Kippenheim Spielfreude des Solisten steckt an

Das Orchester zeigte sich in der Kippenheimer Friedenskirche harmonisch und vielfältig. Foto: Decoux-Kone Foto: Lahrer Zeitung

Das Ettenheimer Kammerorchester gibt es seit fünf Jahren. Aus diesem Anlass standen beim Konzert in der Kippenheimer Friedenskirche zwei bekannte Werke großer Komponisten auf dem Programm.

Kippenheim. Für das Violinkonzert e-Moll op. 64 von Felix Mendelssohn Bartholdy gab es Unterstützung vom Violinisten Sebastian Breuninger, aufgewachsen in Schweighausen und mittlerweile erster Konzertmeister beim Leipziger Gewandhausorchester. Den zweiten Teil des Konzerts bestimmte die Symphonie Nr. 8 C-Dur, genannt "Die Große", von Franz Schubert. Deren Uraufführung war im Jahr 1839 im Gewandhaus Leipzig unter der Leitung Mendelssohn Bartholdys.

Für die Musiker waren beide Stücke eine große Herausforderung, die sie unter der Leitung von Dirigent Stefan Krattenmacher bravourös meisterten. Sie bewiesen einen harmonischen und orchestralen Artenreichtum, der seinesgleichen sucht.

Breuninger ist ein großer Könner seines Fachs. Sein grandioses Wirken, gepaart mit viel Spielfreude, übertrug sich sich auf das Orchester. Die vier Sätze im Violinkonzert gingen nahtlos ineinander über. Es beginnt mit leidenschaftlicher Freude, das Hauptthema erklingt im Soloinstrument, die Kadenz wird nach vorne gezogen. Im Mittelteil steht der Solist mit seinen Geigentönen und seiner musikalischen Imagination im Vordergrund. Zu hören ist eine große Bandbreite unterschiedlichster Töne, sanft in den Höhen und kräftig in den Tiefen. Breuninger reißt die Zuhörer mit großer Virtuosität mit und zieht sie in seinen Bann. Er und das Orchester überzeugen mit großer Klangfülle. Im zweiten Satz wird die Musik ruhiger, mündet dann mit dem "Allegro non troppo" in Freude – allerdings nicht zu viel – bevor sie mit dem "Allegro molto vivace" voller Lebendigkeit und Lebensfreude sprudelt.

Das Publikum war begeistert, mit überschäumender Virtuosität übertraf der Solist alle Erwartungen, sich von den Kirchenbänken erhebend forderten die Zuhörer eine Zugabe. Die gewährte Breuninger mit dem dritten Satz aus der ersten Violinsonate von Johann Sebastian Bach.

Die "Große" von Frühromantiker Franz Schubert verbindet einen romantisch-lyrischen Reichtum an Formkunst und Melodik, wie es in der Ankündigung beschrieben ist. Dirigent Krattenmacher hat dem Werk seinen Stempel aufgedrückt. Mit viel Spielfreude entfaltet das Orchester schon im ersten Satz sein großes Können. Das Oboensolo und das Horn im zweiten Satz sind fast mystisch, spannend und temperamentvoll wird es dann im dritten Satz. Über das "Scherzo" führt dies im "Allegro vivace" zu großer Lebendigkeit. Die Zuhörer waren mehr als begeistert, der Applaus wollte kaum ein Ende nehmen.

Den Erlös aus den Spenden stiftet das Kammerorchester der Straßenschule in Freiburg.

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