Kippenheim Neuer Wohnraum für Schmieheim

Schmieheim - Nach Jahren des Stillstands ist in Schmieheim neuer Wohnraum in Sicht: Am nordwestlichen Dorfrand soll Platz für Ein- und Mehrfamilienhäuser geschaffen werden – geht es nach dem Willen des Ortsvorstehers, "so schnell wie möglich".

Mögliches Bauland steht im öffentlichen Fokus 

Das bis dato letzte Baugebiet, das im Kippenheimer Ortsteil erschlossen wurde, war "Wohnen am Schloss" im Jahr 2013. Die sechs Plätze wechselten innerhalb kürzester Zeit den Besitzer und sind längst bebaut. Seitdem wurde in Schmieheim immer wieder diskutiert, wie und vor allem wo man zu neuem Bauland kommen könnte. Im Rahmen des 2018 initiierten Gemeindeentwicklungskonzepts rückte das Thema in den öffentlichen Fokus. Dabei kristallisierten sich die Gebiete "Geigentälchen", "Verlängerung Weinbergstraße" und "Herrschaftswald" als Favoriten heraus. Auf Letzteren ist nun die Wahl gefallen.

"Wir konnten dort vor Kurzem größere Flächen erwerben, was dem Ganzen eine neue Dynamik gegeben hat", sagt Ortsvorsteher Michael Hartmann im Gespräch mit der LZ. Konkret: Etwa knapp die Hälfte des rund 13 000 Quadratmeter großen Areals gegenüber dem Wohngebiet Hummelberg liegt nun in Gemeindehand.

Wohnraum statt teurem Ackerland schaffen 

"Die anderen Eigentümer haben signalisiert, ihre Grundstücke bei einer Erschließung zeitnah zu bebauen", berichtet Hartmann. Um sicherzustellen, dass keine Lücken entstehen, sollen die Flächen in Privatbesitz mit Bauverpflichtungen belegt werden. Der Ortsvorsteher: "Wir wollen Wohnraum schaffen, kein teures Ackerland."

Ein erster Entwurf des Freiburger Planungsbüros Fischer sieht 16 Ein- und drei Mehrfamilienhäuser (Eigentumswohnungen) vor; Letztere im südwestlichen Teil des Gebiets zur Kreisstraße hin. Erschlossen werden sollen die Grundstücke über vier Stichstraßen, die an die Straße "Zum Herrschaftswald" anknüpfen.

Hartmann ist sich sicher, dass der Bedarf nach zusätzlichem Wohnraum in Schmieheim da ist: Das Gebiet "Wohnen am Schloss" sei nicht mehr als "ein Tropfen auf den heißen Stein" gewesen. "Ich wurde in den vergangenen Jahren und Monaten immer wieder angesprochen, konnte aber nichts Verbindliches sagen, weil ich keine falschen Hoffnungen wecken wollte." Nun, da die Pläne zum "Herrschaftswald" öffentlich werden, "dürften sich die Anfragen wieder häufen".

Ortschaftsrat soll am Montag Segen geben

In einem ersten Schritt ist jetzt der Ortschaftsrat am Zug. Bei seiner Sitzung am kommenden Montag (ab 19.30 Uhr im Schloss) soll er grünes Licht für das Baugebiet geben. Anschließend ist der Gemeinderat gefragt, bevor die Verwaltung tiefer in Planung und Umsetzung einsteigen kann.

Die Frage nach dem Zeitplan quittiert der Ortsvorsteher mit einem Lachen: "Am liebsten wäre es mir natürlich so schnell wie möglich." Indes: "Realistisch betrachtet und erfahrungsgemäß müssen wir davon ausgehen, dass noch zwei Jahre ins Land gehen, bis gebaut werden kann."

Zwei Verfahren sind möglich 

Formal sind für den Bebauungsplan Herrschaftswald in Schmieheim zwei Verfahrensvarianten denkbar. Die erste: Paragraf 13 b des Baugesetzbuchs. Diese Vorschrift hat der Bund 2017 eingeführt, um die akute Wohnungsnot zu bekämpfen. Bürokratiearm ermöglicht sie kleine Baugebiete (unter 10 000 Quadratmetern) an Ortsrändern, auch wenn die Flächen aktuell nicht für Wohnbebauung vorgesehen sind. Das Problem: Die Regelung lief Ende 2019 aus, Bund und Länder diskutieren derzeit noch über eine Verlängerung.

Sollte diese nicht kommen, müsste Schmieheim andernorts auf potenzielles Bauland verzichten. Der Vorschlag der Ortsverwaltung, "um das Baugebiet (Herrschaftswald) schneller realisieren zu können": das "Geigentälchen" aus dem Flächennutzungsplan streichen.

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