Kippenheim Von Baugebieten bis zum Supermarkt

Mehr als 50 Interessierte waren am Donnerstag zur Bürgerversammlung ins Kippenheimer Feuerwehrgerätehaus gekommen. Foto: Decoux-Kone Foto: Lahrer Zeitung

Die Kippenheimer Verwaltung setzt weiter auf Transparenz – und die Bevölkerung dankt in Form von Anwesenheit: Bei der siebten Bürgerveranstaltung nahmen mehr als 50 Bürger die Chance wahr, sich in die Gemeindeentwicklung einzubringen.

Kippenheim. Nach sechs vorangegangenen Veranstaltungen zu den "Leuchtturmprojekten" Bürgerhaus und Schlossgarten stand jetzt die Erarbeitung die Entwicklung der Gesamtgemeinde im Fokus. Die Bürger waren wiederum aufgefordert, ihre Ideen dazu auf Schautafeln zu notieren. Sie waren mit zuvor Gehörtem wohl zufrieden, viel hatten sie nicht hinzuzufügen, was Bürgermeister Matthias Gutbrod als Beweis dafür wertete, dass die Kippenheimer das Konzept mittragen. Sein Fazit: "Wir sind auf dem richtigen Weg."

Bei der Veranstaltung ging es nicht darum, Ergebnisse zu formulieren, sondern Potenziale aufzuzeigen, wohin die Reise gehen kann; und um Aufgaben und Handlungsfelder zu Projekten zu definieren, die kurz- und langfristig umsetzbar sind, wie es Moderatorin Judith Nägeli eingangs sagte. Die Gemeinde sei ein eigenständiger, voll funktionsfähiger Ort mit einer guten Infrastruktur. Diese gelte es zu erhalten und weiterzuentwickeln. Wie auf einer Perlenschnur aufgereiht könnten verschiedene Projekte die beiden Ortsteile miteinander verbinden. Ausgehend von der ersten Perle mit dem neuen Bürgerhaus am Kippenheimer Ortseingang und der geplanten dahinterliegenden Bebauung könne der Ortskern weiter gestärkt werden.

"Perlen": Bürgerhaus, Sportgelände, Schloss

Etwa durch die Schließung von Baulücken. Was den Bedarf von Wohnbauflächen angeht, könnten neue Baugebiete etwa auf dem Gelände über dem Mühlbach oder in Richtung Weinberge entstehen. Große Flächen auszuweisen, sei weiterhin nicht das Credo. Angestrebt werde ein gemäßigtes Wachstum mit kleineren Baugebieten.

Die nächste Perle sei das Sportgelände, das zum Bindeglied zwischen den beiden Ortsteilen aufgewertet werden und direkt nach Schmieheim zur letzten Perle, dem Schlossgarten, führen könne. Mit dessen Umgestaltung gehe die Projektentwicklung für die alte Festhalle einher sowie die Schaffung von Wohnflächen am Schloss und angrenzenden Gebieten. Weitere Bauflächen könnten am "Herrschaftswald", im "Geigentälchen" oder in der Verlängerung der Weinbergstraße entstehen. Gewerbe könnte sich am Ortseingang ansiedeln, ein wichtiger Baustein sei ein Supermarkt, um die Nahversorgung wiederherzustellen. Andere Projekte könnten ein Radwegkonzept oder die Stärkung der Mobilität durch den Ausbau des ÖPNV oder von Mitfahrgelegenheiten sein.

Ideen, die zur Gemeindeentwicklung eingebracht wurden, sollen nun in das Konzept eingearbeitet werden. Mitte Dezember soll es der Gemeinderat verabschieden.

Hinter den Kulissen wird kräftig am Bürgerhaus gearbeitet, hieß es von der Verwaltung zum aktuellen Planungsstand. Die vorliegende Konzeption wurde im Innenbereich modifiziert, Fachplaner sitzen mit im Boot, der Bauantrag ist in Arbeit. Parallel dazu läuft die Änderung des Flächennutzungsplans. Man liege im Zeitplan. Ziel sei, im kommenden Jahr die Bagger rollen zu lassen. Ähnliches gilt für die Umgestaltung des Schlossgartens. Aktuell wird der Entwurf konkretisiert. Einige Schmieheimer Bürger gaben Feedback für die Auswahl zu den Materialien für Sitzbänke oder Pflaster.

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