Kippenheim Viel los auf und neben den Straßen

Kippenheim. Fulminanter Start in die fünfte Jahreszeit: Beim Nachtumzug der Schelmewinkler machten 800 Hästräger in mehr als 30 Gruppen die Kippenheimer Straßen unsicher. Die Zunft war eine der ersten, die die Fasent einläuteten. Entsprechend groß war das Interesse der Besucher aus nah und fern, die Umzugsstrecke war größtenteils dicht gesäumt von Zuschauern.

Unter ihnen waren viele Familien mit Kindern, die zum närrischen Spektakel gekommen waren, der Nachwuchs war zum großen Teil verkleidet. An der Ecke Bachgasse/Bachgarten stand eine Gruppe von Bewohnern des Pflegeheims Rebenblüte, die sich den Umzug nicht entgehen lassen wollte. An besagter Ecke begrüßte Sprecher Helmut Zähringer die Teilnehmer des Umzugs. Er kommentierte dieses Mal nicht aus einem Wagen heraus, sondern aus luftiger Höhe. Eine Firma hatte den Schelmewinklern einen Baukran mit ausfahrbarem Korb zur Verfügung gestellt, Sprecher Zähringer konnte aus drei Metern Höhe einen schönen Blick auf das Umzugsgeschehen genießen. Und das war wie gewohnt bunt gemischt. Hexen, Geister, Tiere wie Wölfe und Krabben tummelten sich auf den Straßen. Für Auflockerung sorgten verschiedene Guggemusiken und Fanfarenspieler, die sich zwischen die Hästräger gemischt hatten.

Knapp 500 Zünfte hatte Zähringer seit Frühjahr vergangenen Jahres angeschrieben. Unter denen, die sich angemeldet hatten, waren treue Teilnehmer wie die Haldehexe aus Schenkenzell, die Feuerhexen aus Heiligenzell, die Richebacher Schutter Schlurbi, die Schutterner Kruttstumpe, die Allmeschwierer Bäschili-Hexe, die Lahrer Galgenberg-Hexen und die Bühler Quetscheteufel. Selbst-redend waren die Kippen-heimer Moore-Bätscher und Hexen mit dabei.

Aus den Reihen der einheimischen Hexen vertrat diesmal Julian Siefert den erkrankten Bürgermeister. "Ich bin der einzige Narr aus dem Gemeinderat", so Siefert, dem seine Aufgabe sichtlich Spaß machte.

Alles in allem war’s ein farbenprächtiger Umzug in fröhlicher Atmosphäre. Gut eine Stunde lang zogen die Hästräger von der Freiherr-von-Grechtler-Straße via Bienenmättle, Bachgasse und Bachgarten zur Festhalle.

Weniger Konfetti und Stroh

Erfreulich neben der guten Stimmung war für die Anwohner auch, dass in diesem Jahr deutlich weniger Konfetti und Stroh geworfen wurde. Neben offiziellen Verpflegungsständen von Vereinen am Aufstellungsplatz in der Freiherr-von-Grechtler-Straße (Skizunft), Bachgasse/Bachgarten (Alte Herren vom Sportverein) und auf dem Festplatz (Schützenverein) hatten einige Anwohner ihr privates Fest im eigenen Hof.

Zur allgemeinen Einkehr hatten in der Bachgasse die Familie Nowack und die Ministranten eingeladen; der Erlös aus dem Verkauf von Grillwurst und Schorle fließt wie üblich einem guten Zweck zu, in diesem Jahr soll das Geld der Polen-Reise der Ministranten zugute kommen.

Im Anschluss an den Umzug fand in der Festhalle der Brauchtumsabend statt. Das Programm gestalteten die Tanzgruppen Dance Attack aus Schmieheim, das Männerballett der Kippenheimer Hexen als "Schneewittchen und die sieben Zwerge" und eine weitere Tanzgruppe der Bühler Quetschteufel. Die schrägen und schrillen Töne lieferten die Guggemusiken Ramba-Zamba-Wiebergugge, D’Gsoddini aus Forchheim, die Guggemusik Sälle 15 aus Hardt und die Richebacher Schutter-Schlurbi. Wegen der Baustelle auf dem Festplatz musste das Narrendorf auf den Festplatz verlegt werden. Das war für alle Besucher zugänglich.

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