Kippenheim Neue Doppelspitze bei Janoschka

Holger Obergföll (links) und Rainer Geiger bilden seit März die Doppelspitze der in Kippenheim ansässigen Janoschka Deutschland. Foto: Merck Foto: Lahrer Zeitung

Wenn eine Firma einer Marke oder ihrem Logo eine bestimmte Farbe zuordnet, sollte diese immer gleich aussehen. Darum, dass das auf unterschiedlichen Materialien so ist, kümmert sich Janoschka. Seit diesem Frühjahr mit einer neuen Doppelspitze.

 

Kippenheim. "Aluminium und Wellpappe, das sind mit die schwierigsten Bedruckstoffe", sagt Rainer Geiger. Wenn große Marken wie Knorr oder Ferrero ihre Produkte in einem Supermarkt präsentieren, dann prangen ihre Logos und Markennamen auf Folien, Papieretiketten, Kartons und anderen Materialien. Damit etwa das Rot von Hanuta allerdings auf allen Untergründen gleich wirkt, müssen die Druckwerkzeuge, die für das Bedrucken der Materialien genutzt werden, ebenso wie die Farbmischungen exakt zueinander passen. Das ist aufwendig. In Kippenheim, dem Hauptsitz des Unternehmens, das Teil der gleichnamigen Holding ist, arbeiten rund 400 Menschen an dieser Aufgabe.

Geführt wird Janoschka Deutschland, zu dem neben Kippenheim auch ein Standort im bayerischen Ismaning gehört, von Rainer Geiger und Holger Obergföll. Seit diesem Frühjahr arbeiten die beiden fast gleichaltrigen Männer Seite an Seite. Der 46-jährige Geiger ist zuständig für den Vertrieb, sein 45 Jahre alter Mitstreiter für die Produktion. Während Geiger, gelernter Drucktechniker, bereits 1998 als technischer Berater zu Janoschka stieß und seit wenigen Jahren an der Spitze in Kipppenheim steht, ist Ober­gföll erst vor einigen Wochen dazugekommen. Zuvor war der gebürtige Orschweierer unter anderem bei einem international aktiven Elektrotechnikunternehmen, für das er über Jahre viel unterwegs war. Dass er wieder zurück in die Ortenau gekommen ist, begründet er unter anderem mit dem Jobprofil, das ihn gereizt hat: "Janoschka hat jemanden gesucht, der die Organisation so unterstützt, dass sie gestärkt und die Effizienz langfristig optimiert wird."

Die neue Doppelspitze, die mit dem Techniker Geiger und Lean-Management-Spezialisten Obergföll zwei starke Komptenzen bündelt, hat Großes vor. Ihr Ziel: "Janoschka für die globalen Herausforderungen weiterentwickeln und die Wettbewerbsfähigkeit weiter ausbauen".

Der größte Markt, den Janoschka bedient, ist der – wie es Geiger umgangssprachlich ausdrückt – der "Supermarktverpackungen". Unter Fachleuten sind das die "Fast Moving Consumer Goods", kurz FMCG. Dazu zählen Süßigkeiten wie Duplo und Hanuta genauso wie Tütensuppen und Fertigmahlzeiten. An zweiter Stelle folgen Tabakwaren und danach – mit Abstand – die Bereiche Dekor, und individuelle Arbeiten.

"Immer das richtige Rot – oder jede andere definierte Farbe – auf allen Druckmaterialen zu erreichen, ist ein komplexer Prozess", sagt Geiger. Daran beteiligt sind zum Beispiel Mediengestalter, Drucker, Graveure, Galvaniker, Drucktechniker, um nur einige zu nennen. Denn die Zahl der möglichen Stellschrauben ist riesig. Das fängt bei der Zusammenstellung der Farbmischung – die für jedes zu bedruckende Material eigens gefunden werden muss – an. Weil in den Druckereien, den Kunden von Janoschka, unterschiedliche Materialien bedruckt werden, geht es darum, die richtigen Druckwerkzeuge für unterschiedliche Druckverfahren herzustellen. Farbigkeit, Logo oder Markenname auf der Verpackung müssen so aussehen, wie es der Kunde will. "Das klingt einfach, ist es aber nicht", sagt Geiger.

Dazu kommt, dass die Hersteller den Verpackungsdruck an eine Vielzahl von Druckereien vergeben. "Ferrero hat mehr als 50 Druckereien, die für sie arbeiten. Auch da gebe es Unterschiede – allein durch die klimatischen Bedingungen, auf die Janoschka reagieren muss. "Wir sind dann auch mal in Dubai oder in den USA im Einsatz, um unsere Kunden bei ihrer ›Brand Consistency‹ zu unterstützen", so Obergföll, um zu erklären: "Es geht um den Wiedererkennungswert der Marke." Anders gesagt: Die Sonderfarben der Marken müssen unabhängig vom Druckmaterial gleich sein, "egal, wer’s druckt".

Die Bandbreite der Arbeiten schlägt sich in den Berufen nieder. Sie reichen vom kaufmännischen Sektor und dem Bereich der Verwaltung über Verpackungstechniker, Mediengestalter, Fachleute für Galvanik und Metallverarbeitung bis hin zu Druckern, weil die Produkte vor der Auslieferung natürlich getestet werden, Logistikern sowie Vertriebsexperten.

Janoschka wurde 1976 von Manfred Janoschka in Kippenheim gegründet. Das Familienunternehmen begann mit der Erstellung von Druckvorlagen für den Dekorbereich. Mittlerweile ist die Gruppe – zu der Janoschka Deutschland mit den Standorten Kippenheim und Ismaning gehört – international als Dienstleister im "Prepress-Bereich" aktiv.

Weitere Informationen: www.janoschka.com/de/

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