Kippenheim Mehr Raum für das Gewerbe

Kippenheim geht der Platz für das Gewerbe aus. Die Gemeinde hat das erkannt und reagiert: Per "Tausch" will sie zum einen sinnvollere – und nebenbei – auch mehr Fläche für ihre Betriebe schaffen.

Kippenheim. Die Wirtschaft boomt, Industrie und Gewerbe können sich vor Aufträgen kaum retten. Neben der Suche nach Fachkräften treibt viele Unternehmen die Frage um, wo sie künftig produzieren, lagern und sich ihren Kunden präsentieren sollen. Auch in der Gemeinde Kippenheim wird diesbezüglich die Luft dünn – und zwar in beiden Teilorten.

Wie ist die aktuelle Platzsituation?

Beengt. In Kippenheim stehen derzeit nur noch rund 3,5 Hektar Fläche für die Weiterentwicklung von Gewerbebetrieben zur Verfügung: zwei Hektar im Anschluss an die Keltenstraße, nördlich des Sportparks, und weitere anderthalb am südwestlichen Rand des Gewerbegebiets, südlich der Firma Jaso. In Schmieheim sieht es noch mauer aus. Dort sind 2300 Quadratmeter als freie Gewerbefläche ausgewiesen, im Südwesten des Lindenfelds.

Was will die Gemeinde tun?

Flächen "tauschen". Einstimmig hat der Gemeinderat der Verwaltung den Auftrag erteilt, zu prüfen, ob es möglich ist, die kleinere Fläche in Kippenheim freizugeben (etwa für die Landwirtschaft) und stattdessen neues Gewerbeareal in der westlichen Erweiterung der größeren Fläche auszuweisen. Ein zusammenhängendes Gebiet wäre leichter zu bebauen und zum anderen würde die Gemeinde so rund zwei Hektar mehr fürs Gewerbe rausschlagen. Auch in Schmieheim soll getauscht werden. Dort will man im Norden statt im Süden des Lindenfelds Platz für Unternehmen schaffen, direkt gegenüber der Ortseinfahrt. Im Gegensatz zu Kippenheim liefe das jedoch ohne merklichen Raumgewinn ab.

Was will die Gemeinde damit erreichen?

"Unsere Firmen stärken, ihnen die Möglichkeit geben zu erweitern oder umzusiedeln", erklärt Bürgermeister Matthias Gutbrod im Gespräch mit der Lahrer Zeitung. Erst in zweiter Linie wolle man damit den Standort Kippenheim auch für Neuansiedlungen attraktiv machen.

Gibt es schon konkrete Anfragen von Firmen?

Nein, sagt Rathauschef Gutbrod. Es handle sich um ein "mittelfristiges" Projekt. "Bis die betroffenen Flächen für Betriebe zur Verfügung stehen, vergeht im Optimalfall ein Jahr, realistisch sind aber eher zwei oder drei."

Was kommt als Nächstes?

Der Dialog mit den Behörden. Die neuen Flächen müssen im Flächennutzungsplan eingetragen werden. Erst dann kann ein Bebauungsplan darauf gelegt und – daran anschließend – auch gebaut werden.

Wie groß sind die Chancen, dass die Behörden zustimmen?

Recht gut. Zum einen handelt es sich im Vergleich zu ähnlichen Vorhaben anderer Kommunen in Kippenheim um eher kleine Flächen, zum anderen "haben wir in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit Landratsamt und Regierungspräsidium gemacht", sagt Gutbrod. Er ist sich sicher: "Können wir unser Anliegen gut begründen, wird es wohlwollend geprüft."

Die Flächen, die die Gemeinde zu Gewerbegebiet "tauschen" will, gehören teilweise ihr, teils Privatleuten. Ob Letztere bereit sind, ihre Grundstücke zu verkaufen, könne er noch nicht sagen, erklärt Gutbrod. Für Eigentümergespräche sei es noch "deutlich zu früh". Aufgrund der ungünstigen Grundstückszuschnitte erscheint es aber bereits heute "sehr wahrscheinlich", dass es einmal zu einem Umlegungsverfahren kommen wird.

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