Kippenheim Weinfest wohl erst wieder 2021

Kippenheim - Die 68. Auflage des Kippenheimer Weinfests wird wohl erst 2021 gefeiert. Zwar steht eine endgültige Entscheidung noch aus. Doch Bürgermeister Matthias Gutbrod ist realistisch: Die Chancen für eine Ausrichtung in diesem Jahr seien gering.

Bis Mittwoch lebte unter den Kippenheimer Vereinen die Hoffnung, dass sich doch noch alles zum Guten wendet und dank der abebbenden Corona-Welle am zweiten September-Wochenende planmäßig auf dem Festplatz gefeiert werden kann. Mit der Entscheidung von Bund und Ländern, das bislang bis 31. August geltende Verbot von Großveranstaltungen um zwei Monate zu verlängern, ist das Aus für das Weinfest nun praktisch besiegelt. Rathauschef Gutbrod, gleichzeitig Vorsitzender der ausrichtenden Interessensgemeinschaft (IG), wollte es am Donnerstag im Gespräch mit der LZ so deutlich noch nicht sagen: "Wir werden uns noch einmal zusammensetzen und dann final entscheiden. Aber klar ist, dass der neue Beschluss der Regierungen das Ganze sehr schwierig macht." Zumal dieser auch die Beibehaltung des Mindestabstands von anderthalb Metern umfasst.

Schon vor Wochen war den Beteiligten bewusst, dass das üblicherweise zweitägige Weinfest dieses Jahr nicht in gewohnter Form über die Bühne gehen könne. Doch während zwei andere Traditionsevents in der Gemeinde mittlerweile definitiv und komplett abgesagt wurden (siehe Info), wollte man ausloten, ob eine "kleinere, abgespeckte Version" (Gutbrod) möglich sei. "Das wäre grundsätzlich durchaus denkbar, weil die Veranstalter eingespielt sind und es deshalb keine wochenlange Vorlaufzeit bräuchte", so der Bürgermeister. Ein aktualisiertes Veranstaltungskonzept freilich habe man nicht zuletzt wegen der unsicheren Lage noch nicht entwickelt.

Nach den neuesten Entwicklungen sieht es stark danach aus, als bräuchte es das auch nicht mehr. Die Kippenheimer und die traditionell zahlreichen Besucher aus den Umlandgemeinden müssen wohl gänzlich auf das Weinfest mit seinem Höhepunkt – die Krönung der Weinkönigin – verzichten.

Für die acht beteiligten Vereine wäre das ein herber Schlag – finanziell wie ideell. Daraus macht IG-Vorsitzender Gutbrod keinen Hehl: Zum einen seien die beiden Festtage im September mit ihren Tausenden Besuchern für viele Vereine nach wie vor die Einnahmequelle Nummer eins, zum anderen falle ohne sie die Möglichkeit weg, sich im Ort zu präsentieren und so möglicherweise neue Mitglieder zu gewinnen. "Das Weinfest ist mit seiner 67-jähirgen Geschichte ein Fixpunkt in Kippenheim", macht Gutbrod deutlich. "Das streicht man nicht leichtfertig aus dem Kalender."

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