Kooperation mit Gesundheitszentrum Kippenheim plant eine Impfwoche

Jonas Köhler
Im Kippenheimer Gesundheitszentrum gibt es in der kommenden Woche drei offene Impftermine. Foto: Köhler

Kippenheim reagiert auf die steigenden Infektionszahlen: Eine Impfwoche soll die Quote in der Gemeinde erhöhen.

Kippenheim reagiert auf die steigenden Infektionszahlen: Eine Impfwoche soll die Quote in der Gemeinde erhöhen. Erstimpflinge werden bevorzugt behandelt, es ist jedoch auch genug Impfstoff für Booster-Impfungen vorhanden.

Kippenheim - "Es ist eine besorgniserregende Situation. Es sind viel zu viele Ungeimpfte unterwegs", fasste Bürgermeister Matthias Gutbrod die Corona-Lage zu Beginn der Gemeinderatssitzung am Montag zusammen. Alleine in den vergangenen zwei Wochen sind fast 2000 Menschen in Deutschland an Covid-19 gestorben. Das Gesundheitssystem ist an seiner Belastungsgrenze. Die Gemeinde habe sich daher entschlossen, etwas dagegen zu unternehmen und die "Impfaktionswoche" ins Leben gerufen.

Am Montag, 22. November, Dienstag, 23. November und Donnerstag, 25. November kann sich im Gesundheitszentrum Kippenheim jeder, der will, impfen lassen. "Impfen ist die einzige Möglichkeit, aus dieser Pandemie herauszukommen. Die aktuelle Quote reicht bei weitem nicht aus, um eine Herdenimmunität zu erreichen und das Virus zurückzudrängen", sagte die Kippenheimer Ärztin Fides Heintze, die mit ihrem Team bereits regelmäßig ihre Patienten gegen das Corona-Virus immunisiert. "Die Telefone laufen heiß", berichtet sie von der großen Nachfrage auch nach Booster-Impfungen. Termine würden bereits bis in den Januar vergeben.

Eine Priorisierung ist nicht mehr nötig

Im Rahmen der Impfwoche steht die benachbarte Festhalle als Empfangs- und Warte-Räumlichkeit zur Verfügung. Dort können sich die Impfwilligen registrieren, alle Dokumente ausfüllen. Ihren wird zudem ein Zeitfenster zugeteilt. Ist dieses angebrochen, kommen die Impflinge ins Gesundheitszentrum und erhalten dort ihren Piks. Anmeldungen sind an den drei Tagen ab 15.30 Uhr möglich. Geimpft wird von 16 bis 19 Uhr mit Biontech.

Besonders willkommen seien Erstimpflinge. "Ich freue mich über jeden Einzelnen, der zur Erstimpfung kommt", so Heintze. Wer zur Zweit- oder Boosterimpfung kommen möchte, erhalte jedoch auch einen Termin. Es sei genügend Impfstoff vorhanden, das nicht mehr priorisiert werden müsse, erklärte die Ärztin.

Heintze erläuterte im gleichen Zug die Notwendigkeit der Booster-Impfungen: Antikörper-Tests lassen immer wieder darauf schließen, dass der Schutz gegen Covid-19 bereits nach einigen Monaten nachlasse. "Ob wir uns jetzt jedes halbe Jahr impfen müssen? Wir wissen es noch nicht. Möglich ist es", wagte die Ärztin einen Blick in die Zukunft. Wichtig sei nun, die Quote möglichst hochzutreiben, auch um Kinder unter zwölf Jahren zu schützen, die sich nicht impfen lassen können. "Es gibt wenig Impfgegner, die meisten sind Impfzögerer", berichtet sie aus ihrer Erfahrung. Diese gelte es zu überzeugen, was auch Aufgabe eines jeden Einzelnen sei.

Mit Bedauern schilderte Heinze, dass Patienten immer öfter aggressiv reagierten, wenn sie keinen zeitnahen Impftermin bekommen. Sie interpretiert diese Spannungen als grundlegende Angst in der Gesellschaft vor dem Virus. "Nehmen Sie das Angebot in Anspruch. Schützen Sie sich und Ihre Liebsten", lautete daher abschließende Appell von Gutbrod und Heintze.

Minderjährige Impfwillige müssen bei der Kippenheimer Impfwoche in Begleitung eines Erwachsenen kommen. Der Impfpass, die Krankenkassenkarte sowie wenn möglich bereits unterschriebene Aufklärungs- und Einverständnisbögen sind mitzubringen. Die entsprechenden Papiere gibt es im Netz unter

www.praxis-kippenheim.de. Dort findet man auch weitere Informationen zur Impfaktion.

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