Kippenheim Wasserversorgung bricht zusammen

Mit einem Spezialkran wurden am Dienstagvormittag die defekten Pumpen aus dem Kippenheimer Tiefbrunnen gehoben. Wie lange die Reparatur dauert, ist noch unklar. Foto: Gemeinde

Kippenheim - Wassernot in Kippenheim: Weil beide Pumpen des einzigen Tiefbrunnens ausgefallen sind, musste am Dienstag eine Notversorgung eingerichtet werden. Man habe die Lage im Griff, heißt es aus dem Rathaus, Einschränkungen seien aber unumgänglich.

Mehr als außergewöhnliche Situation

Kippenheims Bürgermeister Matthias Gutbrod war am Mittag im Gespräch mit der LZ hörbar angefasst: "So eine Situation ist schon mehr als außergewöhnlich, die man glücklicherweise nicht alle Tage erlebt. Hier sind alle auf den Beinen." Gleichzeitig war der Rathauschef bemüht, Zuversicht auszustrahlen: "Ich habe großes Zutrauen in die Fähigkeiten unserer Mitarbeiter von Wasserwerk und Bauhof. Sie tun alles, um die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten."

Was war geschehen? Dienstagfrüh gegen 0.30 Uhr ging bei Andreas Hurst der Alarm ein: Störfall im Tiefbrunnen im Schambachtal. Nichts Gutes ahnend machte sich der Wassermeister auf den Weg. In dem unscheinbaren Häuschen an der B 3 nahe des Sulzer Kreuzes arbeiten normalerweise zwei Pumpen, um die Kippenheimer Haushalte mit Trinkwasser zu versorgen. Das Problem: Eine der beiden Maschinen ist bereits vor drei Wochen ausgefallen. Ersatz ist zwar bestellt, wird voraussichtlich aber erst in einigen Wochen geliefert. "Vor Ort zeigte sich leider, dass es nun auch an der anderen Pumpe einen größeren Schaden gab", so Hurst.

Aus Sicht des Wassermeisters war der Super-Gau eingetreten. "Der Hochbehälter war noch etwa zur Hälfte gefüllt, das sind rund 400 Kubikmeter." Hurst rechnete und wusste schnell: "Wenn nichts passiert, sitzen wir am frühen Nachmittag auf dem Trockenen."

Doch natürlich passierte etwas. Bis Mittag waren zwei Behelfsleitungen eingerichtet, so wie es das Notfall-Protokoll vorsieht. Laut Hurst hängt jetzt ein Teil Kippenheims am Mahlberger Wassernetz, das wiederum über Ettenheim gespeist wird, der andere Teil an Schmieheim (siehe Info). Letzteres war nur dank der erst vor wenigen Wochen fertiggestellten Verbindungsleitung zwischen Kippenheim und Schmieheim möglich. Rund eine Million Euro hat sich die Gemeinde das Zusammenlegen der bis dato eigenständigen Wassernetze kosten lassen. Gutbrod: "Das ist unser Riesenglück im großen Pech" – Hurst: "Das hat uns den Hintern gerettet".

Appell: Verbrauch auf das Nötigste reduzieren

Einige Bürger riefen bereits am Vormittag im Rathaus an und meldeten "Veränderungen im Wassernetz", wie Gutbrod berichtete. Der Wassermeister lieferte die Erklärung: "Die Ersatzleitung nach Schmieheim funktioniert erst im Zusammenspiel mit einem sogenannten Druckregelbauwerk hundertprozentig." Weil das noch nicht steht, könne es in höheren Lagen Kippenheims in den nächsten Tagen zu Druckabfällen kommen, möglicherweise auch zu kurzen Ausfällen. Der Bürgermeister ruft vorsorglich zu einem maßvollen Wasserverbrauch auf: "Auch wenn es schwerfällt, sollte man auf das Befüllen von Pools oder das Gartenwässern vorerst weitestgehend verzichten."

Zeitpunkt der Reperatur ist noch unklar 

Wie lange das von Gemeindemitarbeitern und Experten der Bahlinger Firma Meitec geschaffene Provisorium halten muss, ist noch unklar. "Die defekte Pumpe wurde mit einem Kran gehoben und zu einer Fachfirma in Schwäbisch Gmünd gebracht. Wie groß der Schaden ist, ob und bis wann er repariert werden kann, wissen wir nicht", sagt Hurst.

Ein Hoffnungsschimmer: Der Kippenheimer Wassermeister hat parallel zu den Arbeiten vor Ort Kontakt in die Gemeinde Durmersheim bei Karlsruhe aufgenommen: "Mit etwas Glück bekommen wir eine Ersatzpumpe zur Verfügung gestellt, die passt und die Versorgung vorübergehend sicherstellt."

  • Bewertung
    1