Kippenheim Schelmewinkler erhalten viel Besuch

Von kaltem Wind und Nieselregen ließen sich am Samstag weder Teilnehmer noch Besucher die gute Laune vermiesen. Zu Nachtumzug und Brauchtumsabend der Narrenzunft Schelmewinkler kamen allein rund 1000 Hästräger.

Kippenheim. Alles in allem war’s, dem Wetter entsprechend, ein buchstäblich feuchtfröhlicher Auftakt für eine in diesem Jahr lange Fasentkampagne in Kippenheim. Nicht überall standen die Besucher dicht gedrängt in Zweier- und Dreierreihen, aber wo das passierte, war die Stimmung gut. Viele Zuschauer waren verkleidet und gut eingepackt. In einigen Anwesen hatte man den Umzug zum Anlass genommen, eine private Party zu feiern.

Guggemusiken, Hexen, Teufel, Wölfe und Eber boten ein buntes und farbenfrohes Bild. Hexen trugen gelbe, schwarze und rot-weiß-karierte Kopftücher, ins Auge fielen auch die Zauberhüte. Andere Hexen fielen mit leuchtend roten und blauen Augen auf, was Moderator und Narrenzunftvorsitzender Helmut Zähringer mit "schaurig" kommentierte. Zähringer stand gemeinsam mit Bürgermeister Matthias Gutbrod und Kommandant Andreas Hurst im Wagen an der Ecke Bachgasse/Bachgarten, kommentierte die einzelnen Häs und begrüßte jede Gruppe mit einem dreifachen "Narri Narro". Es waren Mitglieder von 47 Zünften und Guggemusiken aus Baden und Schwaben gekommen. Unter anderen waren dabei die Spessarter Eber aus Ettlingen, die Domänenwaldgeister aus Bad Rotenfels in der Nähe von Baden-Baden sowie die Schopfheimer Sengelegeischter 1987 gekommen. Nur die Hexen aus Donaueschingen hatten wegen vereister Straßen ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt. Neben den Gästen aus der Ferne waren die Kippenheimer Hexen, die Moore-Bätscher und aus Mahlberg die Geister dabei; außerdem die Sabbathexen aus Kippenheimweiler, die Friburger Seeteufel, die Bäschli Hexen aus Allmannsweier sowie die Lahrer Laubenhexen und Riesigwibli.

Wie es sich zu einem Umzug gehört, erschreckten Hexen und Teufel die Besucher, andere verteilten Bonbons und andere Süßigkeiten. Was für die einen Party mit Umzug war, bedeutete für andere auch Arbeit. Denn neben den Schelmewinklern, die am Samstagabend an der Umzugsstrecke und später in der Festhalle im Einsatz waren, sorgten auch das örtliche Rote Kreuz und die Feuerwehr für einen geordneten Ablauf.

Zig Male rief Helmut Zähringer den Schlachtruf der einzelnen Gruppen und das dreifache "Narri Narro" an. Ob er nicht davon heiser sein wird am Tag darauf? "Es geht so", antwortete er auf die Frage. Für ihn und die anderen Schelmewinkler ging’s in der Festhalle mit dem Brauch­tums­abend weiter. Dort war mit den Auftritten von Tanzgruppen und Guggemusiken fröhliches Remmidemmi angesagt.

Moderator Jörg Kölble durfte hier die Kippenheimer Guggemusiker Moore-Bätscher, die Hagemann Hexen aus Hechingen, eine weitere Showtanzgruppe aus Schmieheim sowie die Barmer Schalmeien aus Hüfingen, die Schierebirzler aus Steinenstandt, die Bühler Quetschteufel und die Guggemusik Närrische Bürgerwehr Peterzell begrüßen. Im Anschluss war Stimmung und Tanz mit DJ Hardy angesagt.

Das war weit nach 22 Uhr. Bis dahin waren schon die ersten Kehrwagen im Einsatz gewesen. Denn Konfetti war zuhauf geflogen. Das und weitere Hinterlassenschaften räumten die Schelmewinkler gleich nach dem Umzug und auch am Sonntag auf. Das gehört schon seit einigen Jahren zum guten Brauch, wie Bürgermeister Gutbrod weiß. "Wir können uns als Gemeinde darauf verlassen, dass hinterher wieder alles in Ordnung ist", sagte er.

Eine Premiere ist am Schmutzigen Donnerstag zu erleben, wie Helmut Zähringer berichtet. Denn der Hemdglunker­umzug wird als Fackelzug organisiert. Start ist am Rathaus. Über die Ecke Schelmewinkel am Friedhof, nach dem sich die Narrenzunft einst benannte, geht es zum Schützenhaus zur Einkehr.

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