Kippenheim Starkregen: In Kippenheim ist Land unter

Kippenheim - Ein Starkregen, wie es ihn wohl seit Jahrzehnten nicht mehr gab, hat am Montagnachmittag für einen Ausnahmezustand in Kippenheim gesorgt. Die Feuerwehr war bis in den Abend im Einsatz.

Gegen 16 Uhr öffnete der Himmel über der südlichen Ortenau die Schleusen – besonders prasselte es auf Kippenheim herunter. Fast eine Stunde gewitterte und hagelte es, aber vor allem regnete es wie aus Kübeln. Mehrere ältere Kippenheimer sagten, sie hätten so ein Unwetter noch nie erlebt.

Die Folgen schilderte Andreas Hurst, Feuerwehrkommandant und zugleich Wassermeister der Gemeinde, am Montagabend gegenüber der Lahrer Zeitung: "Durch den wolkenbruchartigen Regen waren die Entwässerungsgräben rund um den Ort in kürzester Zeit voll gelaufen, sodass sie die Wassermassen nicht mehr abführen konnten. Dadurch staute sich das Wasser in die Kanalisation zurück und trat an einigen Stellen aus den Gullydeckeln nach oben." Besonders betroffen gewesen sei das Kippenheimer Ortszentrum. Hurst: "In der Post- und Querstraße ist der Mühlbach unter der Straße verdolt, da war es teilweise extrem."

Die Feuerwehren aus Kippenheim und Schmieheim seien mit rund 25 Einsatzkräften vor Ort gewesen, berichtet der Kommandant. Sie waren bis in den Abend hinein damit beschäftigt, voll gelaufene Keller auszupumpen, nicht nur in Post- und Querstraße sondern auch im Bereich Bachgasse und Am Mühlbach. Rund 20 Häuser seien in Kippenheim insgesamt betroffen gewesen, so Hursts erste Einschätzung, wobei sich die Schadensbilder arg unterschieden hätten. "Bei manchen Stand das Wasser ein paar Zentimeter hoch, bei anderen bis zu anderthalb Metern."

Das hätte Emotionen bei den Bewohnern ausgelöst, "die natürlich absolut nachvollziehbar" seien. "Es ist schlimm, wenn man da steht, zusehen muss, wie der Keller voll läuft und man nichts dagegen tun kann", weiß Hurst. Allerdings betont der Wassermeister: "Es war kein Problem der Kanalisation, die Gräben rund ums Dorf konnten einfach die riesigen Massen an Wasser nicht mehr bewältigen."

Geärgert hat sich Hurst über einige Autofahrer: "Ich kann nicht nachvollziehen, wie man in eine Straße fahren kann, in der 15 Zentimeter hoch das Wasser steht und eindeutig nicht mehr befahrbar ist." Die Autos hätten Wasser an Kellerfenster gespritzt und die Situation in einige Häusern so noch verschärft. Zudem seien dadurch zahlreiche Fassaden verschmutzt worden. Als die Feuerwehr vor Ort war, sperrte sie das Ortszentrum für den Verkehr, laut Hurst für rund eine Stunde.

Nachdem es aufgehört hatte zu regnen, habe sich die Situation schnell entspannt, sei das Wasser "relativ zügig abgelaufen", berichtet der Feuerwehrkommandant. Danach ging es ans große Reinemachen: "Die Poststraße war stark verschlammt, die mussten wir erst mal reinigen."

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