützung dankbar. Stets stehe man den Anliegen und Ideen der Gruppe offen gegenüber und unterstütze sie – ideell und finanziell. "Größere Projekte wie die Instandsetzung der Immaculata könnten wir sonst auch gar nicht stemmen", erklärte Torsten Steiner.

Was die Gemeinde dafür zurückbekommt, sind das Engagement und die vielen Arbeitsstunden der insgesamt 20 aktiven Mitglieder. Dabei achtet LQN darauf, sich stets dynamisch neuen Gegebenheiten anzupassen. Von den ursprünglich sechs Projektgruppen sind noch die Gruppe Ortsbild und die der Bibliothek aktiv. Dafür wurde jedoch 2016 die Projektgruppe Flüchtlingsarbeit neu gegründet, als eine solche notwendig wurde.

Auch weitere Pläne stehen bereits fest: So wird sich LQN aktiv an der Neugestaltung der Grünanlage gegenüber des Kippenheimer Feuerwehrgerätehauses beteiligen. Zudem ist am 10. November eine Gruselführung durch Kippenheim geplant und im Februar wird es einen Vorleseabend für Erwachsene geben.

Zum Geburtstag wünscht sich die Gruppe vor allem eins: noch mehr engagierte Mitstreiter. Denn, so fasst es Karcher zusammen: "Wir wollen eine aktive Gemeinde und keine Schlafgemeinde. Wenn man etwas verändern will, muss man mitmachen."

INFO

Es wird gefeiert

Die Projektgruppe LQN wird am Samstag, 24. Juni, im Kippenheimer Rathaus ihr zehnjähriges Bestehen begehen. Die Feierlichkeiten finden von 11 bis 17 Uhr statt und werden mit dem Tag der offenen Tür im Rathaus verbunden. Auf dem Programm stehen unter anderem ein Quiz über Kippenheim und Vorlesestunden für Kinder.

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