Kippenheim "Starkes Zeichen" für B 3-Umfahrung

Kippenheim - Stumm, aber deutlich war der Protest in Kippenheim gewesen: 400 Menschen mit Warnwesten standen am Mittwochabend von 17 Uhr an entlang der B 3, um für eine Umfahrung zu demonstrieren. Diese wird am kommenden Dienstag im Kreisrat Thema sein. Die Menschenkette am Mittwochabend zur besten Berufsverkehrszeit war und wird nicht die einzige Aktion gewesen sein, zu der die Mitglieder der Bürgerinitiative B 3 (BI B 3) aufgerufen haben.

Ihr Ziel ist es, gegen den Durchgangsverkehr mit all dem Lärm und Abgasen von durchschnittlich 22.000 Fahrzeugen am Tag zu protestieren und sich für die Umfahrung Kippenheims stark zu machen. Diese wird am kommenden Dienstag in Offenburg in einer Kreisratssitzung Thema sein. Die BI wird mit einer Delegation vor Ort sein, wie der stellvertretende Vorsitzende der BI, Jörg Kölble, sagte.

Von dem großen Zustrom zur Menschenkette waren nicht nur er und BI-Vorsitzender Matthias Stulz begeistert gewesen. "Es ist ein starkes Zeichen, das die Kippenheimer gesetzt haben", erklärte auch Kippenheims Bürgermeister Matthias Gutbrod gegen Ende der Aktion, deren Dauer für eine halbe Stunde angesetzt war.

Teilweise Verständnis, teilweise Anfeindungen von Autofahrern

Tatsächlich dauerte die Demonstration in Kippenheim aber noch eine Weile länger, und zwar ohne besondere Vorkommnisse, wie aus den Reihen der Feuerwehr zu hören war. Die war zusammen mit der Polizei im Einsatz gewesen, um Probleme zu verhindern.

Von der BI waren neun Ordner im Einsatz, die neben einer Erfassungsstation am Rathaus durch die Reihen entlang der B 3 gingen, die Teilnehmer erfassten und darauf achteten, dass jeder einzeln an seinem Platz blieb. Einige von ihnen wurden von den Autofahrern, die sich durch den Stop-und-Go-Verkehr quälen mussten, angefeindet. "Wir haben auch dumme Bemerkungen à la ›wir sollten uns nicht so anstellen‹, zu hören bekommen", berichtete Ordner Dirk Vogel. Dies seien aber meistens auswärtige Fahrer gewesen, so sein subjektiver Eindruck. Andere Autofahrer hatten hingegen ermutigende Worte gerufen, viele haben gegrüßt.

BI-Vorsitzender ist von Anzahl der Teilnehmer "überwältigt"

Viele Demonstranten machten mit Plakaten auf ihren Unmut und ihre Forderung nach einer Umfahrung Kippenheims aufmerksam, diese verteilten die Mitglieder der BI an jeden, der eines haben wollte.

Besonders dicht gesäumt war die Bundesstraße am Rathaus und in Richtung südlicher Ortsausgang gewesen. In Richtung Norden standen vereinzelt Teilnehmer an der Straße. Im Gesamtergebnis zeigte sich BI-Vorsitzender Matthias Stulz jedoch "überwältigt" von der Anzahl der Teilnehmer und erklärt: "Ich denke, die Autofahrer haben gesehen, dass auch ihnen die Umfahrung der B 3 helfen würde."

Auswärtige auch dabei

Unter den Demonstranten an der B 3 waren nicht nur Anwohner, sondern auch viele, die in ruhigeren Wohngebieten leben; so auch Birgitta Bahner, die mit ihrer Teilnahme ein "Zeichen der Solidarität" setzen wollte. Sogar Auswärtige aus Altdorf und Mahlberg machten mit. Dies ebenfalls aus Solidarität und auch weil einige von ihnen selbst vom Verkehr auf der B 3 betroffen sind, so wie Ulrike Kesselring und Ina Foßler, beide wohnhaft in Mahlberg nahe der Bundesstraße.

Foßler ärgert sich auch darüber, dass Lastwagenfahrer das Nachtfahrverbot missachteten. Kesselring geht es nicht nur um Lärm, sondern auch um die Belastungen durch die Abgase. An ihrem Anwesen stehe eine Feinstaubsonde, die die Menge der ausgestoßenen Staubpartikel messe und die Daten ans Landratsamt übermittele. "Die Werte sind zigfach höher, als die der Feinstaubsonden, die in Orschweier in der Nähe des DYN A5 Gewerbegebiets stehen", sagte sie.

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