Kippenheim Radfahrer geben Ettenheim und Kippenheim nur ein "ausreichend"

Ein öffentlicher (Elektro-)Fahrrad-Verleih wie ihn Lahr hat, wird in Ettenheim und Kippenheim vermisst.Archivfoto: Baublies Foto: Lahrer Zeitung

Ettenheim/Kippenheim. Die Radfahrer sind mit ihrer Situation in Ettenheim und Kippenheim nur bedingt zufrieden. Das geht aus dem Fahrradklima-Test 2020 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) hervor. Beide Kommunen erhielten von den Teilnehmern der Umfrage lediglich eine Schulnote von 3,9 – ausreichend. Immerhin: für Ettenheim bedeutet das Ergebnis eine leichte Verbesserung im Vergleich zu 2018, als es eine 4,1 gab. Kippenheim war vor zwei Jahren nicht Teil der ADFC-Bewertung gewesen.

Die beiden Orte in der südlichen Ortenau liegen im bundesweiten Gesamtergebnis nah beieinander im Mittelfeld. Der Durchschnitt aller teilnehmenden Gemeinden und Städte in der Kategorie bis 20 000 Einwohner liegt bei 3,8. Ettenheim kam auf Platz 217 von 418, Kippenheim landete auf Rang 219. Auf Landesebene rangiert Ettenheim auf Position 40 von 74, Kippenheim eine dahinter.

Die 53 Ettenheimer Radfahrer, die bei der Umfrage mitmachten, hoben positiv hervor, dass es wenig Fahrraddiebstähle in der Stadt gebe und in jüngster Zeit viel in den Radverkehr investiert worden sei. Auch für die Erreichbarkeit der Innenstadt und die Oberfläche der Radwege gab es Lob. Negativ schlug indes zu Buche, dass es schwierig sei, das Rad mit in den Nahverkehr zu nehmen, sowie der Mangel an öffentlichen Fahrrädern. Zudem missfiel vielen die Wegführung für Radfahrer, speziell an Baustellen.

ADFC: Grundlage für Verbesserungen

In Kippenheim nahmen 55 Radler an der vom ADFC organisierten Befragung teil. Sie kritisierten ebenfalls, dass es keinen kommunalen Radverleih gebe, zudem dass wenig Werbung fürs Radfahren gemacht werde sowie eine schlechte Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer. Lob gab es für geöffnete Einbahnstraßen in die Gegenrichtung, Extra-Ampelschaltungen für Radfahrer und die Verkehrsführung an Baustellen.

Der Fahrradklima-Test ist nicht repräsentativ, gilt aber als Stimmungsbarometer. 230 000 Teilnehmer bewerteten dafür im Herbst 2020 zum neunten Mal die Fahrradfreundlichkeit ihrer Kommune. Bei den Fragen ging es vor allem um das Sicherheitsgefühl der Radler, um Konflikte mit Fußgängern oder Autofahrern und um die Qualität von Radwegen. Der ADFC bezeichnet die Umfrage als "Zufriedenheits-Index" der Radfahrer. Er soll Verkehrsplanern und politisch Verantwortlichen lebensnahe Rückmeldungen zum Erfolg ihrer Radverkehrsförderung und nützliche Hinweise für Verbesserungen geben.

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